Samsung-Update: 38 Android-Lücken und 18 eigene Schwachstellen geschlossen
Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 09:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Samsung hat tiefgreifende Sicherheitsmaßnahmen eingeleitet, nachdem bekannt wurde, dass zahlreiche Applikationen auf Smart-TV-Geräten die Internetverbindungen der Nutzer für fremden Datenverkehr missbraucht haben. Der Elektronikkonzern stoppte Neuregistrierungen für bestimmte Software-Entwicklungskits (SDKs) und verbot den Einsatz sogenannter Residential-Proxy-Dienste innerhalb seiner App-Infrastruktur.
Hintergrund der Entscheidung sind Untersuchungen von Sicherheitsforschern des Unternehmens mnemonic. Diese hatten in Anwendungen des Publishers Play.Works, die sowohl für Samsung- als auch für LG-Fernseher angeboten werden, verdeckten Programmcode des Anbieters Bright Data entdeckt. Dieser Code ermöglicht es, die private Internetleitung der Nutzer als Proxy zu verwenden, um fremden Datenverkehr darüber umzuleiten.
Massive Verbreitung von Proxy-Code in TV-Apps
Die Analyse von mnemonic, bei der rund 6.000 App-Pakete untersucht wurden, verdeutlicht das Ausmaß der Problematik. Den Ergebnissen zufolge enthielten 42 Prozent der untersuchten Apps für LG-Geräte und 26,5 Prozent der Anwendungen für Samsung-Plattformen den entsprechenden Proxy-Code. Betroffen sind unter anderem populäre Spieletitel wie Pac-Man, Tetris, Space Invaders und Doodle Jump.
Nach Erkenntnissen der Sicherheitsforscher erfolgt die Aktivierung der Proxy-Funktion serverseitig. Ein für die Nutzer vorgesehener Zustimmungsbildschirm werde in der Praxis oft übersehen oder nicht ausreichend wahrgenommen.
Kritisch bewerten die Experten zudem, dass der Hintergrunddienst nach der Aktivierung aktiv bleibt, selbst wenn die eigentliche App geschlossen wird. Ein Stoppen der Datenweitergabe sei derzeit nur durch die vollständige Löschung der betroffenen Applikationen möglich.
Sowohl Samsung als auch LG haben damit begonnen, die betroffenen Anwendungen aus ihren jeweiligen App-Stores zu entfernen. Während Samsung zudem technische Hürden für die Neuregistrierung solcher SDKs eingeführt hat, bestätigte LG, aktiv an der Bereinigung des App-Portfolios zu arbeiten.
Umfassende Sicherheitsupdates für das Galaxy-Ökosystem
Parallel zu den Maßnahmen im TV-Sektor verstärkt Samsung die Sicherheitsarchitektur seiner Mobilgeräte. Für die Galaxy-Serie wurde ein Google-Play-Systemupdate (GPSU) mit einer Größe von 81 MB bereitgestellt.
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Dieses Update enthält Kernfunktionen für das Android-System, darunter Verbesserungen für den Schnellstart, die Standortfreigabe für Wear OS sowie Sicherheitsoptimierungen für die WebView-Komponente in der Version v152. Zudem umfasst der Play Store in der Version v52.8 eine überarbeitete Navigationsleiste.
Ergänzend dazu rollt der Hersteller das reguläre Sicherheitsupdate für den laufenden Monat aus. Dieses Paket behebt insgesamt 38 Schwachstellen im Android-Betriebssystem von Google sowie 18 spezifische Sicherheitslücken in der Samsung-eigenen Software. Die Installation kann manuell über die Systemeinstellungen im Bereich Sicherheit und Datenschutz angestoßen werden.
Zukünftige Schutzfunktionen gegen App-Missbrauch
Um die Kontrolle der Nutzer über installierte Anwendungen weiter zu erhöhen, plant Samsung offenbar die Einführung einer nativen App-Sperre. Berichten über Leaks zufolge soll diese Funktion mit der Benutzeroberfläche One UI 9.5 eingeführt werden, deren Veröffentlichung im Frühjahr nächsten Jahres erwartet wird.
Die „App Lock“ genannte Funktion soll es ermöglichen, Anwendungen per Langdruck zu sperren und den Zugriff mittels PIN, Passwort, Fingerabdruck oder Gesichtserkennung zu schützen.
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Diese Sicherheitsfunktion wird voraussichtlich mit der neuen Galaxy S27-Serie im ersten Quartal 2027 Premiere feiern, bevor sie durch Updates für ältere Modellreihen verfügbar gemacht wird.
Die Entwicklung folgt einem allgemeinen Branchentrend zu mehr Gerätesicherheit, wie er sich auch in aktuellen Beta-Versionen von Google für das Betriebssystem Android zeigt, wo ebenfalls verstärkt an nativen Sperrfunktionen und dem Schutz vor betrügerischen Zugriffen gearbeitet wird.
