Rufumleitung prüfen: *#21# ist kein Beleg für Spyware auf dem Handy
Veröffentlicht am: 07.11.2026 um 08:23 Uhr | Redaktion boerse-global.deÜber das normale Tastenfeld eines Smartphones lassen sich mit speziellen Tastenkombinationen tief verankerte Systeminformationen und Netzeinstellungen aufrufen. Sogenannte USSD- und Steuercodes, die meist mit einer Raute oder einem Sternchen beginnen und enden, gewähren direkten Zugriff auf Diagnosemenüs, Rufumleitungen oder Gerätekennungen.
Wie Fachberichte betonen, erfolgt die Nutzung dieser versteckten Menüs stets auf eigene Verantwortung, da viele Befehle stark vom jeweiligen Netzbetreiber und dem konkreten Gerätemodell abhängen.
Standardbefehle für Hardware, Netz und Telefonie
Zu den bekanntesten und universellsten Befehlen gehört die Kombination *#06#, über die jedes Mobiltelefon seine fünfzehnstellige Identifikationsnummer (IMEI) ausgibt. Diese Kennung ist für die Registrierung bei Netzbetreibern sowie im Falle eines Verlusts oder Diebstahls zentral. Eine weitere weit verbreitete Abfrage ist der Code *#*#4636#*#*, der ein detailliertes Testmenü für Akku-, Netzwerk- und WLAN-Parameter öffnet. Wer die eigene Telefonnummer nicht auswendig kennt, kann diese bei mehreren Betreibern über die Kurzwahl *135# abfragen, während Guthabenstände oft über Kombinationen wie *100# oder *101# abrufbar sind.
Auch das Telefonieverhalten lässt sich über Tastencodes steuern. Eine dauerhafte Unterdrückung der eigenen Rufnummer wird über *31# eingerichtet und lässt sich mit #31# wieder aufheben. Soll die Übertragung der Nummer lediglich für ein einzelnes Telefonat deaktiviert werden, genügt das Voranstellen von #31# vor der gewählten Zielnummer.
Darüber hinaus lassen sich Rufumleitungen direkt per Tasteneingabe verwalten. Bei Anbietern wie Telekom, Vodafone oder Congstar schaltet die Eingabe von **21*Zielrufnummer# eine generelle Weiterleitung ein. Spezifischere Bedingungen lassen sich mit **67*Zielrufnummer# bei besetzter Leitung, mit der Ziffernkombination 61 bei Nichtabheben sowie 62 bei Nichterreichbarkeit definieren.
Für Vertragskunden bestimmter Anbieter, wie etwa Congstar außerhalb des Prepaid-Bereichs, aktiviert *43# zudem die Anklopffunktion, während #43# diese wieder abschaltet.
Herstellerspezifische Diagnose und potenzielle Risiken
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Neben den allgemeinen GSM- und USSD-Standards existieren herstellerspezifische Codes für tiefergehende Hardwareprüfungen. Auf vielen Samsung-Geräten öffnet die Eingabe von *#0*# ein allgemeines Diagnosemenü zur Überprüfung von Sensoren und Komponenten.
Der Code *#0228# liefert beim selben Hersteller technische Werte zum Akku, darunter den aktuellen Ladezustand und die Batteriespannung in Millivolt. Für weitergehende Systemprüfungen zeigt *#3282*727336*# Anruf- und Speicherdaten an, während *#3001#12345#* einen Feldtest-Modus zur Signalanalyse startet.
Die Ausführung solcher Befehle birgt jedoch Gefahren, weshalb vor der Eingabe stets die Kompatibilität mit dem exakten Endgerät sichergestellt sein sollte. Insbesondere Rücksetzbefehle wie *#7780# sind mit Vorsicht zu behandeln: Sie leiten das Zurücksetzen auf die Werkseinstellungen ein und löschen sämtliche auf dem Gerät gespeicherten Daten. Ein solcher Schritt sollte grundsätzlich nur nach Erstellung eines vollständigen Daten-Backups erfolgen.
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Zudem warnen IT-Sicherheitsexperten vor Fehlinterpretationen vermeintlicher Sicherheitsprüfungen. Zwar zeigt beispielsweise die Eingabe von *#21# den aktuellen Status eingerichteter Rufumleitungen an, ein Nachweis für das Vorhandensein von Spyware lässt sich daraus jedoch nicht ableiten. Die tatsächliche Anzeige hängt maßgeblich von den Steuerungen des Netzbetreibers ab. Wer den Verdacht hegt, dass das eigene Smartphone kompromittiert wurde, sollte sich daher nicht auf Wählcodes verlassen, sondern reguläre Sicherheitsmaßnahmen wie Passwortänderungen oder vollständige Neuinstallationen ergreifen.
