Ryzen AI Max+ PRO 495: AMD-Chip führt lokale KI mit 192 GB Speicher aus
Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 00:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Anforderungen an Hardware für lokale Berechnungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) führen zu einer neuen Klasse von Workstation-Systemen. Im Zentrum dieser Entwicklung steht die Markteinführung der AMD Ryzen AI Max+ PRO 400-Serie.
Die neuen Prozessoren zielen darauf ab, umfangreiche Sprachmodelle (LLMs) ohne die Notwendigkeit von Cloud-Anbindungen direkt auf Endgeräten ausführbar zu machen. Ein wesentlicher technischer Fortschritt liegt dabei in der Bereitstellung von bis zu 192 GB gemeinsamem Speicher.
Architektonische Neuerungen und Speicherverwaltung
Die Ryzen AI Max+ PRO 400-Serie markiert eine deutliche Steigerung gegenüber der Vorgängergeneration. Während die Serie Ryzen AI Max PRO 300 maximal 128 GB Gesamtspeicher unterstützte, von denen 96 GB der GPU zugewiesen werden konnten, bietet das neue Flaggschiff Ryzen AI Max+ PRO 495 bis zu 16 Zen-5-Kerne und eine GPU-Zuweisung von bis zu 160 GB. Dies entspricht einer Steigerung des verfügbaren Grafikspeichers um etwa das 1,67-fache.
Gemäß technischen Berichten vom Ende September 2026 verfügt der Ryzen AI Max+ PRO 495 über 40 GPU-Recheneinheiten und eine Neural Processing Unit (NPU) mit einer Leistung von bis zu 55 TOPS. Die kombinierte KI-Gesamtleistung der Plattform wird mit 131 TOPS angegeben.
Laut AMD ermöglichen diese Spezifikationen die lokale Ausführung von Modellen mit über 300 Milliarden Parametern bei einer 4-Bit-Quantisierung. Die Software-Unterstützung umfasst neben Windows und Linux spezialisierte Umgebungen wie PyTorch, vLLM, llama.cpp, Ollama, ComfyUI und LM Studio.
Implementierung durch Framework und GMKtec
Der Hardware-Anbieter Framework hat bereits auf die neue Plattform reagiert und Vorbestellungen für ein Desktop-System mit dem Ryzen AI Max+ PRO 495 eröffnet. Die Konfiguration nutzt 192 GB LPDDR5x-Speicher mit einer Bandbreite von 273 GB/s. Der Speicher ist bei diesem Modell fest verlötet.
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Eine DIY-Version wird ab 6.799 US-Dollar angeboten, während ein vorkonfiguriertes System mit einer 2 TB NVMe-SSD ab 7.449 US-Dollar gelistet ist. Als Standard-Betriebssystem dient Fedora 44 KDE; Windows-Konfigurationen werden für dieses Modell nicht vertrieben.
Interessant für professionelle Anwender ist die Möglichkeit, zwei dieser Geräte über eine 50-GbE-RDMA-Verbindung zu koppeln, um den Speicher auf insgesamt 384 GB zu poolen. Berichten zufolge war die erste Charge der Framework-Systeme innerhalb weniger Stunden ausverkauft.
Eine zweite Vorbestellrunde für eine Auslieferung im November 2026 wurde bereits geöffnet, wobei das Unternehmen auf potenziell steigende Preise aufgrund der Speicherkosten hinwies.
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Parallel dazu hat GMKtec den EVO-X5 Pro angekündigt. Das System nutzt ebenfalls den Ryzen AI Max+ PRO 495 mit 192 GB LPDDR5X-8533. In der Einstiegskonfiguration mit 2 TB Speicher lag der Preis für die ersten 30 Geräte bei 6.399 US-Dollar, gefolgt von einem Early-Bird-Preis von 6.599 US-Dollar. Der reguläre Verkaufspreis wird mit 6.799 US-Dollar angegeben.
Lösungen von MINISFORUM und ACEMAGIC
Weitere Hersteller erweitern das Ökosystem um kompakte Systeme. MINISFORUM stellte den MS-S1 MAX-P495 vor. Im Vergleich zum Vorgängermodell MS-S1 MAX (mit Ryzen AI Max+ 395) steigt die Speicherkapazität von 128 GB auf 192 GB und die NPU-Leistung von 50 auf 55 TOPS.
Das System verfügt über eine umfangreiche Schnittstellen-Ausstattung, darunter Dual-10GbE, Wi-Fi 7 sowie zwei USB4-Anschlüsse mit 40 Gbit/s und zwei USB4-V2-Ports mit 80 Gbit/s. Preise wurden hierfür bislang nicht kommuniziert.
ACEMAGIC kündigte mit der F9A PRO 495 eine kompakte Workstation an, die ebenfalls die 192 GB LPDDR5X-Konfiguration nutzt. Das Unternehmen betonte, dass damit Modelle wie DeepSeek V4 Flash lokal betrieben werden können. Das Gerät wird im Vorverkauf für 6.499 US-Dollar angeboten, wobei der Versand für Ende Oktober 2026 geplant ist.
Zusätzlich zu diesen spezialisierten Herstellern wurden im Rahmen der IFA 2026 und in nachfolgenden Berichten im September 2026 weitere Systeme angekündigt, darunter das HP ZBook Ultra G3a mit vorinstallierter Perplexity-Software und das Lenovo ThinkCentre X Ultra, welches für eine spätere Veröffentlichung vorgesehen ist.
