Rosazea: Ohrakupressur steigert den Behandlungserfolg nach acht Wochen
Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 09:43 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Behandlung der chronisch-entzündlichen Hauterkrankung Rosazea stützt sich primär auf medikamentöse Therapien, stößt bei der anhaltenden Symptomkontrolle jedoch mitunter an Grenzen.
Eine im Fachjournal JAMA Dermatology veröffentlichte Untersuchung des Second Affiliated Hospital der Xi'an Jiaotong University unter Leitung von Prof. Wu Jiawen analysiert den Nutzen einer gerätefreien Ohrakupressur als ergänzende Maßnahme zur pharmakologischen Standard-Erstlinientherapie.
Die klinischen Daten, über die Fachmedien am 14. Oktober 2026 berichteten, liefern detaillierte Einblicke in akute und langfristige Effekte der gezielten Stimulation.
Anhaltende Stabilisierung und Entzündungshemmung bis Woche 20
Im Mittelpunkt der Auswertungen stehen die längerfristigen Krankheitsverläufe der Probanden. Nach Abschluss der primären achtwöchigen Interventionsphase zeigte die aktiv behandelte Gruppe auch in Woche 20 signifikant niedrigere Werte beim Investigator's Global Assessment (IGA) sowie beim Clinical Erythema Assessment im Vergleich zur Kontrollgruppe.
Neben den rein optischen Befunden dokumentierten die Forscher spezifische Veränderungen im Serum. In der Verumgruppe sank die Konzentration zentraler Entzündungs- und Schmerzmediatoren deutlich stärker: Die Laborparameter wiesen einen ausgeprägteren Rückgang von Serum-Cathelicidin, dem Calcitonin Gene-Related Peptide (CGRP) sowie von Tumornekrosefaktor-alpha (TNF-?) und Interleukin-6 (IL-6) auf.
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Unmittelbar nach der Anwendung beobachteten die Wissenschaftler zudem eine rasche Entlastung: Eine gezielte Reizung linderte das Gesichtsbrennen innerhalb kurzer Zeit. Eine sofortige Gefäßverbesserung trat bei 59,3 % der Patienten in der Aktivgruppe auf, verglichen mit 7,4 % in der Sham-Gruppe.
Methodik der kontrollierten Interventionsstudie
Die Untersuchung wurde als Sham-kontrollierte Single-Center-Studie mit insgesamt 204 Teilnehmern durchgeführt, die zu gleichen Teilen auf eine Aktiv- und eine Kontrollgruppe aufgeteilt wurden (jeweils 102 Patienten). Zur Intervention kamen Samen der Heilpflanze Vaccaria segetalis zum Einsatz, die bilateral im Bereich des Cavum conchae angebracht wurden. Die Anwendung erfolgte dreimal täglich über einen Zeitraum von jeweils 30 Sekunden.
Während die aktive Gruppe eine gezielte Stimulation aurikulärer neuroregulatorischer Regionen erhielt, erfolgte in der Kontrollgruppe eine nicht-gezielte Scheinintervention.
Nach acht Wochen regulärer Anwendung erreichten 56,9 % der Teilnehmer in der Aktivgruppe einen IGA-Erfolg (Score 0 oder 1), während der Anteil in der Sham-Gruppe bei 35,3 % lag (Relatives Risiko 1,61; Number Needed to Treat: 5). Neben den klinischen Parametern verbesserte sich auch die Lebensqualität der Patienten messbar.
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Hohe Verträglichkeit und interdisziplinäre Entwicklung
Die gerätefreie, bedarfsgesteuerte Akupressur erwies sich im Studienverlauf als sicher. Schwere unerwünschte Ereignisse traten nicht auf. Die Autoren ordnen die Methode als risikoarme Ergänzung ein, die von Betroffenen eigenständig im Alltag mit der Pharmakotherapie kombiniert werden kann.
Das Studienprotokoll entstand in interdisziplinärer Zusammenarbeit. Beteiligt waren unter anderem Prof. An Peng aus der Abteilung für Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) und Krankenschwester Wang Ye, die gemeinsam das Protokoll erarbeiteten. Prof. Zhang Tianxiao von der School of Public Health verantwortete die statistische Analyse.
Als Co-Erstautoren zeichnen Xu Bingyang (Dermatologie), Chu Jiali (School of Public Health) und Wang Ye (Geriatrische Kardiologie) verantwortlich. Die wissenschaftliche Gesamtleitung lag bei Prof. Wu Jiawen als leitendem Korrespondenzautor sowie Prof. An Peng als Co-Korrespondenzautor (DOI: 10.1001/jamadermatol.2026.3999).
