Rückenschmerzen: Cannabis-Medikament Exilby jetzt in Deutschland zugelassen
17.06.2026 - 14:08:04 | boerse-global.de
Mitte Juni 2026 zeigen mehrere klinische Studien signifikante Fortschritte bei degenerativen Knochen- und Gelenkerkrankungen. Im Fokus stehen neue Darreichungsformen und erweiterte Therapieansätze.
Orale Tablette als Injektionsersatz
Auf dem Fachkongress ENDO 2026 in Chicago präsentierten Forscher Phase-1-Daten zu EB613. Die Einzeltablette gegen Osteoporose basiert auf der N-Tab®-Plattform und erreicht ein pharmakokinetisches Profil, das mit herkömmlichen Injektionen vergleichbar ist.
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Das überzeugt auch die Patienten: 14 von 15 Studienteilnehmern bevorzugten die orale Einnahme gegenüber der Spritze. Eine Phase-3-Studie mit rund 750 Patientinnen ist bereits in Planung. Finale Ergebnisse werden für die zweite Jahreshälfte 2028 erwartet.
Ähnliche Plattform-Technologien werden derzeit auch für Hypoparathyreoidismus und Adipositas geprüft. Für den Wirkstoffkandidaten EB612 soll noch 2026 ein Zulassungsantrag für klinische Studien folgen.
Cannabis gegen chronische Rückenschmerzen
Anfang Juni 2026 erteilte das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) die Zulassung für Exilby. Es ist das erste cannabisbasierte Fertigarzneimittel in Europa, das spezifisch gegen chronische Rückenschmerzen zugelassen wurde.
In Phase-3-Studien mit 820 Probanden zeigte sich eine Schmerzreduktion um 1,9 Punkte auf der Bewertungsskala – die Placebogruppe erreichte lediglich 1,4 Punkte. Ein Abhängigkeitspotenzial wurde nicht festgestellt. Die Markteinführung in Deutschland und Österreich ist für September 2026 geplant.
Rheuma-Prävention und Muskelerhalt
Aktuelle Auswertungen vom Juni 2026 zeigen: Der Wirkstoff Abatacept kann das Risiko einer voll ausgeprägten rheumatoiden Arthritis deutlich senken. Über zwei Jahre eingesetzt, fiel die Wahrscheinlichkeit von etwa 50 auf 20 Prozent.
Parallel dazu rückt der Erhalt der Muskelmasse bei entzündlichen Gelenkerkrankungen in den Fokus. Das Unternehmen Istesso startete im Juni 2026 eine randomisierte, doppelblinde Phase-2-Studie mit Leramistat. Der Wirkstoff zielt auf Sarkopenie – den übermäßigen Muskelabbau infolge rheumatoider Arthritis.
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Neue Wege in Chirurgie und Versorgung
In Österreich ist seit Anfang 2025 eine spezialisierte Trainingstherapie auf ärztliche Anordnung auch ohne vorherigen Krankenhausaufenthalt möglich. Die Kosten übernimmt allerdings nicht die gesetzliche Krankenversicherung.
Mitte Juni 2026 meldeten regionale Kliniken Erfolge bei komplexen Prothesenwechseln. Spezialisierte Implantate ermöglichen den Extremitätenerhalt selbst bei mehrfachen Lockerungen von Knie- und Hüftgelenken. Gleichzeitig gewinnen regenerative Ansätze an Bedeutung: Universelle Biologika auf Basis spezieller Stammzellen werden in mehreren klinischen Programmen auf ihr Potenzial zur Geweberegeneration untersucht.
