Rosenkranzmonat Oktober: Papst Leo XIV. ruft in Lourdes zum Friedensgebet
Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 15:45 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Rosenkranzgebet blickt auf eine jahrhundertelange Tradition zurück und verbindet religiöse Praxis mit gesellschaftlichen Friedensappellen. Am 27. September 2026 rief Papst Leo XIV. im französischen Wallfahrtsort Lourdes dazu auf, den traditionellen Rosenkranzmonat Oktober dem Gebet für den weltweiten Frieden zu widmen.
Die Initiative greift eine spirituelle Praxis auf, die von internationalen Hilfswerken und kirchlichen Medien genutzt wird, um Zeichen gegen kriegerische Konflikte zu setzen.
Gebetsauftakt im Vatikan und die Frankreichreise
Der Auftakt des Rosenkranzmonats findet in den Vatikanischen Gärten an der dortigen Lourdesgrotte statt. Für die Zusammenkunft von 18:00 bis 19:15 Uhr wurden am 1. Oktober 2026 zwischen 700 und 1.000 Kinder aus römischen Schulen und Pfarren erwartet. Papst Leo XIV. bat darum, dieses Gebet gezielt für ein Ende kriegerischer Auseinandersetzungen und für Frieden unter den Völkern abzuhalten.
Der Aufruf steht in engem Zusammenhang mit der fünften Apostolischen Auslandsreise des Kirchenoberhaupts, die nach Frankreich führte. Bei der Generalaudienz zog der Papst Bilanz über die viertägige Reise mit den Stationen Paris, Lourdes und Metz, die unter dem Leitmotiv der Wiedergeburt und dem Reisemotto stand, dass die Welt das Leben habe.
Zu den Stationen zählten eine Messe auf der Place de la Concorde mit nach offiziellen Angaben bis zu 800.000 Teilnehmenden sowie ein Treffen mit sieben Betroffenen sexuellen Missbrauchs in Lourdes. In Metz unterzeichneten Vertreter verschiedener Religionsgemeinschaften zudem den sogenannten Aufruf von Metz, der sich ausdrücklich dem interreligiösen Dialog und dem friedlichen Zusammenleben widmet.
Weltweite Initiativen binden Kinder und Medien ein
Begleitend zum päpstlichen Aufruf organisieren Hilfswerke weltweite Gebetsaktionen. Die Stiftung Kirche in Not führt vom 1. bis 7. Oktober 2026 die Aktion „Eine Million Kinder beten den Rosenkranz“ durch.
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Allein in Österreich beteiligen sich laut der dortigen Organisation mehr als 1.000 Kinder in Dutzenden Pfarren an der Initiative. Im Vorjahr 2025 verzeichnete das Hilfswerk international eine Rekordbeteiligung von mehr als 1,2 Millionen registrierten Teilnehmenden.
Flankiert werden die Friedensinitiativen durch mediale Angebote. Der Sender Radio Maria gestaltet ab dem 1. Oktober 2026 täglich um 18:20 Uhr ein gemeinsames Rosenkranzgebet von Bischöfen mit Hörern. Zum Auftakt übernahm Generalvikar Christoph Schwarz die Gestaltung, für den 3. Oktober wurde die Teilnahme von Kardinal Schönborn angekündigt.
Historische Wurzeln des Rosenkranzfestes
Die Tradition des Rosenkranzmonats Oktober geht historisch auf das Kirchenfest Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz zurück, das am 7. Oktober begangen wird. Der Ursprung dieses Gedenktages liegt in der Seeschlacht von Lepanto am 7. Oktober 1571. In der Folge dieses historischen Ereignisses wurden zwölftausend christliche Galeerensträflinge von türkischen Bänken befreit.
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Papst Pius V. stiftete daraufhin das Fest der Heiligen Maria vom Sieg. Sein Nachfolger Gregor XIII. wandelte die Feier im Jahr 1573 offiziell in das Rosenkranzfest um.
Während die Ursprünge historisch mit militärischen Konflikten der Frühen Neuzeit verknüpft sind, verlagert sich die moderne Praxis zunehmend auf den Aspekt der inneren Einkehr, des gesellschaftlichen Zusammenhalts und der friedensstiftenden Mobilisierung über Konfessionsgrenzen hinweg.
