Robotik-Studie, Software

Robotik-Studie: 27% sehen Software als größtes Hindernis

02.06.2026 - 08:54:55 | boerse-global.de

Boston Dynamics treibt die Entwicklung seines humanoiden Roboters Atlas voran und setzt auf Verstärkungslernen für industrielle Aufgaben.

Robotik-Studie: 27% sehen Software als größtes Hindernis - Bild: über boerse-global.de
Robotik-Studie: 27% sehen Software als größtes Hindernis - Bild: über boerse-global.de

Das Unternehmen treibt die Entwicklung vom reinen Forschungsprojekt hin zu einem vielseitig einsetzbaren Industriehelfer voran.

Training für den Fabrikalltag

Anfang Juni 2026 veröffentlichte Boston Dynamics neue Aufnahmen, die Atlas beim Transport schwerer Gegenstände zeigen – darunter ein Kühlschrank. Möglich wird dies durch Verstärkungslernen: In simulierten Umgebungen durchläuft der Roboter Millionen von Wiederholungen, um seine Bewegungsabläufe zu verfeinern.

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Hyundai Motor, Mutterkonzern von Boston Dynamics, untermauerte diesen Kurs mit einer Marketingkampagne. Vom 25. bis 29. Mai 2026 zeigte die fünfteilige Serie „School of Football" Atlas bei Fußballtricks – darunter den sogenannten „Ghost Rabona"-Kick. Die Bewegungsdaten stammen aus Aufnahmen der FIFA-Weltmeisterschaft. Ziel der Übungen: die Anpassungsfähigkeit des Roboters für den industriellen Einsatz zu verbessern.

Hyundai plant, Atlas im Robot Metaplant Application Center in Savannah, Georgia, zu trainieren. Der Konzern sieht in humanoiden Robotern einen zentralen Wachstumsmarkt.

Personaloffensive für die nächste Generation

Um die Entwicklung voranzutreiben, sucht Boston Dynamics neue Fachkräfte. Am 2. Juni 2026 schrieb das Unternehmen Stellen für Softwareentwickler in Waltham, Massachusetts, aus. Die Gehälter liegen zwischen 117.000 und 160.000 US-Dollar (umgerechnet rund 108.000 bis 148.000 Euro). Die neuen Mitarbeiter sollen Systeme für die Steuerung und Überwachung der nächsten Robotergeneration entwickeln.

Für den 3. Juni 2026 kündigte Boston Dynamics ein technisches Webinar an. Titel: „Engineering the Next Species of Robotic Coworker" – die Entwicklung der nächsten Spezies von Roboter-Kollegen. Im Fokus steht der Einsatz von Generalisten wie Atlas, unterstützt durch die firmeneigene Orbit-Software.

Software bleibt die größte Hürde

Während Boston Dynamics bei Bewegungssteuerung und Körperkontrolle führend ist, treiben andere Unternehmen die Entwicklung von KI-Modellen für die sogenannte Physical AI voran. NVIDIA kündigte am 31. Mai 2026 Cosmos 3 an – ein quelloffenes Weltmodell speziell für Robotik. Es ist in Versionen mit 16 und 64 Milliarden Parametern verfügbar und kombiniert logisches Denken mit Video- und Aktionsgenerierung.

Die Konkurrenz schläft nicht: Am 1. Juni 2026 gab OpenAI die Gründung eines neuen Robotik-Teams unter Leitung von Aditya Ramesh bekannt. Kurzfristig will sich das Team auf Roboter für den Bau von Infrastruktur wie Rechenzentren konzentrieren, langfristig auf persönliche Robotik. Der Schritt folgt auf die vertrauliche Einreichung eines Börsenprospekts durch OpenAI am 22. Mai 2026 – das Unternehmen wird dabei mit rund 852 Milliarden Dollar bewertet.

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Doch trotz aller Hardware-Fortschritte bleibt die Software das Nadelöhr. Eine Studie vom 1. Juni 2026 unter 1.000 Entwicklern zeigt: 27 Prozent der Befragten sehen die Software-Architektur als größtes Hindernis – nur 16 Prozent nennen die Hardware. Zwar halten 89 Prozent der Entwickler Physical AI für entscheidend für den künftigen Erfolg, doch nur 29 Prozent fühlen sich bereit, sichere Echtzeit-Entscheidungssysteme zu implementieren.

Neue Konkurrenz aus Asien

Der Markt für humanoide Roboter bleibt in Bewegung. Im Mai 2026 stellte Deep Robotics sein Modell Dr.01 vor, das Geschwindigkeiten von bis zu 12 Kilometern pro Stunde erreicht. NVIDIA präsentierte zudem am 1. Juni 2026 einen Referenzentwurf für einen humanoiden Roboter auf Basis der Unitree H2-Plattform. Das System verfügt über 75 Freiheitsgrade und wird von der Jetson-Thor-Architektur angetrieben. Die Verfügbarkeit wird für Ende 2026 erwartet.

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