Samsung Galaxy A: Sicherheitschips für 50 Millionen Akkus ab 2027 geplant
Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 03:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Frage, wer Smartphones und Computer reparieren darf und mit welchen Ersatzteilen, beschäftigt Verbraucher, Werkstätten und Regulierungsbehörden seit Jahren. Ein Blick auf aktuelle Entwicklungen bei Apple und Samsung zeigt, dass sich die Branche in unterschiedliche Richtungen bewegt – mal in Richtung mehr Offenheit, mal in Richtung neuer technischer Hürden.
Apples Ankündigung von 2024 und ihre Reichweite
Apple hatte im Juli 2024 angekündigt, die Leistung von Drittanbieter-Ersatzteilen nicht mehr künstlich zu drosseln. Batteriezustand und True-Tone-Funktion sollten demnach auch nach dem Einbau von Fremdteilen erhalten bleiben, sofern diese bestimmte technische Voraussetzungen erfüllen.
Zudem sollte die Seriennummer-Eingabe beim Kauf über die Self-Service-Repair-Website entfallen, und Werkstätten sowie Repair Cafés sollten originale Apple-Ersatzteile lagern dürfen, ohne einen IRP-Vertrag (Independent Repair Provider) abschließen zu müssen – ausgetauschte Teile mussten weiterhin zurückgesendet werden.
Als Auslöser dieser Lockerungen nannte Apple damals Right-to-Repair-Gesetze in Oregon und Colorado, die rückwirkend für ab 2021 hergestellte Geräte gelten sollten, sowie eine im April 2024 verabschiedete EU-Richtlinie. Eine Ausnahme blieb bestehen: Die Reaktivierung von Face ID und Touch ID nach einem Bauteiltausch ist weiterhin autorisierten Werkstätten vorbehalten.
Neue Fragezeichen bei aktuellen Mac-Modellen
Während diese Zusagen aus 2024 auf mehr Reparaturfreiheit abzielten, zeigt sich bei neueren Mac-Geräten ein gegenläufiges Bild. Apples aktuelle Reparaturteile-Dokumentation listet für den Mac mini M6 und den M5 Pro kein SSD-Modul mehr als unterstütztes austauschbares Teil, während beim 2024er Mac mini ein gebrauchtes SSD-Modul noch mit Häkchen vermerkt ist.
Laut einem Blogpost von Expand Mac mini verlötet Apple bei den neuen Mac-mini-Generationen das NAND-Modul direkt auf dem Logic-Board – ein Vorgehen, das schon bei den Modellen M1, M2 und M3 üblich war.
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Beim Mac mini M4 war die SSD dagegen noch leicht entfernbar und aufrüstbar gewesen; iFixit hatte dort einen Tausch von 256 GB auf 512 GB demonstriert. Andere Komponenten wie Antennen, Lüfter, Netzteil, Gehäuse, Lautsprecher, Akku und die vorderen USB-C-Ports bleiben bei beiden Mac-mini-Generationen weiterhin als reparierbar gelistet.
Beim Mac Studio M5 Max und M5 Ultra bleiben SSD-Module laut Apples offizieller Dokumentation zwar grundsätzlich austauschbar, müssen jedoch paarweise getauscht werden – Ausnahme sind Konfigurationen mit 512 GB, 1 TB und 2 TB, bei denen jeweils nur ein Modul verbaut ist.
Die Module müssen dabei exakt auf das jeweilige Modell abgestimmt sein; zunächst stehen nur offizielle Apple-Ersatzteile zur Verfügung, ein Preis dafür ist bislang nicht bekannt. M.2-Module lassen sich wegen der proprietären Technologie nicht verwenden.
Expand Mac mini riet ausdrücklich vom Kauf regulär verfügbarer Speichermodule für den Mac mini M6 oder M5 Pro ab, da diese schlicht nicht passen würden. Die Mac-Studio-SSDs sind zudem konfigurationsspezifisch und per Seriennummer einem von zwei Logic-Board-Anschlüssen zugeordnet, da der Speichercontroller in Apples eigenem chip sitzt und nicht im SSD-Modul selbst.
Ein eigenständiges Öffnen des Mac Studio hebt zudem die Garantie auf, und das Einrichten kann laut Berichten sogar den Zugriff auf ein zweites Mac-Gerät erfordern.
