Rom-Erklärung, Nobelpreisträger

Rom-Erklärung: 200+ Nobelpreisträger fordern KI-Verbot in Atomwaffen

Veröffentlicht am: 17.07.2026 um 19:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Internationale Experten fordern ein Abkommen gegen den Einsatz von KI in nuklearen Systemen, um die menschliche Kontrolle zu sichern.

Rom-Erklärung: Nobelpreisträger fordern KI-Verbot bei Atomwaffen
Vielfältige Gruppe von Wissenschaftlern und Religionsführern unterzeichnet ein Dokument mit abstrakten KI-Elementen vor römischer Architektur. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Mehr als 200 Nobelpreisträger, Wissenschaftler und religiöse Führer haben eine bahnbrechende Erklärung unterzeichnet, die ein globales Verbot von Künstlicher Intelligenz in Atomwaffensystemen fordert.

Die „Rom-Erklärung für einen entwaffneten und entmilitarisierten Frieden“ warnt vor einer existenziellen Bedrohung: Wenn Algorithmen über den Einsatz tödlicher Gewalt entscheiden, bleibt der Mensch außen vor. Die Unterzeichner sehen darin ein unkalkulierbares Risiko.

Gefahr der automatisierten Kriegsführung

Die Erklärung macht deutlich, dass die Verbindung von KI und Atomwaffen eine neue, gefährliche Rüstungsspirale auslöst. Automatisierte Systeme könnten Atomangriffe ohne menschliche Kontrolle auslösen – mit potenziell katastrophalen Folgen für die gesamte Menschheit.

Kardinal Baldassare Reina, der an der Versammlung teilnahm, brachte es auf den Punkt: Die Entscheidung über das Überleben der Menschheit dürfe niemals einer Maschine überlassen werden. Die Kernforderung: Frieden müsse in menschlicher Hand bleiben, nicht in den Händen von Algorithmen.

Die Unterzeichner fordern einen internationalen Vertrag, der den Einsatz von KI in nuklearen Kommando- und Kontrollstrukturen ausdrücklich verbietet. Die vernetzte Natur dieser Technologien erfordere eine neue globale Ethik, um zu verhindern, dass Maschinen eigenständig über Leben und Tod entscheiden.

Sechs Prinzipien für eine sichere Zukunft

Die Rom-Erklärung formuliert sechs Kernprinzipien für die internationale Politik. Dazu gehören die nukleare Abrüstung, verantwortungsvolle KI-Entwicklungsstandards und stärkere globale Regulierungsrahmen für neue Technologien.

Die Unterzeichner appellieren an Regierungen und private Konzerne, die Entwicklung sogenannter „Frontier-KI“ zu verlangsamen – bis überprüfbare Sicherheits- und Ethikstandards etabliert sind.

Den entscheidenden Impuls lieferte die Enzyklika „Magnifica Humanitas“ von Papst Leo XIV., die sich mit den ethischen Herausforderungen des digitalen Zeitalters befasst. Die Erklärung versteht die gegenwärtige technologische Entwicklung als Wendepunkt, der erneute internationale Zusammenarbeit erzwingt.

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Prominente Unterzeichner aus aller Welt

Die Versammlung brachte rund 30 Nobelpreisträger und mehrere ehemalige Staatschefs zusammen. Zu den prominenten Unterzeichnern zählen die Friedensnobelpreisträger Maria Ressa, Muhammad Yunus und Juan Manuel Santos sowie die Physik-Nobelpreisträger David Gross und Brian Schmidt.

Auch aus der Zivilgesellschaft und Kunst kamen prominente Unterstützer: Schauspielerin Sharon Stone setzte gemeinsam mit den Nobelpreisträgern ihre Unterschrift unter das Dokument. Roms Bürgermeister Roberto Gualtieri und mehrere katholische Würdenträger waren bei der Verabschiedung der Erklärung zugegen.

Die Unterzeichner verpflichteten sich, diese Prinzipien an die Staats- und Regierungschefs der Welt heranzutragen. Ihr Ziel: ein überprüfbares Ende der Aufrüstung von Atomarsenalen und die Einführung menschenzentrierter KI-Sicherheitsvorkehrungen.

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