Roter, Ginseng

Roter Ginseng: Studie mit 90 Probanden misst 9,86 mmHg weniger Blutdruck

Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 09:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Bei 90 Teilnehmenden gingen Blutdruckwerte unter Ginseng zurück; die Autoren sehen ihn als Ergänzung, nicht als Ersatz für Medikamente.
Getrocknete Ginsengwurzeln liegen auf einem hölzernen Untergrund in einem hellen, ruhigen Raum. Illustration mit AI erstellt.

Kardiovaskuläre Erkrankungen gehören weltweit zu den führenden Gesundheitsrisiken, wobei ein erhöhter Blutdruck oft schleichend verläuft. Ein internationales Forscherteam aus Südkorea und Kanada hat in einer Untersuchung analysiert, welche Effekte speziell verarbeiteter koreanischer Ginseng auf den Blutdruck bei beginnender Hypertonie haben kann.

Die in der Fachzeitschrift Nutrients publizierten Ergebnisse deuten darauf hin, dass bestimmte Zubereitungen der Arzneipflanze messbare blutdrucksenkende Eigenschaften aufweisen.

Signifikante Senkung von systolischen und diastolischen Werten

Im Rahmen der klinischen Untersuchung begleiteten die Wissenschaftler 90 freiwillige Probanden über einen Zeitraum von drei Monaten. Die Teilnehmenden erhielten Präparate, die täglich circa 40 mg des Ginsenosids Rg3 enthielten, oder ein Placebo. Bei der Auswertung der kardiovaskulären Parameter zeigten sich deutliche Unterschiede zwischen den Versuchsgruppen.

In der Gruppe, die roten Ginseng einnahm, sank der systolische Blutdruck um 9,86 mmHg, während in der Gruppe mit weißem Ginseng eine Reduktion um 7,27 mmHg gemessen wurde. Im Gegensatz dazu verzeichnete die Placebogruppe einen Anstieg des systolischen Werts um 5,03 mmHg.

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Auch bei den diastolischen Messwerten dokumentierten die Forscher einen Rückgang: Unter der Gabe von weißem Ginseng verringerte sich der Wert um 5,27 mmHg, bei rotem Ginseng lag die Senkung bei 6,32 mmHg.

Zusatzmittel statt Medikamentenersatz

Trotz der positiven Messwerte ordnen die Studienautoren das Potenzial der Heilpflanze zurückhaltend ein. Sie bewerten den standardisierten Ginseng als ein mögliches Zusatzmittel zur Vorbeugung und besseren Kontrolle von Hypertonie, betonen jedoch ausdrücklich, dass das pflanzliche Mittel keinesfalls als Ersatz für ärztlich verschriebene Medikamente dienen kann. Um die Langzeitwirkung und die Mechanismen fundierter zu belegen, fordern die Wissenschaftler zudem weiterführende und größere klinische Studien.

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Die Relevanz einer frühzeitigen Intervention hob das Forscherteam unter Verweis auf frühere wissenschaftliche Erhebungen hervor. Diesen Angaben zufolge könnte eine rechtzeitige Behandlung von Bluthochdruck jährlich über 518.000 Todesfälle verhindern. Die neuen Daten liefern damit einen weiteren Ansatzpunkt für die komplementärmedizinische Forschung, um beginnenden kardiovaskulären Risikofaktoren frühzeitig entgegenzuwirken.

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