Rokarolla-Trojaner, Schadsoftware

Rokarolla-Trojaner: Neue Schadsoftware bedroht 217 Bank-Apps

19.06.2026 - 11:25:28 | boerse-global.de

Technische Pannen bei BPI und Robinhood sowie der Trojaner „Rokarolla“ erschüttern die Branche. Gleichzeitig treiben Schweizer Banken die Digitalisierung voran.

Banken-Chaos: Störungen, Trojaner und Modernisierung im Fokus
Rokarolla-Trojaner - A smartphone screen showing a banking app error message, with a blurred background of a financial district. 19.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die digitale Finanzwelt erlebt eine Woche der Extreme: Während technische Störungen und eine neue Schadsoftware die Sicherheit von Bank-Apps erschüttern, treiben andere Institute ihre Modernisierung voran.

Philippinen: Zentralbank ermittelt nach stundenlangem Blackout

Eine mehr als 24-stündige Störung bei der philippinischen Großbank BPI sorgt für Aufsehen. Seit Sonntag, dem 14. Juni, waren die mobilen und Online-Banking-Plattformen des Instituts lahmgelegt. Zwar konnten Gehaltszahlungen am 15. Juni noch fristgerecht abgewickelt werden – der öffentliche Aufschrei war dennoch gewaltig.

Die Zentralbank Bangko Sentral ng Pilipinas (BSP) hat nun eine formelle Untersuchung eingeleitet. Geprüft wird, ob BPI die Vorschriften zum Betriebs- und Technologierisikomanagement eingehalten hat. Die meisten digitalen Kanäle wurden zwar bis zum 16. Juni wiederhergestellt, doch einzelne Funktionen wie die Kartenverwaltung blieben auch Tage später noch blockiert. Die BSP droht mit Aufsichtsmaßnahmen, falls Mängel festgestellt werden.

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USA: Flash-Ausfälle mitten im Börsenboom

Auch in den USA lief es nicht rund. Am 18. Juni meldeten tausende Kunden von Capital One Probleme mit der mobilen App und der Website. Ab dem späten Nachmittag häuften sich die Fehlermeldungen – von Login-Problemen bis hin zu „Rate Limit Exceeded“-Fehlern. Viele Nutzer konnten weder Kontostände abrufen noch Überweisungen tätigen.

Noch brisanter: Der Handelsplattform Robinhood passierte am selben Tag ein folgenschwerer Patzer. Gegen 15:48 Uhr deutscher Zeit fiel der Dienst für rund 27 Minuten aus. Ausgerechnet in diesem Zeitfenster sorgten Meldungen über eine Partnerschaft zwischen Intel und Apple für einen Kurssprung. Der S&P 500 legte um 0,8 Prozent zu, Intel-Aktien schossen im vorbörslichen Handel um neun Prozent nach oben. Tausende Anleger konnten nicht handeln. Erst am 12. Juni hatte es bereits eine Störung bei Robinhood gegeben.

„Rokarolla“: Neue Android-Trojaner bedroht 217 Bank-Apps

Die Sicherheitsexperten von Zimperium schlagen Alarm: Am 19. Juni entdeckten sie einen neuen Banking-Trojaner namens „Rokarolla“. Die Schadsoftware verbreitet sich über Phishing-Seiten, die als Sicherheitssoftware getarnt sind. Einmal installiert, legt sie sich wie eine unsichtbare Tastatur über die Bildschirme von 217 verschiedenen Finanz- und Kryptowährungs-Apps. So fängt sie PINs und Passwörter ab. Zudem manipuliert sie die Zwischenablage, um Kryptotransaktionen umzuleiten.

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Vier Schweizer Kantonalbanken setzen auf neue Technologie

Doch es gibt auch positive Nachrichten. Vier Schweizer Kantonalbanken – darunter die Basellandschaftliche, die St. Galler und die Thurgauer Kantonalbank – haben sich für eine umfassende Modernisierung ihrer mobilen Plattformen entschieden. Der Technologiepartner Avaloq soll die Systeme für rund eine Million Kunden erneuern. Geplant sind Portfolio-Dashboards und integrierte Zahlungssysteme.

Einen ähnlichen Schritt kündigte Elements Financial am 17. Juni an. Im Herbst 2026 soll ein komplett überarbeitetes digitales Banking-Erlebnis starten. Die neue App bündelt Kontoverwaltung und Kartensteuerung in einer einzigen Anwendung und ersetzt damit mehrere veraltete Einzeldienste.

Innovation trotz Rückschlägen: U.S. Bank und Edward Jones ausgezeichnet

Trotz der technischen Pannen bleibt die Branche erfinderisch. Am 17. Juni wurden U.S. Bank und Edward Jones auf einer Digital-Banking-Konferenz mit dem Preis „Innovation des Jahres“ ausgezeichnet. Grund war ihre gemeinsame Banking-as-a-Service-Lösung.

Eine Studie zur digitalen Reife von Schweizer Privatbanken, veröffentlicht am 18. Juni, zeigt zudem: Die Vontobel-Gruppe hat die Konkurrenz überholt und führt nun das Ranking an. Ein Wermutstropfen bleibt: Die durchschnittliche Kundenzufriedenheit mit mobilen Banking-Apps ist zuletzt leicht gesunken.

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