Roche-Studie, IgA-Nephropathie

Roche-Studie zu IgA-Nephropathie: Sefaxersen senkt Proteinurie signifikant

Veröffentlicht am: 27.09.2026 um 22:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Sefaxersen verringerte in einer Zwischenanalyse die Proteinurie; Nanocarrier zeigten in Mausmodellen ebenfalls verbesserte Nierenwerte.

Nierenerkrankungen: Roche meldet Studienerfolg, neue Ansätze im Fokus
Ein steriler Labortisch mit einem Glasbecher in weichem Tageslicht als Symbol für medizinische Forschung. Illustration mit AI erstellt.

Die Behandlung chronischer Nierenerkrankungen (CKD) stützt sich in der modernen Medizin maßgeblich auf vier zentrale Wirkstoffgruppen. Wie Jan Brügger vom Nierenzentrum Nephro am See in Horgen erläuterte, bilden RAS-Blocker, SGLT2-Hemmer, Mineralokortikoidrezeptor-Antagonisten sowie GLP-1-Rezeptor-Agonisten die tragenden Säulen des Nierenschutzes.

Da die Erkrankung im Jahr 2025 in die Liste der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aufgenommen wurde, rücken sowohl etablierte Therapien als auch innovative Forschungsansätze verstärkt in den Fokus der medizinischen Fachwelt.

Ursachen und Risiken im Bereich der Nierenfunktion

Chronische Nierenleiden betreffen einen erheblichen Teil der Bevölkerung, wobei laut Brügger in über 50 % der Fälle Bluthochdruck und Diabetes mellitus als Hauptursachen identifiziert werden können. Ein natürlicher Funktionsverlust der Nieren beginnt etwa ab dem 40. Lebensjahr mit einer Rate von jährlich knapp 1 %. Kritisch werde der Zustand, sobald die Nierenfunktion unter die Schwelle von 30 % sinkt.

Ein erhebliches Risiko stellt zudem die langjährige Einnahme entzündungshemmender Schmerzmittel dar. In Berichten vom September 2026 wird der Fall einer 58-jährigen Patientin angeführt, deren Nierenfunktion aufgrund solcher Medikation auf unter 30 % sank, wodurch die tägliche Einnahme von zehn bis elf Tabletten zur Vermeidung einer Dialyse notwendig wurde. Experten weisen darauf hin, dass Paracetamol im Vergleich zu klassischen Entzündungshemmern als schonender für das Organ gilt.

Therapeutische Optionen und Überwachungsnotwendigkeit

Ein häufig eingesetzter Wirkstoff ist Telmisartan, ein Angiotensin-II-Rezeptorblocker. Dieser senkt den Blutdruck und kann insbesondere bei bestehendem Bluthochdruck oder Eiweiß im Urin nierenschützend wirken. Es wird betont, dass es sich hierbei nicht um ein Mittel zur Leistungssteigerung handelt.

Unter der Therapie mit Telmisartan sind regelmäßige Kontrollen des Blutdrucks, des Kaliumwerts sowie des Kreatinins erforderlich. Eine hohe Muskelmasse könne dabei die Kreatininwerte beeinflussen, ohne dass zwangsläufig eine Nierenerkrankung vorliege.

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Vorsicht ist geboten bei der Kombination von Telmisartan mit nichtsteroidalen Schmerzmitteln wie Ibuprofen oder Diclofenac sowie mit kaliumhaltigen Supplementen und bestimmten harntreibenden Medikamenten. Auch Wechselwirkungen mit anabolen Steroiden oder Pre-Workout-Produkten werden als riskant eingestuft.

Fortschritte in der pharmazeutischen Forschung

Im Bereich der spezifischen Nierenerkrankungen wie der IgA-Nephropathie (IgAN) meldete Roche im September 2026 Erfolge in der klinischen Phase-III-Studie IMAgINATION. Der Wirkstoff Sefaxersen, der in Zusammenarbeit mit Ionis entwickelt wurde, erreichte seinen primären Endpunkt.

Eine Interimsanalyse nach 37 Wochen zeigte eine statistisch signifikante Reduktion der Proteinurie. Sefaxersen hemmt den Complement Factor B auf mRNA-Ebene und wird einmal monatlich subkutan injiziert.

Der Markt für IgAN-Therapien gilt als hochgradig kompetitiv. Analysten wie Myles Minter von William Blair verweisen auf eine Vielzahl von Targets und Dosierungsschemata. Zu den Wettbewerbern zählen unter anderem Novartis mit dem im Juli 2026 zugelassenen Fabhalta sowie Vertex und Otsuka mit weiteren Präparaten in fortgeschrittenen Stadien.

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Parallel dazu untersuchen Forscher der Ningbo University den Einsatz von Nanotechnologie. Eine im September 2026 veröffentlichte Studie in Materials Today Bio beschreibt ultra-kleine eisenbasierte Nanocarrier (Fe-Nag NPs), die den Wirkstoff Naringenin gezielt in geschädigte Nieren transportieren.

In Mausmodellen konnte dieser Ansatz Kreatinin- und Harnstoffwerte signifikant stärker senken als herkömmliches Naringenin, wobei der Wirkstoff pH-responsiv freigesetzt wird.

Medizintechnik und begleitende Supplementierung

Im Bereich der Medizintechnik treibt SeaStar Medical die Entwicklung einer Selektiven Cytopheretischen Vorrichtung voran. Die Erwachsenenstudie NEUTRALIZE-AKI sei zu über 65 % rekrutiert, wobei der Abschluss für Ende 2026 oder das erste Quartal 2027 erwartet wird. Das Unternehmen beziffert den Markt für Anwendungen bei Erwachsenen auf etwa 4,5 Milliarden US-dollar jährlich. Ein entsprechender Abrechnungscode tritt am 1. Oktober 2026 in Kraft.

Hinsichtlich der Prävention und begleitenden Lebensweise zeigt eine Untersuchung der Texas A&M University, dass die Supplementierung mit Kreatin-Monohydrat bei Erwachsenen zwischen 45 und 65 Jahren die fettfreie Masse und Kraft steigern kann, selbst ohne zusätzliches Training. Dennoch betonen die Autoren, dass Personen mit bestehenden Nierenerkrankungen jegliche Supplemente zwingend ärztlich absprechen sollten.

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