Sachsen-Anhalt: KI-Chatbot AIS.chat ab sofort in Schulen
Veröffentlicht am: 24.08.2026 um 17:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Sachsen-Anhalt setzt mit Beginn des Schuljahres 2026/2027 auf den verstärkten Einsatz künstlicher Intelligenz in Klassenzimmern. Der KI-Chatbot AIS.chat ist ab sofort an den Schulen des Bundeslandes für den Unterricht nutzbar.
Das System, das zuvor unter der Bezeichnung Telli entwickelt wurde, soll eine Brücke zwischen technologischer Innovation und schulischem Bildungsauftrag schlagen. Die Umstellung des Namens auf AIS.chat wurde aufgrund markenrechtlicher Erwägungen bereits im Mai 2026 vollzogen.
Der Bildungsminister des Landes, Jan Riedel, unterstrich in diesem Zusammenhang die Notwendigkeit, KI-Kompetenzen fest im Lehrplan zu verankern. Nach Ansicht des Ministers reiche es nicht aus, wenn Schüler die Werkzeuge lediglich bedienen könnten.
Vielmehr müsse der Unterricht darauf abzielen, dass die Lernenden die Mechanismen hinter der Technologie verstehen und kritisch hinterfragen. Das Tool dient somit als didaktisches Hilfsmittel, um die Funktionsweise von Algorithmen und Sprachmodellen greifbar zu machen.
Technische Basis und Datenschutz
Die Entwicklung von AIS.chat erfolgte durch die FWU gGmbH im Auftrag der 16 Bundesländer. Das Vorhaben ist in das breitere, länderübergreifende AIS-Projekt eingebettet und wird durch Gelder aus dem DigitalPakt finanziert.
Ein wesentliches Merkmal der Anwendung ist ihr Status als Open-Source-Software. Dies soll Transparenz schaffen und eine kontinuierliche Weiterentwicklung ermöglichen. Da der Betrieb vollständig auf Servern innerhalb der Europäischen Union erfolgt, werden europäische Sicherheitsstandards gewahrt.
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Besonderes Augenmerk legten die Projektverantwortlichen auf den Datenschutz. Im Gegensatz zu vielen kommerziellen Angeboten nutzt AIS.chat die Eingaben der Nutzer weder für Werbezwecke noch für das Training der KI-Modelle.
Für die Schülerinnen und Schüler wurde zudem eine Lösung implementiert, die ohne die Erstellung persönlicher Konten auskommt. Die Anmeldung erfolgt gesichert über die Identitätslösung VIDIS. Hierbei werden keine Klarnamen der Lernenden verarbeitet, was die Anonymität im digitalen Raum sicherstellt.
Implementierung im Schulalltag
Die Steuerung des Zugangs liegt in den Händen der Lehrkräfte. Pro Lehrkraft wird ein spezifisches Token-Budget bereitgestellt, über das der Zugriff für die jeweilige Klasse gesteuert werden kann. Den Pädagogen stehen dabei verschiedene Sprachmodelle zur Auswahl, darunter Technologien von OpenAI, Meta und Mistral. Die Freiheit, über den konkreten Einsatz der KI im Unterricht selbst zu entscheiden, bleibt bei den Lehrern.
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Voraussetzung für die Freischaltung des Dienstes ist jedoch die Absolvierung einer speziellen KI-Schulung durch das pädagogische Personal. Damit soll gewährleistet werden, dass die Technologie verantwortungsbewusst und fachgerecht in den Schulalltag integriert wird. Für die Nutzung des Dienstes fallen für die Schulen keine Nutzungsgebühren an, da das Projekt länderübergreifend finanziert wird.
