RSQ-020: Wirkstoffkandidat baut Tau-Aggregate in Gehirnproben ab
Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 10:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Präklinische Untersuchungen eröffnen neue Perspektiven für die Erforschung von Therapien gegen neurodegenerative Erkrankungen. Im Zentrum der wissenschaftlichen Arbeiten steht der Wirkstoffkandidat RSQ-020, der gezielt auf pathologische Ablagerungen des Tau-Proteins ausgerichtet ist.
Entwickelt und erprobt wird die Substanz von einem griechischen Forscherteam unter der Leitung von Dr. George Skretas. An dem Vorhaben arbeiten das Biomedical Sciences Research Center „Alexander Fleming“, die National Hellenic Research Foundation sowie das Biotech-Unternehmen ResQ Biotech zusammen.
Kognitive Effekte im Tiermodell und Abbau von Proteinaggregaten
In präklinischen Versuchsreihen an Fruchtfliegen zeigte RSQ-020 deutliche Auswirkungen auf kognitive Leistungen. Bei Tieren, die infolge von neurodegenerativen Veränderungen ihre Lern- und Gedächtmisfähigkeiten bereits verloren hatten, restaurierte die Verabreichung des Moleküls diese Funktionen. Die beobachtete therapeutische Wirkung hielt zudem auch nach dem Absetzen der Substanz weiter an.
Darüber hinaus überprüften die Forschenden die Wirksamkeit von RSQ-020 an Gewebeproben aus Gehirnen von Verstorbenen. In diesen Laboruntersuchungen baute der Wirkstoffkandidat bereits bestehende Proteinaggregate ab.
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Dieser Effekt beschränkte sich nicht auf Proben von Alzheimer-Patienten, sondern zeigte sich auch bei Gewebe von Personen, die an der Pick-Krankheit oder an progressiver supranukleärer Blickparese gelitten hatten. Damit adressiert das Molekül ein breiteres Spektrum an neurodegenerativen Erkrankungen, die durch fehlerhafte Tau-Proteine gekennzeichnet sind.
Nächste Entwicklungsphasen und klinische Zeitpläne
Als nächster Entwicklungsschritt für RSQ-020 sind Tests an Mausmodellen vorgesehen. Die Durchführung dieser Versuchsreihen erfordert jedoch eine zusätzliche Finanzierung. Dr. George Skretas schätzt, dass bei positiven Ergebnissen in den anstehenden Maus-Studien der Übergang zu ersten klinischen Prüfungen am Menschen innerhalb von drei Jahren möglich sein könnte.
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Die bisherige Entwicklung stützt sich bereits auf eine Kombination aus öffentlicher Forschungsförderung und privaten Mitteln. Im Jahr 2024 erhielt das Projekt eine Proof-of-Concept-Förderung des Europäischen Forschungsrats (ERC). Im selben Jahr beteiligte sich zudem der Investor Lars Rasmussen, ein Mitgründer des Kartendienstes Google Maps, an der Finanzierung des Vorhabens.
Fachkonferenz zur Proteinfaltung in Athen
Die Mechanismen der Proteinaggregation und Fehlfaltung stehen im Fokus der internationalen Fachwelt. Vom 12. bis zum 15. Oktober 2026 findet im Airotel Stratos Vassilikos in Athen eine internationale Konferenz zum Thema Proteinfaltung statt. Im Rahmen dieser Fachtagung ist für den 12. Oktober um 15 Uhr eine öffentliche Informationsveranstaltung angesetzt, bei der Einblicke in aktuelle Forschungsansätze gegeben werden.
