Robotik, Alltag

Robotik im Alltag: Cobots sparen 87 Tage Haushaltspflichten pro Jahr

Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 07:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de

JARVIS erprobt Cobots im Klinikum Saarbrücken, während Johnson & Johnson klinische Daten zu OTTAVA vorlegt und Haushaltsroboter Fortschritte machen.

Medizinrobotik und KI-Haushaltshelfer: Neue Anwendungen im Fokus
Ein steriler Raum für die Aufbereitung chirurgischer Instrumente mit modernen Robotik-Elementen und technischer Ausstattung. Illustration mit AI erstellt.

Im Rahmen des europäisch geförderten Projekts JARVIS (Horizon Europe) fungiert das Klinikum Saarbrücken als Pilotpartner für den Einsatz kollaborativer Roboter, sogenannter Cobots. Ziel dieses Vorhabens ist die Automatisierung der Sortierung chirurgischer Instrumente nach deren Reinigung.

Die aktuelle Testphase konzentriert sich auf die Handhabung bereits gereinigter Instrumente, um das Klinikpersonal bei monotonen Routineaufgaben zu entlasten. Das Projekt JARVIS wird gemeinschaftlich mit der Uniklinik RWTH Aachen sowie der MRK-Systeme GmbH durchgeführt.

Forschung und klinische Anwendung in der Medizinrobotik

Neben den Entwicklungen in Saarbrücken treiben auch andere medizinische Einrichtungen die Automatisierung voran. Die Universitätsmedizin Oldenburg nutzt im Projekt I4mP moderne Modellierungstechniken, um das Pflegeheim Wichernstift in Ganderkesee als digitalen Zwilling abzubilden.

In dieser virtuellen Umgebung werden Sensorik, Robotik und Automatisierungslösungen erprobt. Das Projekt wird durch die Europäische Union und das Land mit Fördermitteln in Höhe von 1,6 Millionen Euro unterstützt.

Im Bereich der roboterassistierten Chirurgie wurden zuletzt signifikante Fortschritte in der klinischen Validierung erzielt. Johnson & Johnson schloss die klinische FORTE-Studie für das OTTAVA-Roboterchirurgiesystem ab. An der Studie nahmen 30 Patienten in sechs US-Zentren teil, bei denen ein Roux-en-Y-Magenbypass durchgeführt wurde.

Die primären Sicherheits- und Leistungsziele wurden nach 30 Tagen erreicht; der durchschnittliche Gewichtsverlust der Probanden lag bei 13,6 Kilogramm. Infolgedessen wurde ein entsprechender FDA-De-Novo-Antrag eingereicht.

Auch in der regionalen Versorgung findet die Technologie Anwendung. Am Klinikum Mutterhaus Trier wurde bereits am 10. Juni ein 77-jähriger Patient mit Speiseröhrenkrebs roboterassistiert operiert. Nach einer Vorbehandlung war der Tumor zum Zeitpunkt des Eingriffs nicht mehr nachweisbar. Das Klinikum erfüllt mit der Durchführung solcher Eingriffe die geforderte Mindestmenge von 26 Ösophagusresektionen pro Jahr.

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Technologische Lösungen zur Entlastung im Alltag

Die Trends zur Automatisierung spiegeln sich ebenso im Bereich der Haushaltstechnologie wider, wie Präsentationen im Umfeld der IFA 2026 (4. bis 8. September) verdeutlichen. LG thematisiert in einer aktuellen Kampagne die psychische Belastung durch Haushaltspflichten, den sogenannten Mental Load.

Laut Umfragedaten verbringen Menschen jährlich rund 87 Tage mit entsprechenden organisatorischen Aufgaben. Während 51 Prozent der Befragten von Schlafstörungen berichteten, äußerten 73 Prozent die Erwartung, dass Haushaltstechnologie zu einer spürbaren Entlastung führen könne.

Hersteller wie Miele, ein Unternehmen mit 127-jähriger Firmengeschichte und einem Umsatz von 5,16 Milliarden Euro im Jahr 2025, stellen dazu neue Systeme vor.

Neben dem Geschirrspüler G8 Diamond mit integrierter Kamera und KI-Unterstützung zeigt das Unternehmen die Konzeptstudie eines Assistenzroboters namens „Cary“. Auch Haier präsentiert auf der Messe KI-gestützte Lösungen, die von humanoiden Robotern über Reinigungsroboter bis hin zu Exoskeletten reichen.

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Im Segment der spezialisierten Reinigungsrobotik wurden technische Spezifikationen für neue Modelle bekannt. Der iRobot Roomba Max 875 Combo verfügt über eine Saugkraft von 35.000 Pa und einen Luftstrom von 20 l/s. Das Gerät ist mit Warmnebel-Technologie sowie einem Mopp-System ausgestattet, das mit 300 Umdrehungen pro Minute und einem Druck von 18 N arbeitet.

Der unverbindliche Verkaufspreis liegt bei 1.199 Euro. Parallel dazu erreichen spezialisierte Geräte wie der Fensterputzroboter WINBOT W3 OMNI von ECOVACS in aktuellen Produkttests hohe Bewertungen. Das Modell arbeitet mit einer Saugkraft von 3.300 Pa und bietet sieben verschiedene Reinigungsmodi für Flächen bis zu acht Metern.

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