Rüstungsbeschaffung, Merz

Rüstungsbeschaffung: Merz plant 162 Mrd. € Wehretat bis 2029

Veröffentlicht am: 31.08.2026 um 04:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Friedrich Merz will die deutsche Rüstungsbeschaffung effizienter gestalten. Zugleich sollen Etat, Drohnenabwehr und moderne Waffensysteme ausgebaut werden.

Merz plant Reform der Rüstungsbeschaffung und höhere Wehrausgaben
Leere, moderne Industriehalle einer Rüstungsproduktionsstätte mit großen Maschinen und natürlichem Lichteinfall. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Bundeskanzler Friedrich Merz strebt eine grundlegende Reform der deutschen Rüstungsbeschaffung an. In einem Interview am 30. August 2026 erklärte der Regierungschef, dass Verteidigungsprojekte künftig deutlich kosteneffizienter realisiert werden müssten. Dabei verwies er auf Erfahrungen aus der Ukraine, wo kostengünstigere Ansätze erfolgreich umgesetzt würden.

Trotz aktuell niedriger Umfragewerte betonte Merz, an seinem Reformkurs festzuhalten, wobei Verteidigungsausgaben eine klare Priorität vor anderen staatlichen Leistungen genossen.

Drastische Erhöhung des Verteidigungsetats bis 2029

Die Planungen der Bundesregierung sehen eine massive Aufstockung der Mittel für die Bundeswehr in den kommenden Jahren vor. Für das Jahr 2026 ist ein Wehretat von 82 Mrd. € vorgesehen. Dieser soll im Jahr 2027 auf 109 Mrd. € ansteigen, gefolgt von 153 Mrd. € im Jahr 2028. Bis zum Jahr 2029 wird eine Steigerung auf 162 Mrd. € angestrebt.

Damit setzt die Bundesregierung ehrgeizige Ziele im Rahmen der internationalen Verpflichtungen. Der Bundeskanzler nannte als Zielvorgabe für die NATO-Quote 3,5 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für die reine Verteidigung. Hinzu sollen weitere 1,5 % des BIP für den Ausbau und Schutz der Infrastruktur kommen.

Bereits im Herbst 2025 hatte Merz bei einem Gipfeltreffen in Kopenhagen gemahnt, dass ein massiver Bürokratieabbau notwendig sei, um die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie zu stärken, bevor neue Großprojekte initiiert werden.

Reaktion auf hybride Bedrohungen und Drohnenangriffe

Ein zentraler Auslöser für die forcierte Modernisierung ist die veränderte Sicherheitslage, insbesondere nach einem mutmaßlichen Drohnenangriff in Leipzig am 4. August 2026. Bundeskanzler Merz kündigte für die nächsten Tage eine finale Antwort auf diesen Vorfall an, die in enger Abstimmung mit der EU und der NATO erfolgt sei.

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Die Bundesregierung plane demnach, Russland für den Angriff verantwortlich zu machen. In diesem Zusammenhang bereitet die EU ein umfassendes Sanktionspaket vor, das rund 1.600 Listungen umfassen soll, aufgeteilt auf jeweils 800 Einzelpersonen und 800 Unternehmen.

Parallel dazu werden die nationalen und internationalen Abwehrmechanismen verstärkt. In Magdeburg-Kochstedt richtet die Regierung ein spezialisiertes Drohnenzentrum ein. Auf internationaler Ebene plant Innenminister Dobrindt gemeinsam mit sieben weiteren NATO-Ostseeanrainern – darunter Dänemark, Estland, Finnland, Lettland, Litauen, Polen und Schweden – eine Taskforce zur Drohnenabwehr.

Der Fokus dieser Kooperation liegt auf dem verbesserten Informationsaustausch. Insgesamt beteiligen sich neun europäische Länder an einer Initiative gegen hybride Bedrohungen, um kritische Infrastrukturen und Seekabel besser zu schützen.

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Investitionen in moderne Waffensysteme und Mobilität

Die technologische Modernisierung schlägt sich bereits in konkreten Aufträgen nieder. So wurde ein Konsortium aus Rheinmetall und MBDA mit der Entwicklung einer Laserwaffe für die Marine beauftragt. Das Vertragsvolumen beläuft sich auf 462 Mio. €, wobei der Einsatz des Systems ab dem Jahr 2029 geplant ist.

Zudem investiert die Bundeswehr in die Mobilität ihrer Einsatzkräfte an der NATO-Ostflanke. Die bestehende „Schakal“-Flotte wird um 35 weitere Fahrzeuge erweitert, basierend auf einem Gesamtauftrag von über 185 Einheiten. Die Fahrzeuge, die auf dem GTK Boxer basieren und mit einer 30-mm-Kanone sowie dem Panzerabwehrsystem MELLS ausgestattet sind, sollen ab Ende 2027 ausgeliefert werden.

Ziel dieser Beschaffung ist eine deutlich verbesserte Verlegbarkeit der Truppen in Krisensituationen. Merz bekräftigte zudem, dass die Unterstützung der Ukraine ungeachtet der nationalen Modernisierungsbemühungen fortgesetzt werde.

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