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Russische Hacker: Google warnt vor Angriffen auf WhatsApp-Verknüpfung

Veröffentlicht am: 23.08.2026 um 20:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Russische Spionagegruppen attackieren vermehrt Authentifizierungsprozesse statt Passwörter. Google identifiziert drei Cluster und meldet Störungen.

Google warnt: Russische Hacker umgehen Zwei-Faktor-Authentifizierung
Ein beleuchteter Laptop in einem modernen Büro zeigt abstrakte digitale Netzwerkgrafiken zur Cybersicherheit. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Google Threat Intelligence Group hat neue Erkenntnisse über die operativen Taktiken russischer Cyberspionage-Akteure veröffentlicht. Einem aktuellen Bericht zufolge verlagern spezialisierte Hacker-Gruppen ihren Fokus zunehmend weg vom klassischen Diebstahl von Passwörtern hin zur Manipulation komplexer Authentifizierungs-Prozesse.

Im Zentrum der Untersuchungen stehen drei spezifische Bedrohungs-Cluster, die als UNC6293, UNC7005 und UNC5976 identifiziert wurden und verschiedene Schwachstellen in modernen Anmeldeverfahren ausnutzen.

Strategiewechsel bei russischen Spionage-Clustern

Die Experten beobachten, dass die Angreifer gezielt sogenannte Authentifizierungs-Flows attackieren. Dazu gehören unter anderem OAuth-Verfahren, App-Passwörter, Device-Code-Grants sowie die Geräteverknüpfung beim Messenger-Dienst WhatsApp. Dieser methodische Wechsel ermöglicht es den Akteuren, Sicherheitsvorkehrungen wie die Zwei-Faktor-Authentifizierung zu umgehen oder langfristigen Zugriff auf Konten zu erhalten, ohne dass die betroffenen Nutzer eine Änderung ihrer Zugangsdaten bemerken.

Einer der untersuchten Cluster, UNC5976, setzt für seine Operationen massiv auf Cloud-Infrastrukturen. Laut dem Bericht der Sicherheitsanalysten konnten im Rahmen von Gegenmaßnahmen seit März 2026 insgesamt 12 Domains gestört werden, die dieser Gruppe zugeordnet wurden.

Die Nutzung von Cloud-Ressourcen erlaubt es solchen Akteuren, ihre Aktivitäten zu skalieren und hinter legitimen Diensten zu verbergen, was die Identifizierung der Angriffe erschwert.

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Missbrauch von Messenger-Funktionen und App-Passwörtern

Besondere Aufmerksamkeit widmet der Bericht der Gruppe UNC7005. Dieser Akteur konzentrierte sich in den Monaten Mai und Juni 2026 auf den Missbrauch der WhatsApp-Geräteverknüpfung. Bei diesem Verfahren versuchen Angreifer, ein fremdes Konto mit einem eigenen Endgerät zu koppeln.

Gelingt dies, erhalten sie vollen Zugriff auf die Kommunikation des Opfers, ohne jemals das eigentliche Kontopasswort eingeben zu müssen. Diese Taktik zielt direkt auf die Vertrauensstellung zwischen verknüpften Geräten ab.

Der dritte identifizierte Cluster, UNC6293, ist den Analysen zufolge bereits seit Juni 2025 aktiv. Diese Gruppe hat sich auf den Missbrauch von App-Passwörtern spezialisiert. Dabei handelt es sich um generierte Codes, die den Zugriff auf Konten durch Anwendungen ermöglichen, die keine modernen Sicherheitsstandards unterstützen.

Da diese Passwörter oft weniger streng überwacht werden als das Hauptpasswort eines Nutzers, stellen sie für Spionagegruppen ein attraktives Ziel dar, um dauerhaft Zugriff auf E-Mails oder andere sensible Daten zu erhalten.

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Gefahren durch manipulierte Device-Code-Grants

Zusätzlich zu diesen spezifischen Taktiken warnt die Google Threat Intelligence Group vor der Manipulation von OAuth-Zertifizierungen und Device-Code-Grants. Letztere werden häufig verwendet, um Geräte wie Smart-TVs oder Mediaplayer mit einem Online-Konto zu verbinden, wenn keine direkte Tastatureingabe möglich ist. Angreifer versuchen hierbei, Nutzer zur Autorisierung eines bösartigen Geräts zu verleiten.

Die Erkenntnisse unterstreichen die Notwendigkeit für Unternehmen und Privatnutzer, nicht nur auf die Stärke von Passwörtern zu achten, sondern auch die Sicherheit der genutzten Authentifizierungs-Verfahren kritisch zu hinterfragen.

Die Abkehr von statischen Zugangsdaten hin zu tokenbasierten oder verknüpften Systemen bietet zwar mehr Komfort, eröffnet jedoch gleichzeitig neue Angriffsflächen, die von hochspezialisierten Akteuren bereits aktiv ausgenutzt werden.

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