Samsung plant Sicherheitschips für Akkus
Auch bei anderen Herstellern rückt das Thema Bauteil-Bindung in den Fokus. Laut einem Bericht von The Elec plant Samsung ab 2027, in Akkus der Mittelklasse-Serie Galaxy A einen Sicherheitschip einzubauen – mit rund 50 Millionen Einheiten im ersten Jahr.
Die Chips sollen auf VIA-PUF-Technologie basieren, von Samsung Foundry im 28-Nanometer-Verfahren gefertigt und gemeinsam mit den Partnern ICTK und Analog Devices entwickelt werden; die Integration in die Akkupacks übernimmt Samsung SDI. Samsung selbst wollte die Richtung der Technologieentwicklung auf Anfrage nicht bestätigen.
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Als Grund nannte Samsung Umwelt- und Recyclingaspekte, verwies dabei auf die EU-Batterieverordnung 2023/1542, die ab Februar 2027 digitale Batteriepässe für Industrie- und Elektrofahrzeug-Batterien vorschreibt – Smartphone-Akkus fallen derzeit allerdings nicht unter diese Regelung.
Offen bleibt, ob die Chips Drittanbieter-Akkus komplett blockieren oder nur einschränken würden, ähnlich wie Apples Part-Serialization-Verfahren, das bereits von der US-Handelsbehörde FTC und britischen Verbrauchergruppen kritisiert wurde. Apple selbst kalibriert seit dem iPhone 16 gebrauchte Originalteile über den sogenannten Repair Assistant.
Die Galaxy-A-Serie ist Samsungs meistverkaufte Produktfamilie: Laut Counterpoint Research war das Galaxy A16 5G im Jahr 2025 das fünftbestverkaufte Smartphone weltweit, das Galaxy A06 4G das sechstbeste. Das Nachfolgemodell Galaxy A18 soll sechs Jahre Software-Updates erhalten – ein Umstand, der die Frage nach langfristiger Reparierbarkeit zusätzlich an Gewicht gewinnen lässt, sollte Samsung tatsächlich auf Chip-basierte Bauteil-Bindung setzen.
Rechtlicher Druck aus den USA
Parallel zu diesen herstellerseitigen Entwicklungen wächst der regulatorische Druck auf branchenweite Standards. In einer Anhörung zu Section 1201 des Digital Millennium Copyright Act vor dem US Copyright Office forderte die Reparaturplattform iFixit eine grundsätzliche Ausnahme für die Reparatur aller softwarefähigen Geräte – von Medizingeräten über smarte Katzentoiletten bis zu Spielkonsolen – anstelle der bisherigen Praxis, alle drei Jahre einzelne Gerätekategorien gesondert zu verhandeln. Mitantragsteller waren die Electronic Frontier Foundation, das Nebraska Farm Bureau, Public Knowledge sowie Techniker aus dem Medizingerätebereich.
Gegenwind kam von der Entertainment- und Softwareindustrie, die Piraterie-Risiken anführte, sowie von der App Association, deren Vertreter Morgan Reed vor gesundheitlichen Gefahren für Patienten warnte.
Ein FDA-Bericht aus dem Jahr 2018 war dagegen zu dem Ergebnis gekommen, dass Reparaturen durch unabhängige Medizintechniker ebenso sicher und effektiv seien wie Herstellerreparaturen, und bezeichnete Drittanbieter-Reparaturen als kritisch für das US-Gesundheitssystem. iFixit-Mitgründer Kyle Wiens verwies zudem darauf, dass nur wenige Hundert Personen pro Quartal Spielkonsolen reparierten, während potenziell Millionen Nutzer von den bestehenden Beschränkungen betroffen seien.
Insgesamt zeichnet sich ein uneinheitliches Bild: Während Apple bei iPhones seit 2024 schrittweise Zugeständnisse an Drittreparaturen gemacht hat, entstehen bei neueren Mac-Modellen und potenziell bei Samsungs künftigen Akkus neue technische Hürden. Ob gesetzliche Initiativen wie die vor dem US Copyright Office verhandelten Ausnahmen diese Entwicklung ausbremsen können, bleibt abzuwarten.
