Salzersatz: Kaliumreiche Mischung senkt Schlaganfallrisiko um 14 Prozent
Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 14:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine großangelegte Untersuchung der Peking-Universität aus dem Jahr 2021 zeigt, dass der Austausch von herkömmlichem Speisesalz durch eine kaliumangereicherte Alternative das Risiko für schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Todesfälle spürbar senken kann. Die randomisierte Untersuchung umfasste mehr als 20.000 Personen mit einer Vorgeschichte von Schlaganfällen oder Bluthochdruck in über 600 chinesischen Dörfern.
Im Rahmen eines 1:1-Vergleichs untersuchten die Wissenschaftler die Effekte eines Salzersatzes, der sich zu 75 % aus Natriumchlorid und zu 25 % aus Kaliumchlorid zusammensetzte, gegenüber gewöhnlichem Speisesalz aus 100 % Natriumchlorid.
Deutliche Senkung von Blutdruck und kardiovaskulären Risiken
Während einer durchschnittlichen Nachbeobachtungszeit von 4,74 Jahren erzielte die Gruppe mit dem Salzersatz messbare gesundheitliche Verbesserungen. Laut den Daten der Peking-Universität lag der systolische Blutdruck im Schnitt um 3,3 mmHg niedriger als in der Kontrollgruppe.
Auch die Ausscheidungswerte über 24 Stunden spiegelten die veränderte Zufuhr wider: Die Natriumausscheidung fiel um 350 mg geringer aus, während die Kaliumausscheidung um 803 mg anstieg.
Diese Veränderungen wirkten sich unmittelbar auf das Erkrankungsrisiko aus. Wie die Forscher ermittelten, sank das Schlaganfallrisiko durch den Salzersatz um 14 %. Schwere kardiovaskuläre Ereignisse gingen um 13 % zurück, und das allgemeine Sterberisiko verringerte sich um 12 %.
Übliche Niedrigsalz-Mischungen basieren in der Praxis häufig auf einem Verhältnis von 60–70 % Natriumchlorid, 20–30 % Kaliumchlorid und 8–12 % Magnesiumsulfat.
Fachleute weisen jedoch darauf hin, dass entsprechende Produkte bei bestehenden Nierenfunktionsstörungen oder einem erhöhten Risiko für Hyperkaliämie ungeeignet sind. Die chinesische Ernährungsempfehlung legte bereits 2016 fest, täglich weniger als 6 g Salz aufzunehmen.
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Hohe Verbreitung von Hypertonie und Risikofaktoren
Erhöhter Blutdruck gilt in der Medizin als wichtigster Risikofaktor für Schlaganfälle; bleibt er unbehandelt, steigen zudem die Gefahren für Herzinfarkte und Demenzerkrankungen. Weltweit werden 17 % der Todesfälle Bluthochdruck zugeschrieben.
In Deutschland sind rund 30 % der Bevölkerung von arterieller Hypertonie betroffen. Bei über 90 % der diagnostizierten Fälle handelt es sich um eine primäre Hypertonie, während etwa 10 % auf eine sekundäre Form entfallen. Rund 50 % der Hypertoniker reagieren salzsensitiv.
Dass Bluthochdruck oft unentdeckt oder unzureichend therapiert bleibt, zeigte ein österreichisches Messprogramm aus dem Jahr 2017: Damals waren 40 % der getesteten Personen zuvor nicht als hyperton erkannt worden. Zudem lagen 60 % der bereits behandelten Hypertoniker weiterhin außerhalb des Zielbereichs.
Medizinische Leitlinien raten ab einem Alter von 40 Jahren zu regelmäßigen Kontrollen. Für Heimmessungen wird empfohlen, nach fünf Minuten Ruhe zweimal im Abstand von zwei Minuten am Oberarm zu messen; der Mittelwert sollte 135/85 mmHg nicht überschreiten.
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Salzaufnahme und Kaliumversorgung im Alltag
Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt für Erwachsene höchstens beziehungsweise unter 5 g Salz täglich, während allgemeine medizinische Richtwerte maximal 5–6 g pro Tag nennen. Demgegenüber steht ein tatsächlicher Konsum in westlichen Industrieländern von durchschnittlich 8–10 g täglich.
In Europa nehmen Frauen im Schnitt 8,4 g und Männer 10,0 g Salz pro Tag zu sich. Mehr als 70 % der täglichen Natriumaufnahme entfallen dabei auf verarbeitete Lebensmittel und Mahlzeiten in der Gastronomie. Ein Gramm Speisesalz enthält rund 400 mg Natrium; ein gestrichener Teelöffel entspricht etwa 5 g Salz und liefert circa 2.000 mg Natrium.
Neben der Reduktion von Natrium spielt die Versorgung mit Kalium eine zentrale Rolle: Für Erwachsene liegt der empfohlene Schätzwert bei 4.000 mg täglich, wobei Produkte ab 300 mg Kalium pro 100 g als kaliumreich eingestuft werden.
So liefern etwa Kartoffeln nach Angaben der DGE rund 680 mg pro Portion. Da das Kochen in reichlich Wasser dem Gemüse zwischen 20 % und 50 % seines Kaliums entziehen kann, erhalten Zubereitungsmethoden wie Dämpfen, Backen oder die Weiterverwendung des Kochwassers den Nährstoffgehalt besser.
Bei vorliegender Niereninsuffizienz muss die Zufuhr jedoch ärztlich kontrolliert werden. Zur allgemeinen Blutdrucksenkung verweisen klinische Studien zudem auf Konzepte wie die DASH-Diät, die den systolischen Blutdruck um 8–11 mmHg senken kann.
