ROSEE, Freiberg

ROSEE in Freiberg: Lieferroboter legt erstmals 25 Kilometer bis Dresden zurück

Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 02:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ein deutscher Forschungsroboter bewältigte erstmals 25 Kilometer; zugleich erproben Städte und Unternehmen autonome Zustellung in Europa, den USA und Asien.

Autonome Lieferroboter: Praxistests und Ausbau in mehreren Ländern
Ein ruhiger, gepflasterter Gehweg in einem modernen Wohngebiet bei Dämmerung, ohne Personen oder Fahrzeuge. Illustration mit AI erstellt.

Zahlreiche Kommunen und Logistikdienstleister evaluieren und erweitern derzeit den Einsatz autonomer Systeme für die Auslieferung von Mahlzeiten und Paketen. Weltweite Pilotprojekte und Testreihen auf Gehwegen und Straßen erproben die Zuverlässigkeit, Sicherheit sowie die regulatorischen Rahmenbedingungen für die automatisierte Zustellung auf der letzten Meile.

Praxistests und Forschung in Europa

In Deutschland testete die TU Bergakademie Freiberg am 7. Oktober 2026 ihren Lieferroboter ROSEE auf einer Überlandstrecke. Das Fahrzeug legte dabei erstmals eine Distanz von 25 Kilometern von Freiberg nach Dresden zurück.

Der Start erfolgte um 7:15 Uhr am RoboLab, die Ankunft am 4transferLab in Dresden um 18:50 Uhr bei einer Geschwindigkeit von rund 5 km/h. Das System bewegte sich teils autonom; bei zu starkem Abendverkehr stieg das Team auf die Straßenbahn bis Neustadt um.

Zuvor war der Roboter lediglich auf dem Campus sowie im Stadtzentrum Freibergs unterwegs gewesen. Auf unbekanntem Terrain griff das Forschungsteam bei Systemgrenzen ein. Professor Sebastian Zug erklärte, dass Realsituationen aufzeigen würden, wo der Roboter Unterstützung benötige, und Praxistests die Zuverlässigkeit belegen.

Ein weiterer Test ist für das Jahr 2027 geplant, dann möglichst vollständig autonom. Bislang existieren in Deutschland keine klaren gesetzlichen Vorgaben für den kommerziellen Einsatz; nach Angaben von Starship Technologies sind derzeit nur befristete Versuche mit Sondergenehmigungen möglich.

In Großbritannien weiten Dienstleister ihre Testzonen aus. Deliveroo testet in Milton Keynes gemeinsam mit Coco Robotics vollelektrische Lieferroboter für die Kurzstreckenlogistik, wie die Stadtverwaltung bestätigte. Die Einheiten verkehren mit Schrittgeschwindigkeit auf Gehwegen und nutzen Sensoren sowie autonome Navigation.

Die stellvertretende Leiterin des Milton Keynes City Council, Lauren Townsend, wies darauf hin, dass dies bereits der zweite autonome Lieferversuch für die Stadt sei, nachdem Milton Keynes bereits zuvor als erste Stadt Roboter von Starship Technologies eingesetzt hatte. Starship meldete im April 2026 weltweit bereits über 10 Millionen Lieferungen.

Parallel dazu binden der Lebensmitteleinzelhändler Morrisons und der Lieferdienst Just Eat Roboter von Starship Technologies in Cambourne in der Grafschaft Cambridgeshire ein, womit über 12.000 Einwohner erreicht werden können.

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Der Roboter legte erstmals 25 Kilometer von Freiberg nach Dresden zurück — teils autonom, bei zu starkem Abendverkehr griff das Forschungsteam ein. Solche Realtests zeigen, wo die Technik heute trägt und wo Kommunen nachsteuern müssen. Unser kostenloser Leitfaden fasst in 3 Schritten zusammen, wie Sie einen eigenen Pilotversuch aufsetzen. Praxis-Leitfaden autonome Lieferroboter jetzt anfordern

Für Just Eat handelt es sich um das erste Gebiet ohne traditionellen Lieferdienst. Insgesamt nutzen vier Morrisons-Standorte die Technik: Cambourne sowie drei Morrisons-Daily-Filialen in Sunderland und Milton Keynes. Charlotte Exell von Morrisons erklärte hierzu, dass Bestellungen aus Cambourne ausschließlich per Roboter bedient werden.

Im nahegelegenen Stevenage untersucht das Hertfordshire County Council im Rahmen eines Versuchs mit Starship-Robotern Aspekte wie Sicherheit, Barrierefreiheit, Betriebsleistung und Umweltvorteile. Die rund 70 Zentimeter langen Roboter bieten Platz für zwei Einkaufstaschen und überqueren Straßen teils mit Unterstützung von Passanten. Die Kosten des Versuchs trägt das Unternehmen.

Ausbau in den USA und Asien

Auch in den Vereinigten Staaten prüfen Städte und Unternehmen autonome Zustellkonzepte. Im Stadtrat von St. Petersburg in Florida brachte Stadträtin Deborah Figgs-Sanders nach Reiseeindrücken einen Prüfantrag für autonome Essenslieferdienste ein, der an zuständige Ausschüsse überwiesen wurde. Sie hob Vorzüge wie eine Reduktion des CO2-Ausstoßes und Hilfen für Restaurants hervor, verwies jedoch auch auf offene Fragen bezüglich Gehwegnutzung bei Außengastronomie und Diebstahlgefahren. In den USA arbeitet unterdessen Serve Robotics bereits mit Uber Eats und 7-Eleven zusammen.

Darüber hinaus kooperieren Arrive AI und Rivo bei der Einbindung von Arrive Points in eine autonome Lieferplattform, beginnend mit einem Pilotprogramm auf Golfanlagen in Palm Beach, Florida. Rivo-Technologiechef Jonathan Owen bezeichnete das Vorhaben als Schritt hin zu skalierbarer Autonomie im Gastgewerbe in Südflorida.

Im Bereich der Drohnenzustellung eröffnete Manna Air Delivery nach ersten Schritten in Tulsa, Oklahoma, drei weitere Einsatzbasen in der Stadt mit einer Kapazität von jeweils bis zu 24 Lieferungen pro Stunde.

Das Unternehmen absolvierte in sieben Jahren fast 400.000 kommerzielle Flüge. Für schwere Lasten meldete Aurora Innovation für den September 2026, dass betreute Fahrzeuge unter anderem für McLane und Werner annualisiert über 225.000 Meilen erreichten.

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In Deutschland fehlen bislang klare gesetzliche Vorgaben für den kommerziellen Einsatz autonomer Lieferroboter — befristete Versuche laufen nur mit Sondergenehmigung. Wer jetzt plant, sollte den rechtlichen Rahmen kennen, bevor Kosten entstehen. Der Leitfaden zeigt, welche Genehmigungen nötig sind und wie Sie Sicherheit und Barrierefreiheit auf Gehwegen bewerten. Rechtlichen Rahmen-Check jetzt sichern

In Asien setzt Shenzhen fahrerlose Robovans des Herstellers Neolix ein. Um den Tagesverkehr zu entlasten, beliefern die bis zu 45 km/h schnellen Fahrzeuge Großmärkte für Frischware im Longgang-Distrikt während der Nachtstunden.

Neolix betreibt mit 27.000 Einheiten die weltweit größte Flotte autonomer Lieferwagen. Zudem fusionierte Cainiao mit Zelos zu einer Flotte von mehr als 20.000 Fahrzeugen, während der Lieferdienst Meituan Kooperationen im Bereich humanoider Robotik zur Erweiterung autonomer Systeme vertieft.

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