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RV Fit: Anträge für Präventionsprogramm explodieren auf 65.000

Veröffentlicht: 11.07.2026 um 07:11 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Die Zahl der Anträge für das Rentenversicherungs-Programm RV Fit vervierfachte sich bis 2024. Betriebe sehen steigende Personalkosten als Herausforderung.

RV Fit: Anträge auf Präventionsprogramm steigen rasant an
Menschen in einem modernen Büro, einige mit Bildschirmen und innovativen Sehhilfen, symbolisieren Gesundheit und Technologie am Arbeitsplatz. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Waren es 2020 noch 12.000, stieg die Zahl bis 2024 auf 65.000 Anträge. Das kostenlose Programm richtet sich an Berufstätige mit ersten gesundheitlichen Problemen wie Rückenschmerzen, Stress oder Schlafstörungen.

Ziel ist es, die Erwerbsfähigkeit langfristig zu sichern – nach dem Grundsatz „Reha vor Rente“. Das Programm besteht aus einer Startphase, einer Trainingsphase und einer Auffrischung. Für die Präsenzzeiten können Arbeitnehmer von ihren Betrieben freigestellt werden.

Der Bedarf ist enorm: 2024 gaben die Krankenkassen 21,6 Milliarden Euro für Krankengeld aus. Studien des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung zeigen zudem, dass sich der Gesundheitszustand der 58- bis 65-Jährigen zwischen 2010 und 2023 verschlechtert hat.

KI-Brillen im Test: Noch nicht alltagstauglich

Ein Schwerpunkt aktueller Diskussionen ist der Einsatz Künstlicher Intelligenz am Arbeitsplatz – besonders für Menschen mit Sehbehinderungen. Auf einem Verbandstag in Weimar im Juli 2026 wurden die Chancen dieser Technologien debattiert. In Thüringen leben rund 3.100 blinde oder sehbehinderte Menschen.

KI-gestützte Brillen könnten ihnen neue Teilhabemöglichkeiten eröffnen. Doch die Praxis sieht anders aus: Tests mit Meta-Brillen (ca. 400 Euro) zeigten Verzögerungen von bis zu fünf Sekunden und Fehler bei der Texterkennung. Zudem sind solche Systeme bislang nicht als medizinische Hilfsmittel anerkannt.

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Trotzdem ist die Akzeptanz von KI in der Arbeitswelt hoch. Laut Microsoft Work Trend Index 2026 erzielen 65 Prozent der KI-Nutzer in der Schweiz Ergebnisse, die vorher nicht möglich waren. Eine KMU-Studie vom März 2026 bestätigt: 74 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen nutzen oder testen KI bereits.

Augenschutz und Hautkrebs: Neue Risiken am Arbeitsplatz

Der physische Arbeitsschutz rückt ebenfalls in den Fokus. Fachleute empfehlen für den betrieblichen Augenschutz den UV400-Standard – also 100-prozentigen UV-Schutz. Das ist relevant, weil die Weltgesundheitsorganisation im Juli 2026 aufgefordert wurde, Toxoplasmose als vernachlässigte Tropenkrankheit einzustufen. Die Infektion kann bei Befall der Augen zur Erblindung führen.

Parallel warnt die Schweizer Unfallversicherung Suva vor zunehmenden Hautkrebserkrankungen durch UV-Strahlung am Arbeitsplatz. Jährlich werden in der Schweiz rund 1.000 Fälle als Berufskrankheit anerkannt – bei insgesamt 25.000 Neuerkrankungen an hellem Hautkrebs. Besonders gefährdet: Beschäftigte im Bau, Gartenbau und Straßenunterhalt. Schutz bieten Sonnenbrillen, Kopfbedeckungen und schützende Kleidung.

Personalkosten steigen – Zuversicht bleibt

Die wachsenden Anforderungen ans Gesundheitsmanagement belasten Unternehmen finanziell und personell. Laut einer KMU-Studie aus dem Frühjahr 2026 sehen 42 Prozent der Betriebe höhere Kosten durch Personalausfälle als problematisch. Besonders die psychische Gesundheit macht Sorgen: Seit 2023 stiegen psychisch bedingte Ausfälle um zehn Prozentpunkte.

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Dennoch bleibt die Zuversicht stabil: 86 Prozent der befragten KMU erwarten, in zehn Jahren noch am Markt zu sein. Die größten Risiken? Steigende Kosten und Fachkräftemangel. Investitionen in Präventionsprogramme wie RV Fit gelten daher als strategische Maßnahme zur Sicherung der personellen Ressourcen.

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