Sächsische Pflegeheime: Diebstähle steigen um 16 Prozent, kaum Fälle geklärt
Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 17:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In sächsischen Pflegeheimen ist die Zahl der gemeldeten Diebstähle spürbar angestiegen. Wie aus einer Antwort des sächsischen Gesundheitsministeriums auf eine Anfrage hervorgeht, erfasste die Polizei im Jahr 2025 knapp 550 Diebstähle in den entsprechenden Einrichtungen. Dies entspricht einem Zuwachs von circa 16 Prozent im Vergleich zum Jahr 2024. Die parlamentarische Anfrage stammte vom Fraktionsvorsitzenden des Bündnisses Sahra Wagenknecht (BSW), Ronny Kupke, und rückte die Sicherheitslage der Heimbewohner in den Fokus.
Geringe Aufklärungsquote bei den registrierten Delikten
Neben der Zunahme der Fallzahlen belegen die behördlichen Daten eine anhaltend niedrige Aufklärungsquote bei den betroffenen Straftaten. Demnach konnte lediglich rund ein Viertel der von der Polizei erfassten Fälle aufgeklärt werden. In der überwiegenden Mehrheit der gemeldeten Vorfälle blieben die Täter somit unentdeckt, was den Druck auf die bestehenden Sicherheitskonzepte innerhalb der stationären Pflegeeinrichtungen erhöht.
Kritik an der Haltung des Gesundheitsministeriums
Die veröffentlichten Zahlen lösten deutliche Kritik der Opposition aus. Der BSW-Fraktionsvorsitzende Ronny Kupke forderte sofortige Schutzmaßnahmen für die Bewohner der sächsischen Pflegeheime. Zudem warf er der Landesregierung vor, die Verantwortung für die Sicherheit einseitig an die Heime und die Bewohner abzuschieben.
In sächsischen Pflegeheimen wurden 2025 knapp 550 Diebstähle erfasst — rund 16 Prozent mehr als im Vorjahr, und nur etwa ein Viertel dieser Fälle wurde aufgeklärt. Wer einen Angehörigen im Heim hat, sollte deshalb wissen, wie Wertsachen sicher verwahrt werden und was zu tun ist, wenn etwas fehlt. Der kostenlose Leitfaden fasst die wichtigsten Schutz-Schritte und Ihre Rechte zusammen. Kostenlosen Leitfaden jetzt anfordern
Kupke kritisierte in diesem Zusammenhang insbesondere die behördlichen Ratschläge des Ministeriums, wonach Bewohner kein Bargeld und keinen Schmuck mit in die Einrichtungen nehmen sollten. Diese Empfehlungen bezeichnete der Fraktionsvorsitzende als zynisch. Als konkreten Schritt zur Verbesserung der Lage verlangt er die Einführung unabhängiger und leicht erreichbarer Beschwerdewege, um Vorfälle schneller zu melden und aufzuarbeiten.
