RoboVan: Zelos eröffnet erstes europäisches Experience-Center in Antwerpen
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 14:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Im September 2026 hat das Technologieunternehmen Zelos sein erstes europäisches RoboVan-Experience-Center im belgischen Hafen Antwerpen-Brügge eröffnet. Die dauerhaft angelegte Einrichtung dient als Plattform für Logistikunternehmen und Hafenakteure, um den Einsatz autonomer Transportfahrzeuge unter realen Bedingungen zu bewerten.
Im Rahmen dieser Initiative verkehren die sogenannten RoboVans regelmäßig auf der Hafenroute K102, um die Effizienz und Sicherheit der Technologie im operativen Betrieb zu demonstrieren.
Validierung auf öffentlichen Straßen und industrielle Anwendung
Das Projekt im Hafen Antwerpen-Brügge zielt darauf ab, den Transfer von Gütern innerhalb von Industrieanlagen sowie interne Hafentransporte zu automatisieren.
Ein wesentlicher Meilenstein für die Expansion in Europa war der Erhalt des offiziellen belgischen Y-Test-Kennzeichens im September 2026. Damit verfügt Zelos laut eigenen Angaben als bislang einziger Anbieter von RoboVans über den Zugang zum belgischen Fahrzeugtestrahmen für die Validierung auf öffentlichen Straßen, sofern die zuständigen Transportbehörden die entsprechenden Genehmigungen erteilen.
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Nach Angaben des Hafens Antwerpen-Brügge ist das vollautonome Logistikfahrzeug für den Einsatz auf öffentlichen Verkehrswegen autorisiert. Die Planung sieht vor, dass das Fahrzeug ein Jahr lang auf einer fest definierten Route eingesetzt wird, die sowohl städtische und regionale Abschnitte als auch das Hafengebiet umfasst.
Ziel der Testfahrten auf der Route K102 ist es, Erkenntnisse über die Infrastrukturanforderungen, regulatorische Rahmenbedingungen und die Voraussetzungen für einen großskaligen Einsatz autonomer Systeme zu gewinnen.
Technologische Basis und globale Expansionsstrategie
Zelos nutzt für seine Fahrzeuge eine kartenlose Level-4-Technologie (mapless), die einen fahrerlosen Betrieb in komplexen Umgebungen ermöglichen soll. Das Unternehmen gab im September 2026 bekannt, weltweit bereits mehr als 30.000 autonome Logistikfahrzeuge in über 20 Ländern und 300 Städten zu betreiben.
Die kumulierte Fahrleistung dieser Flotte beläuft sich laut Unternehmensangaben auf mehr als 270 Millionen Kilometer, wobei für diese Zahlen keine unabhängige Verifizierung vorliegt.
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Brant Liu, General Manager von Zelos Europe, betonte, dass das Experience-Center in Kooperation mit der Hafenbehörde als langfristige Plattform konzipiert sei. In weiteren Schritten beabsichtigt das Unternehmen, den Einsatzradius der RoboVans auf Trunk-Routen, Logistikparks und die Zustellung auf der letzten Meile auszuweiten.
Bereits im September 2026 schloss Zelos zudem eine Partnerschaft mit dem niederländischen Unternehmen PuraMobi, um planmäßige Frachtdienste auf geschlossenen Gewerbestandorten und in Industrieparks zu realisieren.
Einbettung in den autonomen Strukturwandel des Hafens
Die Eröffnung des Zentrums und die Demonstrationsfahrten fielen zeitlich mit dem zweiten Autonomous Summit zusammen, der vom 15. bis 17. September 2026 im Rahmen der Port of the Future Week in Antwerpen und Rotterdam stattfand. Der Fokus der Veranstaltung lag auf dem Übergang von reinen Technologiedemonstrationen zur kommerziellen Einführung autonomer Anwendungen in den Bereichen Schiene, Wasser und Straße.
Während des Gipfels wurden neben den RoboVans von Zelostech auch weitere autonome und ferngesteuerte Systeme präsentiert. Dazu gehörten unter anderem autonome Lkw von Volvo und DAF sowie ferngesteuerte Züge von OTIV und Binnenschiffe von Seafar.
Der Hafen Antwerpen-Brügge forciert die Automatisierung seiner Logistikprozesse weiter und plant ab Herbst 2026 den ersten kommerziellen Piloten für autonome Lkw in Zusammenarbeit mit Inceptio Technology und Group-GTS.
Zelos ist bereits seit Frühjahr 2025 auf dem europäischen Markt präsent, als der Z5 RoboVan erstmals im österreichischen Testzentrum DigiTrans einer umfassenden Evaluierung unterzogen wurde. Eine Genehmigung für einen kommerziellen autonomen Lieferdienst in Belgien oder anderen europäischen Ländern liegt derzeit jedoch noch nicht vor.
