Robotiq IQ Platform: KI-gesteuerte Arbeitszellen in 24 Stunden
04.06.2026 - 12:18:24 | boerse-global.deHersteller und Softwareentwickler bringen eine neue Generation von KI-Plattformen auf den Markt, die komplexe Programmier- und Integrationsaufgaben automatisieren. Das Ziel: Die Zeit für den Einsatz von Robotersystemen in Produktion, Logistik und Dienstleistung drastisch zu verkürzen.
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Automatisierte Arbeitszellen aus dem Baukasten
Am 2. Juni 2026 stellte Robotiq seine IQ Platform vor – eine Software, die die Integration von Roboterarbeitszellen automatisiert. Die KI verarbeitet unstrukturierte Projektdaten, 3D-Scans und Produktionsanforderungen und wandelt sie in validierte Designs um. Aktuell verfügbar für Palettieranwendungen, demonstrierte das Unternehmen auf der Robotiq User Conference 2026 die Leistungsfähigkeit: Eine funktionsfähige Arbeitszelle entstand innerhalb von 24 Stunden.
Einen ähnlichen Ansatz verfolgt Inbolt. Das Unternehmen bringt auf der Automate 2026 in Chicago (22. bis 25. Juni) eine KI-gesteuerte Programmier- und Steuerungsplattform an den Start. Das System nutzt ein KI-Visionsmodell zur Roboterführung und ermöglicht CAD-basierte Programmierung. Bereits im Einsatz bei Stellantis, GM und Toyota in den USA, erweitert Inbolt nun die Kompatibilität: Yaskawa kommt als sechste native Robotermarke hinzu, unterstützt werden auch Fanuc und Universal Robots.
Open Source für „Physical AI"
NVIDIA treibt die Standardisierung der sogenannten Physical AI voran. Am 31. Mai 2026 veröffentlichte das Unternehmen Cosmos 3, ein Open-Source-„Omnimodell" mit Mixture-of-Transformers-Architektur. Das Modell verarbeitet fünf Modalitäten: Text, Bild, Video, Audio und Aktionen. Es erscheint in drei Varianten – Nano (16 Milliarden Parameter), Super (64 Milliarden) und Edge (2 Milliarden) – unter der OpenMDW-1.1-Lizenz.
Nur einen Tag später, am 1. Juni auf der GTC Taipei, präsentierte NVIDIA den Isaac GR00T Reference Humanoid Robot. Der Open-Source-Software- und Hardware-Stack basiert auf dem Unitree H2 Plus-Chassis und Jetson Thor Computing. Forschungspartner wie die ETH Zürich, Stanford und die University of California San Diego gehören zu den ersten Nutzern. Der Unitree H2 Plus mit 75 Freiheitsgraden und taktilen Händen soll Ende 2026 kommerziell verfügbar sein.
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Sprachbefehle und Fingerfertigkeit
Auf der ICRA 2026 in Wien (1. bis 5. Juni) präsentierten Forscher und Technologieunternehmen neue Methoden zur Verbesserung der Mensch-Roboter-Interaktion. Das MIT CSAIL stellte Masked IRL vor – ein System, das große Sprachmodelle nutzt, um vage Benutzeranweisungen zu klären und kritische Umgebungsdetails zu identifizieren. Ergebnis: Fünfmal weniger Demonstrationsdaten nötig, bis zu 15 Prozent bessere Erkennung von Benutzerpräferenzen.
Ebenfalls in Wien zeigte TARS seine DexHand – eine Roboterhand mit 21 Freiheitsgraden und integrierten taktilen Sensoren. Das Unternehmen demonstrierte submillimetergenaue Präzision bei mehrstufigen Verpackungsaufgaben und Steckverbindungen mit Fehlerkorrektur. Xense Robotics nutzte die Konferenz für die Premiere des TacCap-Grippers, eines Werkzeugs zur taktilen Datenerfassung, und führte Langzeitmanipulationsaufgaben wie Kartonagenformen vor.
Spezialisierte KI für Schifffahrt und Pflege
Die KI-gesteuerte Robotik dringt zunehmend in Nischenanwendungen vor. NC AI sicherte sich einen Auftrag von Hanwha Ocean zur Entwicklung eines autonomen Schweißroboters für Handels- und Spezialschiffe. Das System nutzt ein Vision-Language-Action-Modell (VLA) zur Echtzeit-Schweißnahtanalyse und -steuerung.
Im Dienstleistungssektor präsentierte ASUS auf der Computex 2026 in Taipei zwei KI-gesteuerte Roboter: den kommerziellen Roboter Kairo und einen Begleitroboter für die Altenpflege. Beide laufen auf der Maestro AI Orchestration Platform und integrieren emotionsbasierte KI sowie personalisierte Benutzermodelle für den Einsatz in Gesundheitswesen und häuslicher Umgebung.
Ein weiterer trend: Lokale Bildinspektionslösungen. Auf der Automate 2026 wollen PTZOptics, Detect-It und Comtronix ein KI-Inspektionssystem vorstellen, das vollständig hinter einer lokalen Firewall arbeitet. Das System, integrierbar mit FANUC-Kollaborationsrobotern, vermeidet Cloud-Anbindung – ein entscheidender Vorteil für sicherheitsbewusste Automobilhersteller.
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