Sanders-Gesetz, Nationale

Sanders-Gesetz: Nationale KI-Beteiligungssteuer soll 7 Billionen bringen

22.06.2026 - 16:38:12 | boerse-global.de

Weißes Haus prüft drei Modelle für öffentliche Anteile an KI-Firmen. Senator Sanders bringt parallel Gesetz für nationalen KI-Fonds mit Milliardenvolumen ein.

US-Regierung plant Staatsbeteiligungen an führenden KI-Unternehmen
Sanders-Gesetz - Intertwined gears and circuit boards with a subtle overlay of the US Capitol building, representing government and AI technology. 22.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Trump-Administration und der Kongress loten derzeit mehrere Wege aus, um sich öffentliche Anteile an führenden Unternehmen der Künstlichen Intelligenz zu sichern. Die Gespräche, die am Montag an Fahrt aufnahmen, fallen mit rasant steigenden Branchenbewertungen und vertraulichen IPO-Vorbereitungen großer Marktteilnehmer zusammen.

Anzeige

Während die Politik über Staatsbeteiligungen an KI-Größen debattiert, müssen Unternehmen bereits heute die neuen rechtlichen Rahmenbedingungen der Technologie meistern. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden zum EU AI Act hilft Ihnen, Risikoklassen und Pflichten für Ihren Betrieb frühzeitig zu verstehen. EU AI Act in 5 Schritten verstehen

Drei Strategien für staatliche Anteile

Das Weiße Haus prüft nach aktuellen Berichten drei Hauptansätze, um staatliche Beteiligungen an KI-Firmen zu etablieren. Dazu gehören die Entsendung von Regierungsvertretern in Aufsichtsräte, gezielte Steuern sowie der Tausch von Fördergeldern gegen Unternehmensanteile.

Der Vorschlag, Subventionen in Eigentum umzuwandeln, hat einen aktuellen Präzedenzfall: Im Rahmen des CHIPS Act wandelte die Regierung milliardenschwere Hilfen in einen zehnprozentigen Anteil an Intel um. Vizepräsident Vance deutete am Sonntag an, dass die Administration diese möglichen Beteiligungen als Teil eines breiter angelegten Staatsfonds-Konzepts betrachtet. Finanzminister Bessent bezeichnete solche Interessen als „Trump-Konto“, während Handelsminister Lutnick das Modell eines Staatsfonds unterstützt.

Sanders bringt Gesetz für nationalen KI-Fonds ein

In einem separaten Vorstoß präsentierte Senator Bernie Sanders am Sonntag den „American AI Sovereign Wealth Fund Act“. Das Gesetzesvorhaben sieht eine einmalige 50-Prozent-Beteiligungssteuer auf die größten KI-Unternehmen vor – konkret auf Firmen mit Jahresumsätzen über 200 Millionen Euro.

Der Plan skizziert einen Fonds, der auf rund 7 Billionen Euro anwachsen könnte, verwaltet von einer unabhängigen siebenköpfigen Kommission. Nach Sanders' Vorstellung würde der Fonds jedem amerikanischen Bürger jährliche Dividenden von über 1.000 Euro ausschütten. Zudem sichert das Gesetz dem öffentlichen Fonds 50 Prozent der Stimmrechte in den betroffenen Unternehmen.

Börsengänge und Branchenreaktionen

Der Vorstoß für staatliche Beteiligungen kommt zu einem Zeitpunkt, an dem sowohl OpenAI als auch Anthropic vertrauliche Unterlagen für Börsengänge eingereicht haben sollen. OpenAI strebt Berichten zufolge eine Bewertung von bis zu einer Billion Euro an. Beide Unternehmen signalisierten Offenheit für verschiedene Formen öffentlicher Beteiligung: OpenAI schlug die Schaffung eines öffentlichen Wohlstandsfonds vor, während Anthropic das Konzept einer digitalen Dividende prüft.

Die Aussicht auf Staatsbeteiligungen stößt jedoch auf Kritik aus der Branche. Elon Musk, der kürzlich nach einer SpaceX-Aktienplatzierung zum ersten Billionär der Welt wurde, sprach sich am Samstag gegen das Modell aus. Musk argumentierte, direkte Staatsbeteiligungen sollten durch universelle Grundeinkommenszahlungen ersetzt werden, finanziert durch Steuern auf private Gewinne. KI-getriebene Deflation mache direkte Zahlungen an Bürger effektiver als staatliche Aktienpakete, so Musk.

Anzeige

Die rasante Entwicklung der KI-Branche bringt nicht nur wirtschaftliche Chancen, sondern auch neue regulatorische Anforderungen für Anwender und Entwickler mit sich. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Report, welche KI-Systeme als Hochrisiko gelten und wie Sie die Einhaltung der neuen EU-Vorgaben sicherstellen. Kostenlosen Umsetzungsleitfaden zum AI Act sichern

Internationale Konkurrenz und Risiken

Die Arbeit in Washington spiegelt Entwicklungen in anderen Märkten wider. In China verhandelt ein staatlich gestützter KI-Investmentfonds mit einem Kapital von rund 8,2 Milliarden Euro derzeit über eine Beteiligung an DeepSeek, einem Unternehmen, das mit Huawei an spezialisierter Hardware zusammenarbeitet.

Befürworter in den USA argumentieren, dass öffentliche Beteiligungen sicherstellen, dass die Bürger von staatlich finanzierter Forschung profitieren. Kritiker warnen hingegen vor erheblichen Interessenkonflikten durch derart weitreichende Staatseingriffe. Andere Stimmen befürchten, dass Staatsbeteiligungen in der volatilen Technologiesparte zu „Too-big-to-fail“-Risiken führen könnten.

de | wissenschaft | 69603895 |