Robotik und Quantentechnik: Deutschland und Italien planen Förderaufruf 2027
Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 16:30 Uhr | Redaktion boerse-global.deItalien und Deutschland vertiefen ihre wissenschaftliche und technologische Kooperation. Die italienische Forschungsministerin Anna Maria Bernini und Bundesforschungsministerin Dorothee Bär haben in der Villa Vigoni am Comer See eine neue Vereinbarung unterzeichnet, um die Zusammenarbeit zwischen Universitäten und Forschungseinrichtungen beider Länder gezielt auszubauen.
Als erstes konkretes Ergebnis der Regierungsabsprache ist eine bilaterale Forschungsausschreibung im Laufe des Jahres 2027 geplant, die sich schwerpunktmäßig den Bereichen Robotik und Quantentechnologien widmet.
Gemeinsame Ausschreibung für Schlüsseltechnologien im Jahr 2027
Die bilaterale Initiative soll die bestehenden Verbindungen zwischen italienischen und deutschen Wissenschaftsinstitutionen festigen. Neben der bilateralen Vernetzung zielt das Abkommen auch darauf ab, die gemeinsame Beteiligung von Forschungsteams an Programmen und Initiativen der Europäischen Union zu stärken.
Die fachliche Kooperation ist dabei nicht allein auf Robotik und Quantentechnologien begrenzt. Nach Angaben der beiden Ministerinnen erstreckt sich die Zusammenarbeit ebenso auf Halbleiter, Mikroelektronik sowie grünen Wasserstoff.
Hinsichtlich der praktischen Ausgestaltung der geplanten Förderrunde sind noch Fragen offen. Wie das italienische Ministerium für Universitäten und Forschung (MUR) sowie das deutsche Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) am 22. Oktober 2026 festhielten, stehen die finanziellen Ressourcen, die konkreten Teilnahmevoraussetzungen sowie die Antragsfristen für die gemeinsame Ausschreibung des Jahres 2027 derzeit noch nicht fest.
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Strategische Roadmap und Stärkung europäischer Souveränität
Am 23. Oktober 2026 unterzeichneten Dorothee Bär und Anna Maria Bernini in der Villa Vigoni zusätzlich eine strategische Roadmap für die bilaterale Forschungs- und Technologiekooperation. Dieses Dokument legt thematische Schwerpunkte in den Feldern künstliche Intelligenz, Mikroelektronik, Robotik, Quantentechnologien und nachhaltige Energie einschließlich Wasserstoff fest.
Die Ministerinnen verfolgen mit dieser Ausrichtung das Ziel, Innovationen zu beschleunigen, europäische Lieferketten krisenfester zu machen und die technologische Souveränität Europas zu stärken.
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Flankiert wird das bilaterale Vorgehen durch eine erweiterte europäische Komponente. Italien und Deutschland schlossen zudem ein Abkommen mit der Gemeinsamen Forschungsstelle der EU-Kommission (JRC). Dem vorausgegangen war ein Besuch der Delegationen in den JRC-Laboren am Lago Maggiore.
Der Rahmen der Regierungsgespräche war historisch geprägt: Anlass der Unterzeichnungen waren das 75-jährige Bestehen der wiederaufgenommenen diplomatischen Beziehungen zwischen beiden Staaten sowie das 40-jährige Bestehen des deutsch-italienischen Zentrums Villa Vigoni, das im Jahr 1986 gegründet wurde.
Im Vorfeld der Beschlüsse fanden zweitägige Feierlichkeiten statt, zu deren Programm neben der Besichtigung der Labore am Lago Maggiore auch ein Besuch der Kunstakademie Brera in Mailand gehörte.
