Rückenschmerzen, Kontinuität

Rückenschmerzen: Kontinuität schlägt Komplexität – 42 Minuten täglich

02.06.2026 - 12:04:51 | boerse-global.de

Millionen Deutsche leiden unter Rückenschmerzen. Experten setzen auf regelmäßige Bewegung und einfache Dehnmethoden statt Medikamente.

Rückenschmerzen: Kontinuität schlägt Komplexität – 42 Minuten täglich - Bild: über boerse-global.de
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Die Lösung liegt oft nicht im Medikamentenschrank, sondern in regelmäßiger Bewegung und gezielten Dehnübungen.

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Wenn Muskeln zur Schmerzquelle werden

Das myofasziale Schmerzsyndrom zeigt sich durch lokale Muskelverhärtungen – sogenannte Triggerpunkte – und ausstrahlende Schmerzen in Nacken, Schultern und Rücken. Die Ursachen sind vielfältig: Fehlhaltungen, Bewegungsmangel, Stress oder einseitige Überlastung.

Dr. Stephan Vinzelberg vom Sana Klinikum Berlin-Lichtenberg betont: Die Schmerzen bleiben oft nicht am Entstehungsort, sondern wandern in angrenzende Körperpartien. Neben Physiotherapie und Massagen helfen vor allem Wärme und gezielte Dehnübungen. Der Schlüssel liegt im Abbau von Stressfaktoren und regelmäßiger Bewegung.

Die Handtuch-Methode aus Japan

Ein ungewöhnlicher Ansatz verspricht Besserung: die japanische Handtuch-Methode. Entwickelt vom Mediziner Toshiki Fukutsudzi, handelt es sich um eine einfache Ausrichtungsübung. Ein gerolltes Handtuch kommt unter den unteren Rücken – fünf Minuten täglich sollen reichen.

Dr. Melissa Leber vom Mount Sinai Krankenhaus bestätigt: Die Übung stärkt die Rumpfmuskulatur und kann bei Rückenschmerzen unterstützen. Allerdings: Eine Garantie für Gewichtsverlust gibt es nicht. Und Patienten mit Spinalkanalstenosen oder Facettengelenkserkrankungen sollten besser die Finger davon lassen.

Regelmäßigkeit schlägt Komplexität

Muss man bis zum Muskelversagen trainieren? Nein, sagt eine Analyse der McMaster University. Die Auswertung von 137 Studien mit über 30.000 Teilnehmern zeigt: Kontinuität ist der wichtigste Erfolgsfaktor.

Der größte gesundheitliche Nutzen entsteht bereits zu Beginn einer regelmäßigen Routine. Die Forscher empfehlen eine ausgewogene Kombination aus Ernährung, ausreichend Schlaf und moderater Bewegung – etwa 42 Minuten täglich.

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System in der Krise

Während die Therapie Fortschritte macht, steht die Versorgung unter Druck. Die Deutsche Schmerzgesellschaft warnt: Geplante Reformen der gesetzlichen Krankenversicherung könnten 22 Prozent der Kliniken mit Schmerzfachabteilungen gefährden. Millionen Patienten wären betroffen.

Auch rechtlich wird der Nachweis chronischer Schmerzen immer schwieriger. Das Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen entschied Ende Mai: Für eine Erwerbsminderungsrente muss die chronische Schmerzerkrankung voll bewiesen sein. Ein Wirbelsäulensyndrom allein reicht nicht – es braucht lückenlose Dokumentation und objektivierbare Befunde.

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