Ruhestand, Einsamkeit

Ruhestand: Einsamkeit und Bildung bestimmen Lebensqualität mehr als Geld

Veröffentlicht am: 27.06.2026 um 03:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Forsa-Studie: Nur 44 Prozent der Beschäftigten können sich längeres Arbeiten vorstellen. Reformpläne sehen Anhebung der Altersgrenze vor.

Renten-Debatte: Umfrage zeigt gespaltene Haltung zum späteren Ruhestand
Eine Gruppe von Senioren interagiert in einem hellen, modernen Gemeinschaftsraum, einige unterhalten sich, andere nutzen Laptops. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

400 Beschäftigten zeigt: Die Bereitschaft, über das Rentenalter hinaus zu arbeiten, ist gespalten. 50 Prozent der Befragten lehnen eine verlängerte Erwerbsphase strikt ab. Nur 44 Prozent können sich grundsätzlich vorstellen, länger zu arbeiten.

Besonders die Baby-Boomer-Generation zeigt sich offener: 52 Prozent der Jahrgänge 1946 bis 1964 würden weiterarbeiten. Die Jüngeren sind skeptischer.

Immer mehr Rentner arbeiten trotzdem

In Sachsen ist der Trend bereits Realität. Über 61.500 Menschen arbeiten dort trotz Erreichen der Altersgrenze weiter. Mehr als 3.800 von ihnen sind sogar über 70 und arbeiten in Vollzeit.

Der Grund: nicht nur der Wunsch nach Engagement. Viele sind auf das Geld angewiesen. Bestandsrentner in der Region beziehen im Schnitt 1.355 Euro, Neurentner kommen auf gerade einmal 1.250 Euro.

Reformpläne: Rente mit 67,5?

Eine Expertenkommission hat 33 Vorschläge erarbeitet, um das System zu stabilisieren. Kernpunkt: Die Regelaltersgrenze soll an die Lebenserwartung gekoppelt werden. Bis 2041 könnte sie auf 67,5 Jahre steigen.

Zusätzlich ist eine verpflichtende kapitalgedeckte Rente im Gespräch. Ab 2028 sollen schrittweise bis zu 2 Prozent des Bruttolohns in einen öffentlichen Fonds fließen.

Besonders umstritten: die mögliche Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren. Das würde pro Jahrgang rund 430 Millionen Euro einsparen.

Gewerkschaften fordern das Gegenteil

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Der DGB will die Rente stabil halten – und zwar auf einem höheren Niveau. Statt 48 Prozent des letzten Bruttoeinkommens fordert der Gewerkschaftsbund 50 bis 53 Prozent. Das Ziel: bis zu 70 Prozent des letzten Nettoeinkommens.

Statt später in Rente zu gehen, schlägt der DGB Brückenlösungen vor. Etwa eine abschlagsfreie Teilrente ab 62 Jahren bei gesundheitlichen Problemen.

Was sich 2026 ändert

Zum 1. Juli steigen die gesetzlichen Renten um 4,24 Prozent. Für eine Standardrente nach 45 Beitragsjahren sind das rund 77,85 Euro mehr pro Monat.

Trotzdem: Die gesetzliche Rente ersetzt im Schnitt nur 48 Prozent des letzten Bruttoeinkommens. Private und betriebliche Vorsorge bleiben entscheidend.

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Mehr als nur Geld

Das Deutsche Zentrum für Altersfragen (DZA) zeigt: Der Ruhestand ist auch eine soziale Frage. Einsamkeit, Mediennutzung und Bildungsteilhabe bestimmen die Lebensqualität maßgeblich. Auch die räumliche Distanz zu Kindern und die Pflege durch Angehörige spielen eine zentrale Rolle.

Der Übergang in den Ruhestand wird immer mehr zum Prozess. Wer sich bewusst darauf vorbereitet, meistert die neue Lebensphase oft am besten.

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