Salesforce, Agentforce

Salesforce Agentforce: 1,4-Milliarden-Auftrag für US-Veteranen

Veröffentlicht am: 28.07.2026 um 11:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Salesforce erhält Milliardenauftrag vom US-Veteranenministerium, SAP steigert Cloud-Umsatz deutlich. Banken und Versicherungen automatisieren Prozesse mit KI.

KI-Agenten im Praxiseinsatz: Salesforce und SAP mit Rekordaufträgen
Holografische Datenvisualisierung vernetzter KI-Netzwerke für Unternehmenssoftware-Infrastruktur. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Künstliche Intelligenz auf dem Vormarsch: Gleich mehrere Großaufträge und starke Quartalszahlen zeigen, dass autonome Software-Agenten den Sprung von der Testphase in die Praxis geschafft haben.

Rekordauftrag für die Veteranenversorgung

Der US-Konzern Salesforce hat einen der bislang größten Regierungsaufträge für KI-Systeme an Land gezogen. Das US-Veteranenministerium (VA) vergab am heutigen Dienstag einen Dreijahresvertrag mit einem Volumen von umgerechnet rund 1,4 Milliarden Euro. Ziel ist es, die medizinische und administrative Versorgung von über 17 Millionen Veteranen grundlegend zu modernisieren.

Im Zentrum steht die Plattform Agentforce, die unter anderem die Terminvergabe in den 170 Kliniken und über 1.100 Ambulanzen revolutionieren soll. Statt der bisher durchschnittlichen 28 Tage Wartezeit sollen Patienten künftig innerhalb von Minuten einen Termin erhalten. Der Vertrag umfasst zudem die Tools Slack, MuleSoft und Tableau.

Die Nachricht ließ die Salesforce-Aktie am Dienstag um 8,27 Prozent auf umgerechnet rund 162 Euro steigen – der zweite kräftige Kurssprung binnen zwei Tagen. Bereits im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 hatte der Konzern vermeldet, dass Agentforce einen Jahresumsatz von 1,1 Milliarden Euro erzielt – ein Plus von 205 Prozent.

SAP: KI als Wachstumstreiber

Auch der europäische Software-Riese SAP profitiert vom KI-Boom. Im zweiten Quartal 2026 stieg der Gesamtumsatz um elf Prozent auf umgerechnet 10,3 Milliarden Euro. Besonders die Cloud-Erlöse legten um 24 Prozent zu.

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Konzernchef Christian Klein führt den Erfolg auf die Strategie des „autonomen Unternehmens" zurück. Seit dem Start der SAP Business AI Platform im Mai 2026 treibt der Konzern die Integration von KI-Agenten voran. Mehr als 90 Prozent der Belegschaft sollen in KI-Technologien geschult werden. Zukäufe wie die der Datenfirmen Dremio und Reltio untermauern den Kurs.

Entscheidend sei, dass die Agenten in konkrete Unternehmensdaten eingebettet werden – etwa durch Wissensgraphen und Vektordatenbanken. Nur so könnten sie innerhalb bestehender Berechtigungsstrukturen zuverlässig arbeiten.

Banken und Versicherungen setzen auf Automatisierung

Die Finanzbranche treibt den Einsatz spezialisierter KI-Agenten ebenfalls voran. Die australische Insurance Australia Group kündigte an, ab der zweiten Jahreshälfte 2026 einfache Schadensfälle mit der KI-Plattform OpenAI Presence zu bearbeiten. Rund 75 Prozent der Anfragen sollen dann ohne menschliches Zutun erledigt werden.

In den USA und Asien melden Banken beeindruckende Effizienzgewinne:
- ConnectOne Bank verkürzte die Dokumentensuche bei Kreditanträgen von 20 Minuten auf 30 Sekunden.
- Die Bank of Singapore reduziert die Erstellung von Vermögensherkunftsberichten von zehn Tagen auf eine Stunde.
- Die Lake Michigan Credit Union verkürzte Kreditlaufzeiten um zehn Tage.

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Standards und Cybersicherheit rüsten für die Zukunft

Mit der wachsenden Zahl aktiver KI-Agenten gewinnt die Standardisierung an Bedeutung. Die Linux Foundation betreut zwei zentrale Protokolle: das Model Context Protocol für den Datenzugriff und das Agent2Agent-Protokoll für die abteilungsübergreifende Koordination. Ein Bündnis aus Google, Salesforce, SAP und Workday unterstützt die Entwicklung.

Im Bereich Cybersicherheit brachte Microsoft am Montag eine neue Verteidigungsplattform auf den Markt. Das Modell MAI-Cyber-1-Flash und das MDASH-System koordinieren autonome „rote" und „blaue" Agenten zur Abwehr von Angriffen. Laut Microsoft erledigt das System 90 Prozent der Sicherheitsaufgaben eigenständig. Nur zehn Prozent werden an komplexere Modelle wie GPT-5.4 weitergeleitet. Eine öffentliche Vorschau des zugehörigen Projekts Perception startet am 3. August.

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