Samsung öffnet für ChatGPT und Gemini: KI-Blockade endet im Juni
26.05.2026 - 22:10:28 | boerse-global.deDer südkoreanische Elektronikkonzern Samsung erlaubt seinen Mitarbeitern ab Juni 2026 offiziell die Nutzung externer KI-Dienste wie ChatGPT, Gemini und Claude. Damit endet eine fast dreijährige Blockadehaltung.
Die Entscheidung betrifft zunächst die Device-eXperience-Division (DX), die für Smartphones und Haushaltsgeräte zuständig ist. Samsung verspricht sich davon einen Schub für die digitale Transformation und mehr Wettbewerbsfähigkeit. Das Verbot war 2023 nach internen Datenlecks verhängt worden.
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Sicherheit als oberste Priorität
Der Schritt kommt nicht über Nacht. Bereits zwischen April und Mai 2026 testete Samsung in einer Pilotphase mit rund 2500 Mitarbeitern, wie sich die externen KI-Modelle sicher in den Arbeitsalltag integrieren lassen. Das erfolgreiche „Proof of Concept" ebnete nun den Weg für die breite Einführung.
Allerdings bleibt der Zugang nicht automatisch. Jeder Mitarbeiter muss vor der Nutzung eine verpflichtende Sicherheitsschulung absolvieren. Dabei geht es um Datenschutz und ethische KI-Nutzung – die Angst vor undichten Stellen sitzt tief.
Interessant ist die abgestufte Strategie: Während die DX-Sparte die Tore öffnet, bleibt die Device-Solutions-Division (DS) mit wirklichen Halbleiter- und Chipgeschäften weiter abgeschottet. Samsung schützt damit sein wertvollstes geistiges Eigentum, während verbrauchernahe Bereiche von der KI-Revolution profitieren sollen.
Zwei Gleise für die Zukunft
Samsung setzt auf eine Zwei-Gleis-Strategie. Neben den externen Diensten entwickelt der Konzern sein eigenes KI-Modell „Samsung Gauss" weiter. Während ChatGPT und Co. für allgemeine Aufgaben zum Einsatz kommen, bleibt Gauss speziellen internen Funktionen vorbehalten.
Die erhofften Einsatzgebiete sind vielfältig:
- Softwareentwicklung: Hilfe beim Coden und Debuggen
- Marketing: Analyse von Trends und Erstellung von Kampagneninhalten
- Datenanalyse: Zusammenfassung komplexer Berichte
- Internationale Kommunikation: Übersetzungen für globale Teams
DX-Präsident TM Roh spricht nicht von einem simplen Software-Update, sondern von einem grundlegenden Wandel der Arbeitsweise. „KI-Transformation bedeutet, die Art und Weise zu ändern, wie die Organisation denkt und arbeitet", betonte er.
Der lange Weg zur KI-Fabrik
Die Öffnung für externe KI ist nur ein Puzzleteil in Samsungs großem Plan. Bis 2030 sollen sämtliche Produktionsstätten zu KI-gesteuerten Fabriken werden. Autonome Fertigungsstraßen, optimierte Lieferketten und vorausschauende Wartung – das ist die Vision.
Ein zentraler Bestandteil: Humanoide Roboter in der Produktion. Sie sollen entweder mit Menschen zusammenarbeiten oder in hochautomatisierten Bereichen eigenständig agieren. Samsung reagiert damit auf steigende Lohnkosten und den demografischen Wandel in wichtigen Fertigungsstandorten.
Branchenbeobachter sehen in der Kehrtwende eine pragmatische Reaktion auf den wachsenden Rückstand bei der KI-Nutzung. Die Kosten des Hinterherhinkens wiegen inzwischen schwerer als die Sicherheitsrisiken.
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Erste Früchte sind bereits sichtbar
Schon im Mai 2026 präsentierte Samsung gemeinsam mit Google auf der Entwicklerkonferenz Google I/O eine KI-gestützte Smart-Brille. Sie läuft auf Android XR und nutzt Gemini – Auslieferung im Herbst 2026.
Auf der CES 2026 zeigte der Konzern zudem „Bespoke AI"-Küchengeräte. Ein Kühlschrank kann per Google-Cloud-KI-Vision 37 frische Lebensmittel und 50 verarbeitete Produkte erkennen. Generative KI wandert vom Büro ins Zuhause.
Die kommenden Monate werden zeigen, ob Samsungs Sicherheitskonzepte halten. Tausende Mitarbeiter erhalten bald Zugang zu ChatGPT, Gemini und Claude. Gelingt der Spagat zwischen Offenheit und Kontrolle, könnte das modell Schule machen – auch für andere sicherheits sensible Branchen.
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