Säureblocker: 18% höheres Exazerbationsrisiko bei Asthma und COPD
01.07.2026 - 01:12:27 | boerse-global.de
Eine aktuelle Studie zeigt: Die dauerhafte Einnahme von Protonenpumpenhemmern (PPI) – besser bekannt als Säureblocker – kann bei Asthma- und COPD-Patienten das Risiko für schwere Komplikationen deutlich steigern.
18 Prozent mehr Exazerbationen
Forscher aus Belgien werteten Daten von über 932.000 Erwachsenen aus dem Zeitraum 2017 bis 2021 aus. Die Ergebnisse, veröffentlicht im Juni 2026 im Fachjournal Chest, sind eindeutig: Patienten, die dauerhaft PPI einnahmen, hatten ein um durchschnittlich 18 Prozent höheres Risiko für akute Verschlechterungen ihrer Lungenerkrankung.
Die Dosis spielt eine entscheidende Rolle. Bei höchsten Dosierungen stieg das Risiko für solche Krisen sogar um bis zu 25 Prozent. Anders sieht es bei kurzzeitiger Einnahme aus: Zur Behandlung der Refluxkrankheit verordnet, zeigte sich kein erhöhtes Risiko für die Lunge.
Wer besonders gefährdet ist
Die Analyse offenbart deutliche Unterschiede zwischen den Patientengruppen. Besonders anfällig waren Patienten unter 50 Jahren. Zudem reagierten Asthmatiker empfindlicher als COPD-Patienten.
Ein überraschender Befund: Das erhöhte Exazerbationsrisiko trat vor allem bei Patienten auf, die keine Refluxkrankheit als Begleiterkrankung hatten. Ärzte sollten den Einsatz von Säureblockern ohne klare Indikation einer Magenerkrankung bei Lungenpatienten daher besonders kritisch prüfen.
Demenzrisiko steigt ebenfalls
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Die Bedenken gegen eine Langzeiteinnahme von PPI nehmen weiter zu. Eine im Juni 2026 in Nature Metabolism veröffentlichte Studie mit rund 66.000 Probanden brachte die Säureblocker mit einem um 44 Prozent erhöhten Demenzrisiko in Verbindung.
Damit reihen sich die neuen Erkenntnisse in eine wachsende Liste möglicher Nebenwirkungen ein. Bereits frühere Untersuchungen hatten auf Einflüsse auf die Sterblichkeit bei bestimmten Vorerkrankungen hingewiesen.
Vitamin K1 als Schutzfaktor
Während Säureblocker Risiken bergen, zeigen andere Substanzen positive Effekte. Eine Studie der Edith Cowan University (ECU), veröffentlicht am 30. Juni 2026 im American Journal of Clinical Nutrition, belegt: Eine Ernährung reich an Vitamin K1 korreliert mit einer um 16 Prozent niedrigeren COPD-Rate und besserer Lungenfunktion.
Neue Wege in der Therapie
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Angesichts der Risiken oraler Medikamente suchen Forscher nach Alternativen. In der Fachzeitschrift Chronic Obstructive Pulmonary Diseases diskutierten Experten Ende Juni 2026 die Möglichkeit, Vitamin D künftig inhalativ zu verabreichen. Der Grund: Die orale Supplementierung zeigt bei COPD-Patienten oft keine klinischen Vorteile, weil der Wirkstoff in den Lungenblutgefäßen inaktiviert wird.
Auch die Behandlungsstrategie für Asthma wandelt sich. Die Empfehlungen der Global Initiative for Asthma (GINA) für 2026 setzen auf einen Paradigmenwechsel: Weg von der rein symptomatischen Behandlung mit Notfallinhalatoren, hin zu einer frühzeitigen, entzündungshemmenden Therapie mit inhalativen Kortikosteroiden (ICS).
