RSV-Impfung, STIKO

RSV-Impfung: STIKO empfiehlt Menschen ab 75 Jahren eine einmalige Dosis

Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 11:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Impfungen und Alltagsgewohnheiten stehen im Mittelpunkt der Prävention; Vitamin C verkürzt Erkältungen im Schnitt nur geringfügig.

Erkältungsschutz und Herzgesundheit: Was Ernährung und Impfungen leisten
Frisches, unverarbeitetes Gemüse auf einem Holztisch bei natürlichem Tageslicht als Symbol für gesunde Ernährung. Illustration mit AI erstellt.

Mit Beginn der Erkältungs- und Grippesaison rücken Fragen nach entzündungshemmender Ernährung und wirksamer Immunprävention wieder in den Vordergrund. Ernährungsexperten warnen dabei insbesondere vor hochverarbeiteten Lebensmitteln, die systemische Entzündungsprozesse begünstigen können – etwa im Zusammenhang mit Impfungen oder der allgemeinen Gesundheitsvorsorge, wie aus einem Bericht von nw.de vom 30. September 2026 hervorgeht.

Kein „Turbo-Knopf" fürs Immunsystem

Die Hausärztin Melanie Rose aus Beverungen stellt klar, dass es keinen schnellen Trick gibt, um die Abwehrkräfte kurzfristig zu steigern. Entscheidend seien stattdessen grundlegende Faktoren: mindestens 30 Minuten Bewegung an frischer Luft täglich, sieben bis neun Stunden Schlaf pro Nacht, möglichst wenig Dauerstress sowie eine ausgewogene Ernährung. Auch beliebte Hausmittel wie Ingwer-Shots, Goldene Milch, Kräutertees oder Knoblauch böten laut dem Bericht keinen verlässlichen Schutz vor Infekten.

Zur Vorsicht mahnt der Bericht auch bei Vitaminpräparaten: Große Studien zeigten, dass Vitamin C Erkältungen bei Erwachsenen im Durchschnitt nur um etwa 8 Prozent verkürzt – bei einer Woche Schnupfen entspricht das rund einem halben Tag.

Bei gesunden Menschen ohne nachgewiesenen Mangel verhindern Vitaminpräparate Erkältungen demnach nicht zuverlässig. Ein Bluttest auf Vitaminmangel kostet für Selbstzahler ohne medizinische Notwendigkeit etwa 30 Euro. Als wirksame und einfache Hygienemaßnahme wird zudem gründliches Händewaschen über 20 bis 30 Sekunden mit Seife genannt.

Impfungen als zentraler Baustein

Neben der Ernährung spielt die rechtzeitige Impfung eine wichtige Rolle. Die Grippeimpfung sollte idealerweise zwischen Anfang Oktober und Mitte Dezember erfolgen, da sich der Schutz erst nach 10 bis 14 Tagen vollständig aufbaut. Die STIKO empfiehlt sie unter anderem für Menschen ab 60 Jahren, Schwangere ab dem zweiten Trimester sowie weitere Risikogruppen. Für Menschen ab 75 Jahren besteht zudem eine Empfehlung zur einmaligen RSV-Impfung.

Die Pronova BKK aus Ludwigshafen rät ebenfalls zu einer frühzeitigen Grippeschutzimpfung, da sich der Impfschutz nach ihren Angaben innerhalb von etwa zwei Wochen aufbaut. Influenza könne schwer verlaufen, etwa in Form einer Lungenentzündung – besonders gefährdet seien ältere Menschen, chronisch Erkrankte und Schwangere.

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Laut der Kasse ist bislang nur jedes zehnte chronisch vorerkrankte Kind geimpft, obwohl rund ein Drittel der Krankenhausaufenthalte aufgrund von Influenza auf Kinder entfällt.

Die Impfung ist bei Haus- und Fachärzten, Kinderärzten, einigen Apotheken sowie in Unternehmen möglich; die Kosten übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung. Dr. med. Anke Hurst von der Pronova BKK betont, dass der Impfstoff keine vermehrungsfähigen Grippeviren enthält.

