Ryzen 9000: AMD reaktiviert Speicherschutz nach Community-Druck
23.06.2026 - 03:18:02 | boerse-global.de
Nach heftiger Kritik aus der Hardware-Community kündigt AMD die Rückkehr einer essenziellen Sicherheitsfunktion für seine Desktop-Prozessoren an. Der Chiphersteller bestätigte am 20. Juni 2026, dass Transparent Secure Memory Encryption (TSME), auch unter dem Namen Memory Guard bekannt, für die Ryzen-9000-Serie wiederhergestellt wird. Ein Firmware-Update soll im Juli 2026 erscheinen.
Stille Deaktivierung entdeckt
Das Fehlen der TSME-Unterstützung fiel im April 2026 dem Linux-Enthusiasten Ben Kilpatrick auf. Seine Untersuchungen zeigten: Die Funktion war im AGESA-1.2.7.0-Firmware-Update kommentarlos deaktiviert worden. Ein Flag namens "DfIsTsmeEnabled" stand auf "FALSE" – der Speicherschutz für Consumer-Hardware war damit ausgeschaltet.
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Windows-Nutzern blieb die Änderung zunächst verborgen. Linux-Anwender hingegen bemerkten sofort den Verlust jener Technologie, die Daten im Arbeitsspeicher gegen sogenannte Cold-Boot-Angriffe schützt. Branchenbeobachter vermuteten, AMD wolle mit der Streichung die Produktlinien stärker trennen und professionelle Anwender zu teureren Workstation-Chips drängen.
Community-Zoff erzwingt Kehrtwende
In sozialen Medien und Fachforen prasselte tagelang Kritik auf AMD ein. Der Vorwurf: mangelnde Transparenz. Das Unternehmen lenkte nun ein und nannte das wertvolle Feedback der Community als Hauptgrund für die Rücknahme.
Das für Juli 2026 angekündigte BIOS-Update wird die Nicht-PRO-Modelle der Ryzen-9000-Serie beim Speicherschutz wieder auf das Niveau der professionellen Pendants heben. Anwender müssen das Update über ihre Mainboard-Hersteller beziehen – sobald AMD den neuen AGESA-Code ausgeliefert hat. Eine technische Erklärung für die ursprüngliche Entfernung blieb AMD schuldig.
Weitere Neuigkeiten aus dem AMD-Kosmos
Die Kehrtwende bei der Speicherverschlüsselung fällt mit weiteren wichtigen Entwicklungen zusammen. Am 22. Juni 2026 veröffentlichte AMD offiziell FSR 4.1 für Radeon-RX-7000-Grafikkarten. Die neue Version setzt auf ein INT8-basiertes KI-Modell und wird in über 300 Spielen unterstützt. Eine schlanke Version für RDNA-3-APUs ist ebenfalls verfügbar. Besitzer der älteren RX-6000-Serie müssen sich hingegen bis Anfang 2027 gedulden.
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Sicherheitsuhr tickt: Secure-Boot-Zertifikat läuft aus
Parallel dazu beobachten Sicherheitsexperten einen kritischen Wechsel bei Secure Boot. Das Microsoft-KEK-CA-2011-Zertifikat läuft am Mittwoch, dem 24. Juni 2026, ab. Systeme, die bis dahin keine notwendigen Updates erhalten, könnten künftige Bootkit-Sperrlisten nicht mehr laden. Besonders betroffen: Hardware aus der Zeit vor 2020. Neuere Zertifikate aus dem Jahr 2023 sollen die auslaufenden 2011er-Standards ersetzen.
