Samsung Electronics mit Rekordgewinn: Speicherchip-Preise treiben Gewinn auf 107 Billionen Won
Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 08:59 Uhr | dpa, AD HOC NEWSSamsung Electronics hat im dritten Quartal dank stark gestiegener Speicherchip-Preise einen operativen Gewinn von rund 107 Billionen südkoreanischen Won erzielt.
Gewinn fast verneunfacht
Der Gewinn habe sich damit im Vergleich zum Vorjahresquartal nahezu verneunfacht, teilte der Elektronikkonzern in Suwon nach vorläufigen Zahlen mit. Der Umsatz lag bei etwa 195 Billionen Won und damit mehr als doppelt so hoch wie ein Jahr zuvor.
Mit beiden Kennzahlen blieb Samsung jedoch hinter den Erwartungen der Anleger zurück. Die Aktie verlor an der Börse in Seoul knapp zwei Prozent.
KI treibt Nachfrage nach Speicher
Der Boom bei Künstlicher Intelligenz sorgt für eine hohe Nachfrage nach Speicherchips. Der Ausbau von KI-Rechenzentren benötigt große Mengen an IT-Hardware, besonders gefragt sind schnelle HBM-Chips (High Bandwidth Memory).
Samsung ist der weltweit größte Speicherchiphersteller und konkurriert im Smartphone-Geschäft mit Apple. Das Unternehmen hat seinen Börsenwert im laufenden Jahr dennoch mehr als verdoppelt.
Schwergewichte am Kospi
Auch der südkoreanische Konkurrent SK Hynix legte an der Börse 2026 deutlich zu. Zusammen stellen die beiden Unternehmen mehr als die Hälfte der Marktkapitalisierung des südkoreanischen Leitindex Kospi.
Die detaillierten Quartalszahlen will Samsung am 29. Oktober vorlegen.
KI-Nachfrage verschiebt die Gewichte
Das Rekordergebnis zeigt, wie stark der Ausbau von KI-Rechenzentren inzwischen auf die Halbleiterbranche durchschlägt. Betreiber benötigen neben Rechenprozessoren große Mengen an Speicher, insbesondere schnellen HBM-Chips. Diese Bausteine ermöglichen den raschen Datenaustausch zwischen Prozessoren und Speicher und gelten deshalb als besonders wichtig für leistungsfähige KI-Systeme.
Für Samsung kommt der Preisschub zu einem strategisch entscheidenden Zeitpunkt. Das Unternehmen ist breit aufgestellt und erzielt Geschäfte unter anderem mit Speicherchips, Smartphones und Unterhaltungselektronik. Steigende Speicherpreise können den Gewinn daher stark erhöhen, machen ihn aber zugleich stärker von einem zyklischen Markt abhängig: Überkapazitäten oder eine nachlassende Nachfrage könnten die Preise wieder unter Druck setzen.
Signal für Südkoreas Börse
Samsung und SK Hynix prägen als Schwergewichte den südkoreanischen Aktienmarkt. Ihre Kursentwicklung ist damit nicht nur für einzelne Anleger relevant, sondern beeinflusst auch die Wahrnehmung der gesamten exportorientierten Volkswirtschaft. Dass die Samsung-Aktie trotz des Rekordergebnisses nachgab, zeigt den hohen Erwartungsdruck: Entscheidend ist für Investoren nicht allein das Wachstum, sondern ob die Zahlen die bereits eingepreiste KI-Euphorie übertreffen.
Die vollständigen Quartalszahlen am 29. Oktober dürften deshalb besonders bei der Speicherchip-Sparte, den HBM-Lieferungen und dem Ausblick im Mittelpunkt stehen. Für Verbraucher in Deutschland wirkt sich das zunächst vor allem indirekt aus. Anhaltend hohe Chippreise können jedoch die Kosten von Servern, Smartphones und anderen Elektronikprodukten beeinflussen.
