Säuglingserährung: Hochwertige Kost prägt Intelligenz langfristig
11.06.2026 - 17:22:00 | boerse-global.de
Das zeigt eine systematische Übersichtsarbeit der Swansea University unter Leitung von Hayley A. Young.
Die Forscher werteten 73 Studien aus. Ergebnis: Eine hochwertige Ernährung korreliert mit besseren Ergebnissen in Intelligenztests und schulischen Leistungen. Besonders deutlich waren die Effekte im ersten Lebensjahr – vor allem beim verbalen IQ.
Ein Eisenmangel im Säuglingsalter kann langfristig Aufmerksamkeit und Gedächtnis beeinträchtigen. Bei Jugendlichen bringen zusätzliche Nährstoffe dagegen nur dann Vorteile, wenn bereits klinische Mängel an Eisen oder Jod vorliegen. Die Arbeit wurde unter anderem von der International Life Sciences Institute North America (IAFNS) finanziert.
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Zwölf Prozesse steuern das biologische Altern
Die Langlebigkeitsforschung identifiziert zunehmend die Mechanismen des Alterns auf zellulärer Ebene. Laut Gesundheitsökonomin Dr. Anna Wohlthat gibt es zwölf zentrale biologische Prozesse – die sogenannten „Hallmarks of Aging“. Dazu zählen DNA-Schäden, die Verkürzung der Telomere und chronische Entzündungen, auch „Inflammaging“ genannt.
Diesen Prozessen lässt sich durch einen gezielten Lebensstil entgegenwirken. Neben Bewegung und gesundem Schlaf spielt die Ernährung eine entscheidende Rolle. Experten der Verbraucherzentrale Bayern und der AOK empfehlen hochwertige Fettquellen: Walnüsse liefern mehrfach ungesättigte Fettsäuren und Ballaststoffe, Olivenöl ist reich an einfach ungesättigten Fettsäuren. Wegen der hohen Kaloriendichte sollten diese Lebensmittel jedoch in Maßen genossen werden.
Übergewicht als gesundheitspolitische Herausforderung
Die Dringlichkeit einer flächendeckenden Ernährungsstrategie belegen aktuelle Daten des Statistischen Bundesamtes. Im Jahr 2025 galten 28 Prozent der Frauen und 43 Prozent der Männer als stark übergewichtig.
Am 15. Juni 2026 erscheint das neue Fachbuch „Public Health Nutrition: Ernährung und öffentliche Gesundheit“ im Verlag UTB/UVK. Die Herausgeberinnen Prof. Dr. Viviane Scherenberg und Prof. Dr. Nadine Berling von der APOLLON Hochschule thematisieren auf 275 Seiten Fehlernährung und die Zunahme nichtübertragbarer Erkrankungen.
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Der wirtschaftliche Druck auf das Gesundheitssystem wächst. DAK-Chef Andreas Storm mahnte im Rahmen der Gesundheitsministerkonferenz im Juni 2026 einen Konsens zur Stabilisierung der Kosten an. Für 2027 prognostizieren Experten ein Defizit der gesetzlichen Krankenkassen von bis zu 18,8 Milliarden Euro. Präventive Maßnahmen gewinnen daher an Bedeutung. Die DAK-Gesundheit bietet am 16. Juni 2026 eine spezielle Hotline zum Thema antientzündliche Ernährung an.
Regionale Projekte zeigen praktische Umsetzung
Ernährungsexperten der AOK empfehlen die Orientierung an der Ernährungspyramide des Bundeszentrums für Ernährung (BZfE). Ein pflanzenbetonter Speiseplan mit mehr als 75 Prozent pflanzlichen Lebensmitteln gilt als erstrebenswert.
Regionale Initiativen verknüpfen Nachhaltigkeit mit Gemeinschaftsverpflegung. In der Region Münsterland wurden vom 9. bis 11. Juni 2026 im Rahmen einer Aktionswoche verstärkt saisonale und regionale Gerichte in Betriebsrestaurants angeboten. Ziel solcher Projekte der Öko-Modellregion: die Vernetzung zwischen lokalen Erzeugern und Großküchen stärken, um gesundheitsfördernde Ernährung im Berufsalltag zu etablieren.
