Sakroplastik in Murmansk: 80-Jährige steht Stunden nach OP wieder auf
Veröffentlicht am: 16.10.2026 um 14:18 Uhr | Redaktion boerse-global.deIn der neurochirurgischen Abteilung Nr. 2 der Oblastklinik Murmansk (MOKB im. P.A. Bajandina) ist erstmals in der Region Murmansk eine Sakroplastik zur Behandlung einer niedrigenergetischen Sakrumfraktur vorgenommen worden.
Der Eingriff erfolgte bei einer rund 80 Jahre alten Patientin, die infolge einer fortgeschrittenen Osteoporose unter einem ausgeprägten Schmerzsyndrom litt. Diagnostiziert worden war eine Fraktur der linken lateralen Sakrummasse des Kreuzbeins.
Minimalinvasive Stabilisierung mittels Knochenzement
Die Sakroplastik ist ein minimalinvasives Verfahren, das gezielt auf die Stabilisierung der Knochenfragmente, die Unterbindung schmerzhafter Mikrobewegungen und eine rasche Linderung der Beschwerden ausgerichtet ist.
Bei dem Eingriff brachten die Operateure unter kontinuierlicher Röntgenkontrolle speziellen Knochenzement über eine perkutane Punktion in das betroffene Knochenareal ein. Die Operation wurde unter lokaler Anästhesie durchgeführt und nahm eine Dauer von 30 bis 40 Minuten in Anspruch.
Ein wesentlicher Vorteil der Methode liegt in der schnellen Wiederherstellung der Mobilität: Die 80-jährige Patientin konnte bereits wenige Stunden nach dem Eingriff wieder aufstehen. Eine spezielle Rehabilitationsbehandlung war im Anschluss an die Prozedur nicht erforderlich.
Nach Angaben der Klinik belegen wissenschaftliche Untersuchungen einen nachhaltigen Effekt des Verfahrens; demnach liegt das Schmerzniveau drei Monate nach einer solchen Operation im Schnitt um das Zwei- bis Dreifache niedriger als vor der Intervention.
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Herausforderungen bei Diagnose und Versorgung im Alter
Wie Hauptarzt S. Tschuksejew von der Oblastklinik Murmansk mitteilte, handelte es sich um die erste erfolgreiche Durchführung dieser Behandlungsmethode in der gesamten Region.
Abteilungsleiter A. Panaskow verwies darauf, dass die Technik nach der Teilnahme an einer Fachkonferenz an der Klinik etabliert worden sei. Er betonte zudem, dass derartige Frakturen im Gebiet bislang nur selten diagnostiziert würden.
In der Vergangenheit seien Betroffene zumeist rein konservativ behandelt worden, was regelmäßig mit langen Phasen strikter Bettruhe und den damit verbundenen gesundheitlichen Risiken für ältere Patienten einherging.
Der vorliegende Frakturtyp tritt bei älteren Menschen häufig infolge einer reduzierten Knochenmineraldichte bereits bei sogenannten Niedrigenergietraumata auf, etwa nach einem einfachen Sturz aus dem Stand oder aus geringer Höhe. Die minimalinvasive Zementstabilisierung bietet hierbei eine Alternative, um die Immobilität von Hochbetagten zu verkürzen.
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Stellenwert im therapeutischen Gesamtzusammenhang
Osteoporotisch bedingte Knochenbrüche im Bereich der Wirbelsäule und des Beckengürtels stellen die Alterstraumatologie vor anhaltende Herausforderungen. Die Entscheidung zwischen konservativen Maßnahmen – wie Schmerztherapie, Physiotherapie und gezielter Bewegung – und operativen Interventionen hängt vom Einzelfall, der Frakturstabilität sowie dem Grad der Beschwerden ab.
Während konservative Ansätze weiterhin das Basisinstrumentarium bilden, gewinnen minimalinvasive Zementaugmentationen wie die Sakroplastik oder Vertebroplastie an Bedeutung, wenn anhaltende Schmerzen oder Instabilitäten eine rasche Mobilisierung der Patienten erfordern.
Parallel zur lokalen Versorgung bleibt bei gesicherter Osteoporose stets auch eine medikamentöse Behandlung zur Verhinderung weiterer Knochensubstanzverluste und Folgefrakturen angezeigt.
