Rubin CPX eingestellt: Nvidia wechselt zu Groq-Technologie
29.05.2026 - 14:19:36 | boerse-global.deDas Projekt verschwand Ende Mai 2026 von der offiziellen Roadmap – ein klares Zeichen für einen Strategiewechsel im Rechenzentrumsgeschäft.
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Lieferkette bleibt stumm – keine Bestellungen für Schlüsselkomponenten
Die Zweifel am Rubin CPX sind nicht neu. Seit Wochen fehlen Bestellungen für Leiterplatten, Substrate und den GDDR7-Speicher, der den Chip antreiben sollte. Branchenbeobachter sprechen von einer „toten Lieferkette". Ursprünglich war der Start für die zweite Hälfte 2026 geplant. Der CPX war als reiner KI-Inferenzprozessor mit 128 Gigabyte GDDR7-Speicher konzipiert. Jetzt deuten alle Signale darauf hin, dass das Projekt entweder umstrukturiert oder komplett durch eine andere Architektur ersetzt wird.
20-Milliarden-Deal mit Groq: SRAM statt GDDR7
Der Stopp des CPX hängt offenbar mit einem milliardenschweren Lizenzabkommen zusammen. Nvidia soll sich die Rechte an Groqs Language Processing Unit (LPU) gesichert haben – Berichte sprechen von rund 20 Milliarden Euro. Die LPU setzt auf SRAM (Static Random-Access Memory) statt auf GDDR7. Das passt zur neuen Strategie: Nvidia integriert die Groq-Technologie in die Rubin-Plattform. Die LPU kommt demnach mit 500 Megabyte SRAM aus. Das Unternehmen verspricht sich davon eine Senkung der KI-Inferenzkosten um bis zu 90 Prozent.
Entspannung für PC-Gamer: GDDR7 bleibt knapp, aber planbar
Die Einstellung des CPX hat einen überraschenden Nebeneffekt: Sie entlastet den Markt für PC-Grafikkarten. Weil der Rubin CPX nicht mehr um dieselben GDDR7-Speicherchips konkurriert wie die kommende GeForce-RTX-50-Serie, sinkt der Druck auf Preise und Verfügbarkeit. Frühere Befürchtungen einer „RAMpocalypse" – einer massiven Speicherknappheit – haben sich damit zumindest für den Consumer-Bereich erledigt.
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Taiwan-Investitionen steigen – TSMC rüstet auf
Trotz der Produktänderungen baut Nvidia seine Präsenz in Taiwan massiv aus. Das Unternehmen kündigte an, die jährlich Investitionen auf umgerechnet rund 135 Milliarden Euro zu erhöhen. In Taipeh entsteht mit „Constellation" ein neues Übersee-Hauptquartier. Rund 4.000 Mitarbeiter sollen dort ab 2030 arbeiten. Der taiwanesische Auftragsfertiger TSMC bleibt der alleinige Produzent für die Vera-Rubin-Architektur. TSMC bereitet derzeit die 3-Nanometer-Fertigung vor. Wegen der hohen Nachfrage von Nvidia und anderen Tech-Giganten drohen Preiserhöhungen von bis zu 15 Prozent in der zweiten Jahreshälfte 2026.
Rekordzahlen trotz Lieferketten-Problemen
Finanziell läuft es für Nvidia weiter glänzend. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 setzte der Konzern umgerechnet rund 73 Milliarden Euro um – ein Plus von 85 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Rechenzentrumssparte trug mit 67 Milliarden Euro den Löwenanteil bei. Für das zweite Quartal stellt Nvidia einen Umsatz von rund 81 Milliarden Euro in Aussicht. Doch die Probleme in der Lieferkette bleiben: Serverhersteller wie WiWynn warnen vor Engpässen bei Stromversorgung und Kühlkomponenten, die die Branche noch bis 2027 belasten könnten.
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