Samsung: 270.000 Mitarbeiter nutzen ChatGPT Enterprise
22.06.2026 - 21:35:00 | boerse-global.de
Der KI-Entwickler sichert sich mit dem südkoreanischen Elektronikkonzern einen der bedeutendsten Unternehmenskunden der Branche. Samsung Electronics führt ChatGPT Enterprise und das Programmierwerkzeug Codex für seine weltweite Belegschaft ein – ein Deal, der die wachsende Bedeutung von KI in der Industrie unterstreicht.
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Samsung setzt auf KI als Kernwerkzeug
Rund 270.000 Mitarbeiter des südkoreanischen Technologieriesen erhalten Zugang zu den OpenAI-Diensten. Betroffen ist die gesamte Device eXperience (DX)-Division, sowohl in Südkorea als auch international. OpenAI Korea-Chef Kim Kyoung-hoon zufolge integriert Samsung KI als zentrales Plattform-Tool in Bereichen wie Softwareentwicklung, Marketing, Produktdesign und Fertigung.
Der Deal folgt auf eine Absichtserklärung zur KI-Infrastruktur, die beide Unternehmen bereits im Oktober 2025 unterzeichnet hatten. Für OpenAI ist es einer der größten Firmenkunden-Deals der Unternehmensgeschichte.
Codex erlebt rasanten Aufschwung
Besonders das Entwickler-Tool Codex verzeichnet ein enormes Wachstum. Weltweit nutzen inzwischen mehr als fünf Millionen Entwickler pro Woche das Programm. In Südkorea explodierte die Nutzerzahl regelrecht: Seit Februar 2026 verzeichnet OpenAI ein Plus von 800 Prozent.
Neben Samsung setzen auch andere große südkoreanische Unternehmen auf Codex – darunter LG Electronics, LG Uplus, der Spieleentwickler Krafton und der Finanzdienstleister Toss.
Neue Gedächtnisfunktion mit Tücken
Im Juni 2026 führte OpenAI ein grundlegendes Update der ChatGPT-Gedächtnisfunktion ein. Das intern „Dreaming" genannte System verändert, wie der Chatbot Informationen über seine Nutzer speichert und aktualisiert. Statt einer statischen Faktenliste analysiert die KI nun Chatverläufe im Hintergrund und extrahiert dynamisch relevante Vorlieben und Kontexte.
Die internen Tests zeigen eine deutliche Verbesserung: Die Genauigkeit der gespeicherten Fakten stieg von 41,5 auf 82,8 Prozent. Allerdings können Nutzer die automatisch erstellten Zusammenfassungen derzeit weder vollständig kontrollieren noch löschen. Zudem berichten Anwender von Ungereimtheiten beim Dateizugriff – etwa wenn das System zunächst behauptet, generierte Bilder seien verloren, um sie später doch bereitzustellen.
Wettbewerbsdruck wächst
Trotz dieser Fortschritte und des Samsung-Deals gerät OpenAI zunehmend unter Druck. Laut Daten des Analysehauses Sensor Tower fiel der globale Marktanteil von ChatGPT im März 2026 erstmals unter die 50-Prozent-Marke. Im Mai lag er bei 46,4 Prozent – ein deutlicher Rückgang von über 65 Prozent Ende 2024.
ChatGPT hat zwar weiterhin rund 1,1 Milliarden monatlich aktive Nutzer. Doch Google Gemini sicherte sich bereits 27,7 Prozent des Marktes, und Anthropics Claude verzeichnet ein Nutzerwachstum von 452 Prozent im Jahresvergleich. Analysten führen diese Entwicklung auf Geminis tiefe Android-Integration und Claudes höhere Umsätze pro Nutzer zurück.
OpenAI reagiert mit einer aggressiven Personalstrategie. Erst am 18. Juni 2026 verpflichtete das Unternehmen Noam Shazeer, einen der Co-Leiter des Google-Gemini-Projekts. Zuvor hatte OpenAI bereits mehr als 85 Mitarbeiter von Salesforce abgeworben.
Finanzen und Ausblick
Die finanziellen Dimensionen sind gewaltig. Laut durchgesickerten Daten erzielte OpenAI 2025 einen Umsatz von 13,1 Milliarden Dollar, machte aber einen Verlust von 39 Milliarden Dollar – davon entfielen 19 Milliarden auf Forschung und Entwicklung.
Gleichzeitig verdichten sich die Gerüchte um ein neues Modell mit dem Codenamen „kindle-alpha" oder GPT-5.6. Insidern zufolge wird das System intern mit einem erweiterten Kontextfenster von 1,5 Millionen Token getestet – ein Plus von 43 Prozent gegenüber dem Vorgänger. Branchenbeobachter rechnen mit einer Veröffentlichung in der letzten Juni-Woche 2026.
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Ein weiterer strategischer Schritt: Visa kündigte auf seinem Payments Forum an, sein Zahlungsnetzwerk in die ChatGPT-Agenten-Infrastruktur zu integrieren. Die sogenannte „Intelligent Commerce"-Initiative ermöglicht KI-Agenten, Produkte zu suchen, zu vergleichen und Käufe an 175 Millionen Händlerstandorten auszulösen – abgesichert durch tokenisierte Sicherheitsmodelle.
