Robotik-Meilenstein, Roboter

Robotik-Meilenstein: Zwei humanoide Roboter spielen autonomes Tischtennis

Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 06:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Zwei humanoide Roboter bestritten ohne Fernsteuerung ein vollständiges Tischtennismatch. Die Peking-Spiele starten mit Rekordbeteiligung.

HKU-Roboter spielen erstmals autonomes Tischtennis vor Peking-Wettkampf
Zwei humanoide Roboter spielen autonom Tischtennis in einer professionellen Umgebung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Im Vorfeld der World Humanoid Robot Games in Peking hat das System HKU-Chaowei (SMASH) einen technologischen Meilenstein in der Robotik demonstriert. Erstmals bestritten zwei bipedale humanoide Roboter ein vollständig autonomes Tischtennismatch über 11 Punkte. Die Demonstration markiert einen Fortschritt in der autonomen Bewegungssteuerung und Koordination, da die Maschinen ohne jegliche Fernsteuerung agierten.

Technologische Grundlagen des SMASH 2.0-Systems

Das eingesetzte System SMASH 2.0 integriert mehrere komplexe Teilsysteme, um die Anforderungen eines dynamischen Sports wie Tischtennis zu erfüllen. Laut den beteiligten Entwicklern der Universität Hongkong (HKU) deckt die Software die visuelle Wahrnehmung, die Flugbahnvorhersage des Balls, die Bewegungsplanung sowie die Ganzkörpersteuerung ab. In der Demonstration am 17. August 2026 agierten Roboter des Typs Zhiyuan Expedition A3 als Akteure auf dem Spielfeld.

Hardwareseitig stützt sich das System auf eine integrierte ZED-X-Stereokamera und die Rechenleistung eines Jetson-Orin-Moduls. Ein wesentliches Merkmal der Versuchsanordnung war der Verzicht auf externe Kamerasysteme; die gesamte Datenverarbeitung erfolgte über Onboard-Sensoren.

Die Steuerung der Bewegungsabläufe wurde durch einen auf Reinforcement Learning basierenden Ganzkörper-Controller realisiert. Das Projekt steht unter der Leitung von Luo Ping von der HKU und dem Postdoktoranden Li Yinghui. Wie aus Berichten vom 18. August hervorgeht, beherrscht das System neben den Ballwechseln auch den Aufschlag und die autonome Punktezählung.

Anzeige

Der technologische Fortschritt autonomer Systeme zeigt, wie Robotik und KI bereits heute traditionelle Abläufe grundlegend verändern. Dieser kostenlose Report bietet Anlegern wertvolle Einblicke in die Unternehmen, die von dieser neuen Industrieära profitieren. Profiteure der neuen Industrieära jetzt entdecken

Die World Humanoid Robot Games als globaler Maßstab

Die Tischtennis-Demonstration diente als Auftakt für die zweiten World Humanoid Robot Games, die vom 22. bis zum 26. August 2026 im National Speed Skating Oval in Peking stattfinden. Die Veranstaltung verzeichnet ein deutliches Wachstum im Vergleich zum Vorjahr: Mit 2.056 Robotern aus 666 Teams und 16 teilnehmenden Ländern hat sich die Teilnehmerzahl gegenüber 2025 vervierfacht.

China nimmt dabei eine führende Rolle ein und stellt 641 der gemeldeten Teams. Diese setzen sich aus 1.975 Robotern zusammen, die von 157 Unternehmen und 200 Universitäten entsandt wurden. Insgesamt umfasst der Wettbewerb 51 Disziplinen mit 1.301 einzelnen Matches.

Zu den neuen Sportarten, die in diesem Jahr eingeführt werden, gehören neben Tischtennis auch Gewichtheben, Weitsprung und Tauziehen. Ein zentrales Element des Reglements ist das Verbot von Fernsteuerungen in den meisten Leichtathletik-Wettbewerben, da die Veranstalter anstreben, die Wettbewerbsregeln langfristig zu technischen Industriestandards weiterzuentwickeln.

Anzeige

Wer sich mit dem rasanten Umbruch in der Robotik befasst, erkennt schnell das enorme Potenzial für die Industrie der Zukunft. Erfahren Sie in diesem Spezial-Report, welche Namen hinter dem größten technologischen Wandel seit Jahrzehnten stecken. Kostenlosen Report zur industriellen Revolution herunterladen

Herausforderungen in realitätsnahen Einsatzszenarien

Neben sportlichen Wettkämpfen stehen bei den Spielen auch praxisorientierte Herausforderungen im Fokus. In einem Hotel-Szenario müssen Roboter Aufgaben wie den Gepäcktransport, das Auffüllen von Zimmerbeständen und allgemeine Hauswirtschaftstätigkeiten innerhalb eines Zeitfensters von 30 Minuten bewältigen.

Die Bewertung erfolgt hierbei streng nach dem Grad der Autonomie; der Einsatz einer Fernsteuerung reduziert die maximal erreichbare Punktzahl um die Hälfte.

Trotz der Fortschritte bei standardisierten Bewegungsabläufen zeigen aktuelle Tests auch die Grenzen der aktuellen Technologie auf. Bei einer simulierten Feuerwehr-Herausforderung an einer Pekinger Feuerwache Mitte August hatten humanoide Roboter erhebliche Schwierigkeiten, auf unvorhersehbare reale Bedingungen angemessen zu reagieren.

Für die Unterbringung und Wartung der Maschinen wurde die Einrichtung „Robot Home“ geschaffen. Diese bietet Platz für über 1.500 Roboter und verfügt über Ladestationen für 1.200 Batterien sowie eine integrierte 5G- und WiFi-Infrastruktur. Für Besucher wurde zudem eine spezielle „Robot Street“ eingerichtet, um die Interaktion mit der Technologie zu ermöglichen.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 69961925 |