Rotklee gegen Hitzewallungen: Neun Studien zeigen moderaten Effekt
Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 06:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In der medizinischen Fachdiskussion werden verstärkt traditionelle Hausmittel und phytotherapeutische Ansätze als ergänzende Optionen zur Blutdruckregulierung bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen thematisiert. Berichte aus dem September 2026 verdeutlichen, dass neben klassischen pharmazeutischen Therapien auch pflanzliche Wirkstoffe und überlieferte Rezepturen auf ihr Potenzial zur Unterstützung der Gefäßgesundheit untersucht werden.
Hausmittel und Ansätze der Traditionellen Chinesischen Medizin
Einfache häusliche Anwendungen umfassen beispielsweise die Verwendung von in Essig eingelegten Erdnüssen. Nach einer Einweichzeit von etwa einer Woche sollen diese laut entsprechenden Fachberichten dazu beitragen können, den Blutdruck zu senken, wobei die Wirkung individuell stark variieren könne.
Auch Sellerieblätter-Suppe wird aufgrund ihres Gehalts an Vitamin C und Ballaststoffen als unterstützend genannt, wobei hierzu keine konkreten Dosierungsempfehlungen vorliegen.
Im Bereich der chinesischen Kräuterkunde werden Pflanzen wie Anoectochilus (???) und Pseudostellaria (???) zur Senkung von Lipiden und zur Blutdruckregulierung angeführt. Anoectochilus enthalte Flavonoide und wirke antioxidativ, sei jedoch für Personen mit empfindlichem Magen-Darm-Trakt oder unmittelbar vor dem Schlafengehen weniger geeignet.
Pseudostellaria werde zur Stärkung der Immunität und Regulierung des Blutdrucks eingesetzt, wobei Experten hier eine ärztliche Rücksprache sowie Vorsicht bei Übermüdung empfehlen.
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Ein bereits zur Behandlung von Bluthochdruck zugelassenes chinesisches Kräuterpräparat sind die sogenannten Fulinghua-Kapseln (?????). Diese sollen Symptome wie Kopfschmerzen, Schwindel und Herzklopfen lindern. Fachleute weisen jedoch darauf hin, dass eine tatsächliche Heilung von Bluthochdruck durch dieses Präparat umstritten sei. Zudem erfordere die Anwendung eine Langzeittherapie, was mit vergleichsweise hohen Kosten verbunden sein könne.
Klinische Evidenz bei Herzerkrankungen und Myokardhypertrophie
Für die traditionelle Rezeptur Shexiang Baoxin Wan (?????), die bereits seit der Qing-Dynastie bei Herzerkrankungen Anwendung findet, liegen differenzierte Einschätzungen vor. Die Mischung aus verschiedenen pflanzlichen und tierischen Bestandteilen soll blutaktivierend und beruhigend wirken.
Berichten zufolge fehlen jedoch ausreichende klinische Belege dafür, dass dieses Mittel eine Herzvergrößerung (Myokardhypertrophie) heilen kann. Eine Linderung sei allenfalls bei leichten, durch Qi-Stagnation bedingten Formen möglich. Fachleute raten hier dringend zur Kombination mit modernen Therapieverfahren unter Anleitung spezialisierter Mediziner.
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Auch die Weißdornfrucht (Crataegus) bleibt Gegenstand der Forschung. Während sich phytotherapeutische Anwendungen meist auf Extrakte aus Blättern und Blüten konzentrieren, bewertete eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2025 die Früchte als wertvolle Quelle für bioaktive Pflanzenstoffe wie Flavonoide und Polyphenole. Dennoch gebe es bislang nur wenige qualitativ hochwertige Untersuchungen am Menschen, welche die Wirkung der Früchte isoliert belegen.
Phytotherapie bei hormonell bedingten Beschwerden und Marktsituation
Ein weiterer Bereich der pflanzlichen Therapie betrifft den Rotklee (Trifolium pratense), dessen Isoflavone als Phytoöstrogene wirken. Eine Metaanalyse aus dem Jahr 2026, die neun randomisierte kontrollierte Studien mit Frauen zwischen 40 und 65 Jahren untersuchte, zeigte bei Dosen von 37,1 bis 160 mg Isoflavonen pro Tag einen moderaten signifikanten Effekt auf die Häufigkeit von Hitzewallungen. Die Verbraucherzentrale gibt jedoch zu bedenken, dass die aktuelle Studienlage für eine allgemeine Empfehlung noch nicht ausreiche.
Kritisch wird zudem die regulatorische Situation auf dem Markt für Nahrungsergänzungsmittel gesehen. Andreas Hensel, Präsident der Gesellschaft für Phytotherapie an der Universität Münster, erklärte gegenüber der dpa, dass allein im Jahr 2025 mehr als 30.000 neue Nahrungsergänzungsmittel in Deutschland auf den Markt kamen – ohne vorherige behördliche Prüfung.
Wissenschaftler und Verbraucherschützer warnten in einem Schreiben an die Bundesministerien vor Qualitäts- und Sicherheitsproblemen bei sogenannten Botanicals. Sie fordern strengere Dokumentationspflichten sowie eine bessere Kontrolle irreführender Gesundheitsversprechen, ähnlich den Modellen in Frankreich oder Belgien.
