Samsung, Foundry

Samsung Foundry: Google, AMD, Tesla weichen von TSMC ab

18.06.2026 - 11:16:49 | boerse-global.de

Google, AMD, Tesla und BYD verhandeln mit Samsung über Chip-Produktion. Die Auslastung von TSMC treibt die Tech-Branche zur Diversifikation.

Tech-Giganten setzen auf Samsung Foundry als TSMC-Alternative
Samsung - Close-up of glowing semiconductor wafers with intricate circuits, representing global technology manufacturing and supply chain shifts. 18.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Google, AMD, Tesla und der chinesische Autobauer BYD verhandeln nach Informationen aus Branchenkreisen über eine Zusammenarbeit mit Samsung Foundry. Der Grund: Die Produktionskapazitäten des taiwanesischen Marktführers TSMC sind durch die explosionsartig gestiegene Nachfrage nach KI-Chips und Hochleistungsprozessoren völlig ausgelastet. Die Unternehmen verfolgen eine sogenannte Dual-Sourcing-Strategie – sie wollen ihre Abhängigkeit von einem einzigen Hersteller reduzieren und ihre Produktpläne absichern.

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Google und AMD planen für 2028

Besonders weit fortgeschritten sind die Gespräche mit Google. Der Suchmaschinenriese will seine künftigen Axion-Prozessoren ab 2028 bei Samsung fertigen lassen. Auch für die zehnte Generation seines Tensor Processing Unit (TPU) mit dem Codenamen "Icefish" könnte Samsung den 2-Nanometer-Prozess für bestimmte Komponenten liefern. Zwar bleibt TSMC voraussichtlich Googles Hauptpartner – doch der Konzern arbeitet parallel mit MediaTek an Designs, die eine flexible Aufteilung der Aufträge ermöglichen.

Auch AMD macht ernst. Die Verhandlungen mit Samsung drehen sich um die Massenproduktion von Epyc-Servernprozessoren und weiteren CPUs ab 2028. Mit einem zweiten Fertigungspartner will AMD die Stückzahlen sichern, die TSMC derzeit nicht garantieren kann.

Tesla, BYD und die KI-Offensive

Die Automobilbranche drängt ebenfalls in Samsungs Fertigungslinien. Tesla hat bereits die Produktion seines AI6-Chips in Samsungs texanischem Werk unter Vertrag genommen. Der chinesische Elektroauto-Pionier BYD verhandelt über Chips für autonomes Fahren in den Größenordnungen 4 und 2 Nanometer.

Weitere KI-Spezialisten sind schon an Bord: Groq fertigt seine Language Processing Units (LPUs) bereits bei Samsung. Auch Nvidia und Qualcomm prüfen Samsungs Angebot unterhalb der 5-Nanometer-Schwelle. Und Neuralink, das Hirn-Implantat-Unternehmen von Elon Musk, soll über Komponenten für seine Gehirn-Computer-Schnittstelle verhandeln.

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Wende für Samsungs Chip-Sparte?

Der Ansturm prominenter Kunden kommt für Samsung zur rechten Zeit. Analysten rechnen damit, dass die Auftragsflut für KI- und Hochleistungschips die Foundry-Sparte des Konzerns bereits im dritten Quartal 2026 in die Gewinnzone zurückführen könnte.

Zwar bleibt TSMC unangefochten die Nummer eins im Markt. Doch der Kapazitätsengpass – gepaart mit wachsenden geopolitischen Risiken rund um Taiwan – macht Samsung zur unverzichtbaren zweiten Säule für die anspruchsvollsten Projekte der Tech-Industrie. Während TSMCs Linien mit bestehenden Großaufträgen belegt sind, bieten Samsungs 4- und 2-Nanometer-Technologien einen dringend benötigten Ausweg für die hardwarehungrigsten Vorhaben der Branche.

de | wissenschaft | 69571265 |