Samsung Galaxy Watch 9 am 22. Juli: Snapdragon Elite gegen Apple
Veröffentlicht: 17.07.2026 um 04:32 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Edge-KI in Smartwatches legt um 70 Prozent zu – Apple dominiert, Samsung holt auf.
Die Zukunft der Wearables liegt direkt am Handgelenk – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Im ersten Quartal 2026 stiegen die Auslieferungen von Smartwatches mit integrierter künstlicher Intelligenz (Edge AI) weltweit um 70 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das zeigt eine aktuelle Analyse des Marktforschungsinstituts Counterpoint.
Bereits jedes vierte verkaufte Modell (25 Prozent) verfügt über die Fähigkeit, KI-Anwendungen lokal auf dem Gerät zu verarbeiten. Branchenexperten rechnen bis Jahresende mit einem Anstieg auf 32 Prozent. Der Trend ist klar: Rechenleistung wandert von der Cloud zurück auf die Hardware – und das verändert den gesamten Markt.
Apple an der Spitze – mit riesigem Vorsprung
Mit rund 90 Prozent aller Edge-AI-Smartwatch-Auslieferungen im ersten Quartal 2026 dominiert Apple das Segment nahezu uneingeschränkt. Der Umsatz der Wearables-Sparte kletterte auf 7,9 Milliarden Euro (zuvor 7,5 Milliarden Euro). Das entspricht einem Plus von rund fünf Prozent.
Der Erfolg hat einen Namen: den A20 Pro-Chip. Er ist in der Lage, Modelle mit 13 Milliarden Parametern direkt auf der Uhr auszuführen – ohne Cloud-Anbindung. Die aktuelle Beta von watchOS 27 untermauert diesen Kurs mit einem überarbeiteten Siri-Interface, das kontextbezogene Dialoge und eine eigene App für KI-Interaktionen bietet.
Samsung setzt auf neuen chip – und hofft auf die Wende
Während Apple die Gegenwart gehört, richtet sich der Blick vieler Branchenbeobachter auf Samsung. Der koreanische Konzern bereitet sich auf eine entscheidende Hardware-Offensive vor. Am 22. Juli 2026 will der Hersteller auf seinem „Galaxy Unpacked“-Event die neuen Modelle Galaxy Watch 9 und Ultra 2 vorstellen.
Einem Branchenbericht zufolge setzt Samsung dabei erstmals nicht auf eigene Exynos-Prozessoren, sondern auf die Snapdragon Wear Elite-Plattform von Qualcomm. Die neue Chipgeneration soll eine neuronale Verarbeitungseinheit mit 10 TOPS (Billionen Operationen pro Sekunde) bieten. Das ermöglicht eine Reihe proaktiver Gesundheitsfunktionen: ein Vitals-Dashboard, das Herzfrequenz, Atemfrequenz und Hauttemperatur kombiniert, sowie einen Heart Health Score. Vorbestellungen sollen noch am Tag der Ankündigung starten.
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Gesundheitsfunktionen treiben den Boom
Die Entwicklung hin zur Edge-KI fällt mit einem explosionsartigen Wachstum bei Gesundheitsfunktionen zusammen. Die Auslieferungen von Uhren mit Blutdruckmessung verdoppelten sich im ersten Quartal 2026. Modelle mit Schlafapnoe-Erkennung legten sogar um das Dreifache zu.
Mehr als die Hälfte aller 2026 neu vorgestellten Smartwatch-Modelle trägt inzwischen eine formelle Medizinprodukt-Zertifizierung. Dieser Trend dürfte sich fortsetzen: Für die Apple Watch Series 12, die für September 2026 erwartet wird, kursieren Gerüchte über eine Bluthochdruck-Warnfunktion, die bereits zur behördlichen Prüfung eingereicht wurde.
Regionale Unterschiede – und ein Gewinner in China
Der globale Markt wuchs im ersten Quartal 2026 insgesamt um vier Prozent. Die Entwicklung fiel jedoch regional sehr unterschiedlich aus:
- China: Plus 15 Prozent im Jahresvergleich. Huawei eroberte 40 Prozent des heimischen Marktes und steigerte seine globalen Verkäufe um zwölf Prozent.
- Samsung: Ein Minus von 28 Prozent bei den Auslieferungen – ein klares Zeichen dafür, wie sehr der Konzern auf den Erfolg der Juli-Neuvorstellungen angewiesen ist.
- Android-Ökosystem: Mehrere Hersteller senkten ihre Prognosen für den Rest des Jahres um zehn bis 30 Prozent.
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Rückenwind aus Brüssel – und Milliarden für Startups
Die Wearable-Branche bekam zuletzt auch regulatorische Unterstützung. Die EU-Kommission nahm Smartwatches und Fitness-Tracker von der geplanten Pflicht zu wechselbaren Akkus aus. Das erlaubt weiterhin schlanke Gehäuse und hohe Wasserdichtigkeitswerte – etwa die 10ATM-Zertifizierung, die für High-End-Titanmodelle im Gespräch ist.
Das wachsende Interesse an lokaler KI-Verarbeitung lockt zudem massiv Investorengeld an. In der ersten Jahreshälfte 2026 sammelten Startups aus dem Edge-AI-Infrastrukturbereich 4,1 Milliarden Euro in 47 Deals ein. Das entspricht einem Anstieg von 140 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Botschaft der Investoren ist klar: Wer Premium-Hardware bauen will, kommt an lokaler KI nicht vorbei.
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