Rollator-Sicherheit, Falsche

Rollator-Sicherheit: Falsche Höhe erhöht Sturzrisiko bei Senioren

Veröffentlicht am: 16.08.2026 um 08:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Polizei und Sanitätshaus fanden in Hamm zahlreiche falsch justierte Rollatoren. Korrekte Griffhöhe und Bremsentechnik sind entscheidend für die Sturzprävention.

Rollator-Sicherheit: Experten decken häufige Fehler bei der Einstellung auf
Eine ältere Person nutzt einen Rollator auf einem Gehweg und achtet dabei auf eine aufrechte Körperhaltung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Mobilität im Alter wird maßgeblich durch technische Hilfsmittel wie Rollatoren unterstützt. Doch die bloße Verfügbarkeit dieser Gehhilfen garantiert noch keine sichere Fortbewegung.

Expertenbeobachtungen und Praxistests, die Mitte August 2026 in Hamm durchgeführt wurden, weisen darauf hin, dass ein Großteil der im Alltag genutzten Geräte nicht optimal auf die individuellen Bedürfnisse der Anwender eingestellt ist. In Zusammenarbeit zwischen der Polizei und einem lokalen Sanitätshaus wurden dabei Defizite identifiziert, die das Sturzrisiko erhöhen können.

Ergonomische Fehlstellungen und ihre Korrektur

Ein zentrales Ergebnis der Untersuchungen in Hamm zeigt, dass die meisten Rollatoren zu niedrig eingestellt sind. Eine fehlerhafte Griffhöhe zwingt den Nutzer in eine gebückte Haltung, was nicht nur die Wirbelsäule belastet, sondern auch die Standsicherheit beeinträchtigt. Fachleute des Sanitätshauses und Vertreter der Polizei korrigierten bei zahlreichen Anwendern die Einstellungen, um die Funktionalität der Geräte zu maximieren.

Als wesentliche Richtlinie für eine sichere Nutzung gilt, dass die Griffe des Rollators exakt auf Hüfthöhe justiert sein müssen. Diese Einstellung ermöglicht es dem Anwender, aufrecht zu gehen und das Gewicht bei Bedarf sicher auf die Konstruktion zu übertragen. Eine korrekte ergonomische Anpassung ist somit die Grundvoraussetzung, um die Gehhilfe als effektives Instrument zur Sturzprävention einzusetzen.

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Sicherheit im Straßenverkehr und Umgang mit Barrieren

Neben der mechanischen Einstellung spielt die Handhabung des Geräts in einer komplexen Umgebung eine entscheidende Rolle für die Sicherheit. Im Rahmen der Analysen wurden verschiedene Szenarien im öffentlichen Raum bewertet, die für Rollatornutzer besondere Herausforderungen darstellen.

Die Experten raten dazu, bestimmte Bodenbeschaffenheiten systematisch zu meiden. Insbesondere Kopfsteinpflaster, Rasenflächen und Gullydeckel stellen potenzielle Gefahrenquellen dar, da sie die Räder blockieren oder zum Wegrutschen führen können.

Für die Überwindung unvermeidbarer Hindernisse, wie etwa Bordsteinkanten, wird der gezielte Einsatz der Ankipphilfe empfohlen. Diese Vorrichtung ermöglicht es, die Vorderräder mit geringem Kraftaufwand anzuheben. Zudem betonten die Fachleute die Bedeutung der Handbremsen. Diese sollten nicht nur im Ruhezustand, sondern auch bei kurzen Pausen stets fest gestellt werden, um ein ungewolltes Wegrollen des Geräts zu verhindern.

Ein weiterer kritischer Punkt ist das Befahren von Gefällen oder Rampen. Hier wird die Technik der sogenannten Stotterbremse empfohlen. Durch kurzes, wiederholtes Betätigen der Bremse lässt sich die Geschwindigkeit kontrolliert regulieren, ohne dass die Räder blockieren oder der Nutzer die Kontrolle über das Gerät verliert.

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Kontinuität in der Verkehrssicherheitsschulung

Die Erkenntnisse aus den praktischen Trainingseinheiten verdeutlichen den hohen Bedarf an kontinuierlicher Aufklärung und Schulung. Die korrekte Handhabung eines Rollators ist ein erlernbarer Prozess, der regelmäßige Auffrischung erfordert, um die Sicherheit im öffentlichen Raum dauerhaft zu gewährleisten.

Um diese Präventionsarbeit fortzusetzen, sind bereits weitere Termine für entsprechende Sicherheitstrainings geplant. Ein nächstes Training wird am 28.08.2026 in der Zeit von 10 bis 12 Uhr im Haus der Begegnung stattfinden. Solche Angebote dienen dazu, die theoretischen Erkenntnisse zur Ergonomie und Hindernisbewältigung in die praktische Anwendung zu überführen und somit die selbstständige Mobilität älterer Menschen zu fördern.

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