Robotik-Patente, China

Robotik-Patente: China erreicht 60,8 Prozent, Südkorea nur 4,6 Prozent

Veröffentlicht am: 07.10.2026 um 22:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

China führt bei Fertigung und Patenten, während Südkorea physische KI künftig stärker fördern und drei Großprojekte vorbereiten will.

Südkorea reagiert auf Chinas Vorsprung bei humanoiden Robotern
Ein leerer, modern gestalteter Ausschusssaal im südkoreanischen Parlament mit polierten Holzmöbeln und natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Bei einer Anhörung des Ausschusses für Wissenschaft, ICT, Rundfunk und Kommunikation im südkoreanischen Parlament hat der Abgeordnete Lee Jeong-heon zwei humanoide Roboter der chinesischen Hersteller Unitree und Agibot vorgeführt.

Wie südkoreanische Medien am 6. Oktober 2026 berichteten, gingen die Maschinen durch den Sitzungssaal, begrüßten die anwesenden Abgeordneten auf Koreanisch, schüttelten Hände, tanzten und vollführten Kampfkunstbewegungen.

Die Präsentation erfolgte per Fernsteuerung, verlief streckenweise unbeholfen und sorgte im Saal für Heiterkeit – diente jedoch als Auftakt für eine ernste forschungs- und industriepolitische Debatte.

Chinas Vormarsch bei industrieller Fertigung und Marktmacht

Lee nutzte die Vorführung, um auf die deutliche Vormachtstellung der Volksrepublik China im Bereich der Robotik hinzuweisen. Nach seinen Angaben investiert China jährlich 30 Milliarden Yuan, was rund 6,4 Billionen Won entspricht, in diesen Sektor. Das Land verfüge über rund 160 Hersteller fertiger humanoider Roboter sowie über mehr als 600 Zulieferbetriebe für Kernkomponenten. Zudem stünden bereits 36 chinesische Roboter in Wissenschaftsmuseen.

Auch die Produktionszahlen spiegeln diesen Vorsprung wider. Lee legte dar, dass Unitree im Vorjahr 4.200 Roboter hergestellt habe, während Agibot auf über 5.200 Einheiten gekommen sei. Agibot habe im Jahr 2025 bei der weltweiten Produktion an der Spitze gelegen.

Sämtliche sechs größten Hersteller nach Produktionsmenge stammten aus China. Diese Verteilung bestätigen auch Zahlen des Marktforschungsunternehmens Omdia, wonach im Vorjahr die Plätze eins bis sechs der weltweiten Fertigung humanoider Systeme ausnahmslos auf chinesische Unternehmen entfielen.

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Südkorea hinkt bei Hardware und Patenten hinterher

Im Kontrast dazu zeichnete der Parlamentarier ein ernüchterndes Bild der südkoreanischen Branche. Von 2.814 im Land registrierten KI-Unternehmen seien lediglich 53 Hardwarefirmen, was einem Anteil von 1,9 Prozent entspreche. Davon hätten 29 Unternehmen keinerlei externe Investitionen erhalten.

Ein ähnliches Missverhältnis zeige sich bei den Schutzrechten. Bezogen auf die fünf weltweit führenden Länder entfielen im ersten Halbjahr 2026 nach Angaben von Lee 60,8 Prozent der Patente für humanoide Systeme und 66,3 Prozent der Patente für sogenannte Robot Foundation Models (RFM) auf China. Südkorea kam im selben Zeitraum lediglich auf 4,6 Prozent beziehungsweise 8,8 Prozent.

Bei den RFM habe es in Südkorea bis 2024 überhaupt kein separates Budget für Forschung und Entwicklung gegeben. Für die Jahre 2025 und 2026 seien jeweils lediglich 4 Milliarden Won bereitgestellt worden. Lee warnte eindringlich davor, dass Südkorea seine künftige Wettbewerbsfähigkeit verspielen könne, wenn es den Anschluss bei physischer künstlicher Intelligenz verliere.

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Regierung reagiert mit Investitionszusagen

Minister Bae Kyung-hoon räumte während der Sitzung ein, dass die bisherigen staatlichen Investitionen unzureichend gewesen seien. Er kündigte an, physische KI künftig als zentralen Wachstumsschwerpunkt zu fördern und ein industriell nutzbares Roboterökosystem aufzubauen.

Bae betonte, dass die globale Wettbewerbsfähigkeit in diesem Segment maßgeblich auf KI-Software, qualitativ hochwertigen Daten und leistungsfähigen Basismodellen beruhe. Entsprechend sollen Robot Foundation Models, physische Daten sowie die Softwareentwicklung gezielt gestärkt werden.

Zur Umsetzung dieser Pläne bereite die Regierung drei Großprojekte vor, die durch gemeinsame Investitionen des Wissenschafts- und des Industrieministeriums in Dateninfrastruktur, Hardware und KI-Modelle getragen werden sollen.

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