Rückenschmerz: Fokussierter Ultraschall greift direkt ins Gehirn ein
05.06.2026 - 17:19:26 | boerse-global.de
Jetzt testen Forscher einen radikal neuen Ansatz: fokussierten Ultraschall, der millimetergenau ins Gehirn eingreift.
Die NeuroPain-Studie am LMU Klinikum will die Schmerzverarbeitung direkt im Gehirn beeinflussen. „Das ist Präzisionsmedizin für die Schmerztherapie", erklärt Studienleiter Enrico Schulz. Die Forscher um Veronica Meedt und Dr. Daniel Keeser nutzen funktionelle MRT-Scans, um jene Hirnregionen zu identifizieren, die bei jedem Patienten individuell mit dem Schmerz verbunden sind. Anschließend stimulieren sie diese Areale mit fokussiertem Ultraschall.
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Das Verfahren zielt darauf ab, Schmerzpfade im Gehirn gezielt zu unterbrechen – ohne Operation oder Medikamente.
Bewegungstherapie schlägt manuelle Verfahren auf lange Sicht
Doch nicht nur High-Tech hilft. Eine aktuelle Meta-Analyse von González-Gómez et al. (2025) zeigt: Bewegungstherapie hat langfristig die Nase vorn.
Die Forscher werteten sechs randomisierte kontrollierte Studien mit 743 Teilnehmern aus. Das Ergebnis:
- Kurzfristig zeigten Bewegungstherapie und manuelle Verfahren kaum Unterschiede.
- Langfristig punktete die Bewegungstherapie: Sie reduzierte funktionelle Einschränkungen im Alltag signifikant besser (SMD: -0,25).
„Aktive Bewegungsansätze sind für die dauerhafte Verbesserung der körperlichen Funktionsfähigkeit zentral", so die Studienautoren.
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Zwei Wege, ein Ziel
Die Forschung zeichnet ein klares Bild: Die Zukunft der Rückenschmerzbehandlung verläuft zweigleisig. Auf der einen Seite die hochpräzise Neuromodulation per Ultraschall, die direkt ins Schmerzzentrum im Gehirn eingreift. Auf der anderen Seite die bewährte Bewegungstherapie, die Patienten aktiv einbindet und langfristig wirkt.
Manuelle Interventionen helfen kurzfristig. Die Kombination aus präzisen neurologischen Verfahren und konsequenter Bewegungstherapie scheint aber der Goldstandard für nachhaltige Besserung zu sein. Die Therapiepläne der Zukunft dürften daher noch individueller ausfallen – abgestimmt auf Beschwerdedauer und das persönliche neurobiologische Profil der Patienten.
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