Samsung Gaia: KI-Chip für PCs kommt 2027 gegen Nvidia
Veröffentlicht: 10.07.2026 um 16:14 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Samsung kehrt mit dem KI-Beschleuniger „Gaia" nach 13 Jahren in den PC-Prozessormarkt zurück.
Der südkoreanische Elektronikkonzern arbeitet an einem speziellen Chip für künstliche Intelligenz in Personal Computern. Der unter dem Codenamen Gaia entwickelte Beschleuniger soll als dedizierte Neural Processing Unit (NPU) fungieren und rechenintensive KI-Aufgaben direkt auf dem Gerät bewältigen – ohne Umweg über die Cloud.
Technische Details und Fertigung
Entwickelt wird Gaia von Samsungs System-LSI-Sparte im 4-Nanometer-Verfahren. Anders als eine klassische CPU ist der Chip als reiner KI-Beschleuniger konzipiert. Er soll besonders für Edge Computing, generative KI und sogenannte „Physical AI"-Anwendungen wie Robotik optimiert sein.
Eine Besonderheit: Die geplante Integration von Processing-In-Memory (PIM)-Technologie. Durch die Kombination des Beschleunigers mit PIM-DRAM will Samsung Datenverarbeitungsprozesse beschleunigen, indem Rechenoperationen direkt in den Speichermodulen ausgeführt werden. Das reduziert den Engpass zwischen Prozessor und Arbeitsspeicher erheblich.
Die Leistungsdaten der NPU orientieren sich Berichten zufolge am hauseigenen Exynos 2600, der eine Rechenleistung von 80 TOPS (Tera Operations Per Second) erreicht.
Partnerschaften mit PC-Herstellern
Samsung hat bereits Prototypen des Gaia-Chips an große PC-Hersteller ausgeliefert. Sowohl Lenovo als auch HP befinden sich derzeit in der Validierungsphase und prüfen den Einsatz des Beschleunigers in künftigen Windows-basierten KI-PCs.
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Die Massenproduktion ist allerdings erst für das Jahr 2027 geplant. Branchenbeobachter rechnen mit einem Hochlauf der Fertigung gegen Ende jenes Jahres.
Strategische Neuausrichtung und Wettbewerb
Mit Gaia tritt Samsung in direkte Konkurrenz zu etablierten Anbietern von KI-Chips für PCs – darunter Nvidia, Qualcomm, Intel und AMD. Der Chip soll unter anderem gegen Nvidias RTX Spark und die Snapdragon-X-Elite-Serie von Qualcomm antreten.
Das sorgt für eine interessante Gemengelage: Sowohl Nvidia als auch Qualcomm zählen zu den wichtigsten Kunden von Samsungs Foundry-Geschäft. Sie lassen ihre Chips in den Fabriken des Konzerns fertigen. Mit einem eigenen KI-Prozessor wird Samsung nun zum direkten Wettbewerber seiner Auftraggeber.
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Der Vorstoß ist Teil einer strategischen Neuausrichtung. Samsung soll sein Halbleiterportfolio über das dominierende Speichergeschäft hinaus erweitern. Nachdem die Speichersparte zuletzt von der weltweit steigenden KI-Nachfrage profitierte, setzt der Konzern nun auf die hauseigenen Fertigungskapazitäten und NPU-Designs, um sich ein Stück vom wachsenden Markt für KI-Verarbeitung auf Endgeräten zu sichern.
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