Safari statt Chrome: Apple verspricht Mac-Nutzern bis zu 5 Stunden mehr Akku
Veröffentlicht am: 16.10.2026 um 16:06 Uhr | Redaktion boerse-global.deAm 14. Oktober 2026 startete Apple auf seiner US-amerikanischen Website eine gezielte Werbeoffensive unter den Titeln „Stay on Safari“ und „Switch to Safari“. Der Konzern spricht damit Mac-Nutzer an, die gegenwärtig den Konkurrenz-Browser Chrome von Google einsetzen, und fordert sie zum Umstieg auf die hauseigene Lösung auf. Im Zentrum der Kampagne stehen Argumente rund um Datenschutz, Energieeffizienz und Ausführungsgeschwindigkeit.
Fokus auf Akkulaufzeit und Geschwindigkeit
Im Rahmen der Werbemassnahme, die neben den Support- und Marketingseiten in den USA auch in Indien live geschaltet wurde, verspricht Apple bis zu 5 Stunden längere Akkulaufzeit beim Videostreaming auf dem Mac im direkten Vergleich zu Chrome.
Zudem sollen häufig besuchte Websites unter macOS mit Safari um bis zu 35 % schneller laden. Eine interaktive Website listet bis zu zehn Argumente für das Apple-Programm auf, darunter der geringere Batterieverbrauch und die reibungslose Synchronisierung zwischen Apple-Geräten.
Begleitet wird der Auftritt seit dem 14. Oktober 2026 von zwei YouTube-Videos, die sich mit den Funktionen Ablenkungskontrolle (Distraction Control) und dem Schutz vor websiteübergreifendem Tracking (Intelligent Tracking Prevention) befassen.
Branchenbeobachter erinnert das Format an Apples bekannte „Get a Mac“-Kampagne, die zwischen 2006 und 2009 mit insgesamt 66 Werbespots von der Agentur TBWAMedia Arts Lab realisiert worden war. Wie lange die aktuelle Kampagne laufen soll und welche Reichweite geplant ist, blieb zunächst offen.
Die Testmethodik und Apples Messbedingungen
Die von Apple verbreiteten Vergleichswerte beruhen auf unternehmenseigenen Tests aus dem August 2026. Zur Messung der Videolaufzeit diente ein 15-Zoll MacBook Air M5 mit 16GB Unified Memory und einer 512GB SSD.
Auf diesem Gerät liefen eine Vorabversion von macOS Golden Gate sowie Safari in Version 27.0 gegen Chrome in der Version 151.0.7922.76. Die Messungen erfolgten über WPA2-WLAN mit 1080p-Streaming-Inhalten bei einer Displayhelligkeit von acht Stufen über dem Minimum und abgeschalteter Tastaturbeleuchtung, wobei der konkrete Streaming-Dienst nicht genannt wurde.
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Apple weist darauf hin, dass der Wert von bis zu 5 Stunden zusätzlicher Laufzeit ein Spitzenwert ist und nicht für rechenintensive Aufgaben wie Zoom-Videokonferenzen, Programmierarbeiten oder Multitasking garantiert werden kann. Die Messungen besitzen keine pauschale Gültigkeit für beliebige Webseiten, Mac-Konfigurationen oder Internetverbindungen.
Beim Vergleich der Ladezeiten zog Apple zwölf populäre Websites heran, die als zwischengespeicherte Offline-Versionen unter simulierten Netzwerkbedingungen auf demselben Rechnertyp geladen wurden, hier gegen Chrome 151.0.7922.138. Weitere Geschwindigkeitsvergleiche stützten sich auf die Benchmark-Programme JetStream 3.0, MotionMark 1.3.2 und Speedometer 3.1 unter Golden Gate, teils auch unter Windows mit Chrome v151.
Datenschutzfunktionen und Marktposition im Vergleich
Technologisch setzt Apple auf die eigene WebKit-Engine, die speziell für Apple-Silicon-Prozessoren optimiert ist. Chrome hingegen basiert auf Chromium mit Multiprozess-Architektur und sieht sich wiederkehrend Kritik an einem hohen Arbeitsspeicherverbrauch ausgesetzt.
Als Sicherheits- und Funktionsvorteile hebt Apple die standardmässige Blockade von Drittanbieter-Cookies, KI-gestütztes Blockieren von Drittanbieter-Trackern, Warnungen vor kompromittierten Zugangsdaten, Apple Pay, Profile, einen Lesemodus sowie Passkey-Authentifizierung hervor.
Mehrere dieser Funktionen – darunter Passkeys, der Lesemodus und Profile – stehen allerdings auch in Chrome bereit. Während Safari Drittanbieter-Cookies und Tracking-Schutz standardmässig blockiert, hatte Google entsprechende Massnahmen im Jahr 2024 lediglich selektiv ausgerollt.
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Trotz Apples Werbeoffensive behauptet Google im weltweiten Browsermarkt eine deutliche Führung. Nach Daten von Statcounter lag Chromes globaler Marktanteil im September 2026 bei 66,45 %, während Safari auf 18,2 % kam (eine weitere StatCounter-Erhebung wies 66,36 % für Chrome und 18,27 % für Safari aus).
Für Google Chrome sprechen neben der breiteren Plattformverfügbarkeit unter Windows, Android, iOS und Linux insbesondere das deutlich umfangreichere Angebot an Browser-Erweiterungen.