Herzgesundheit und Entzündungsrisiko

Auch die Deutsche Herzstiftung, der BNK und die ABDA haben acht Hebel für die Herzgesundheit benannt. In Deutschland sterben laut diesen Organisationen jährlich rund 340.000 Menschen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen – damit bleiben sie die häufigste Todesursache. Zu den genannten Risikofaktoren zählen Bluthochdruck, erhöhtes LDL-Cholesterin, Diabetes, Rauchen und Übergewicht.

Ein Rauchstopp senkt das Herzinfarktrisiko innerhalb der ersten zwei Jahre um die Hälfte, Diabetes hingegen verdoppelt das Herz-Kreislauf-Risiko. Der Kardiologe Thomas Voigtländer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung, sieht in der Kontrolle von Blutdruck-, Blutfett- und Blutzuckerwerten den Grundstein der Prävention.

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Die STIKO empfiehlt Herzpatienten und älteren Menschen zusätzlich Impfungen gegen Influenza, Pneumokokken, Corona und RSV. Patienten mit Bluthochdruck können ihre Werte einmal innerhalb von zwölf Monaten kostenlos in der Apotheke kontrollieren lassen, sofern mindestens ein Blutdrucksenker verordnet wurde.

Spezialfälle: Endometriose und Glutenunverträglichkeit

Die Ernährungsberaterin Ellen Weber von santé24 weist darauf hin, dass Ernährung Endometriose nicht heilen, aber Symptome lindern kann. Empfohlen werden mediterrane Kost mit Früchten, Gemüse, Vollkorn, hochwertigen Pflanzenölen, Hülsenfrüchten, Nüssen, Fisch und moderaten Milchprodukten sowie Omega-3-Fettsäuren aus fettreichem Fisch, Lein- und Chiasamen sowie Lein- und Rapsöl.

In der Schweiz ist nach diesen Angaben ungefähr jede zehnte Frau von Endometriose betroffen, wobei jede zweite Betroffene zunächst die Fehldiagnose Reizdarm erhält. Eine allgemeingültige Endometriose-Diät existiere nicht.

Beim Thema Gluten warnt Prof. Peter Hasselblatt von der Magen-Darm-Ambulanz des Universitätsklinikums Freiburg vor unnötigem Verzicht: Eine streng glutenfreie Ernährung sei nur bei Zöliakie lebensnotwendig.

Für Gesunde biete sie keinen Mehrwert, berge aber Risiken wie einseitige Ernährung, einen höheren Fett- und Zuckergehalt glutenfreier Produkte sowie laut Studien möglicherweise ein leicht erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko durch den Verzicht auf Vollkorn.

Bei Beschwerden wie chronischer Müdigkeit, Hautausschlägen oder Bauchproblemen sollte zunächst eine Zöliakie per Bluttest ausgeschlossen werden, bevor ein mehrwöchiger Selbstversuch mit glutenfreier Kost erwogen wird.

Fermentierte Lebensmittel und Salzkonsum im Blick der Forschung

Eine Übersichtsarbeit in Nature Reviews Microbiology, an der Teams der University of Pennsylvania und der Jeonbuk National University in Südkorea beteiligt waren, untersuchte die Mund-Darm-Achse im Zusammenhang mit fermentierten pflanzlichen Lebensmitteln wie Kimchi oder Sauerkraut.

Demnach schützen ballaststoffreiche Strukturen Mikroorganismen und ermöglichen ihnen ein längeres Verweilen auf Schleimhautoberflächen, wie Mitautor Dongyeop Kim erläutert.

Hyun Koo von Penn Dental Medicine betont, dass es nicht darum gehe, fermentierte Lebensmittel als Therapie zu behaupten, sondern zu verstehen, wie sie im Rahmen der Präzisionsernährung künftig entwickelt und geprüft werden könnten.

Ein Forscherteam der Huazhong University in Wuhan wertete zudem Daten von fast 440.000 Menschen aus und fand einen Zusammenhang zwischen hohem Salzkonsum und psychischer Gesundheit: Wer Mahlzeiten praktisch immer nachsalzt, erkrankte den Ergebnissen zufolge mit 37 Prozent höherer Wahrscheinlichkeit an einer Depression als Menschen, die konsequent auf den Salzstreuer verzichten. Die Forscher vermuten zudem, dass starker Salzkonsum mit schnellerer biologischer Alterung zusammenhängen könnte, wie rheinpfalz.de berichtete.

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