Robotik-Gastronomie, Oak

Robotik-Gastronomie: Oak Deer betreibt KI-Köche in 4.000 Filialen

Veröffentlicht am: 30.08.2026 um 15:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neue Koch- und Serviceroboter treffen auf umfangreiche Datensammlungen und hohe Investitionen, doch praktische Autonomie bleibt begrenzt.

KI-Roboter erobern Großküchen und Fast-Food-Service
Hochmoderne Industrieküche mit automatisierten Robotersystemen zur Lebensmittelzubereitung in einer professionellen Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

Die technologische Entwicklung in der Gastronomiebranche erreicht eine neue Phase der Professionalisierung. Im Fokus stehen dabei zunehmend spezialisierte Robotersysteme, die durch künstliche Intelligenz (KI) gesteuert werden und komplexe Aufgaben in Großküchen sowie im Servicebereich übernehmen können.

Aktuelle Präsentationen branchenführender Unternehmen im August 2026 verdeutlichen das Bestreben, die Effizienz in der Lebensmittelzubereitung durch Hochgeschwindigkeitssensorik und enorme Rechenleistung zu steigern.

Neue Hardwarelösungen für die Systemgastronomie

Ein zentraler Akteur in diesem Segment ist Oak Deer Robotics. Das teilweise staatlich geführte Unternehmen präsentierte im Rahmen der World Robotics Conference in Peking neue Modelle, darunter den AI-Kochroboter CookingMuse. Dieses System ist speziell für die Arbeit mit einem Wok konzipiert, der Temperaturen von bis zu 300°C erreicht.

Ergänzt wird das Portfolio durch das Modell RobotCook. Die Relevanz dieser Technologie zeigt sich in der bereits bestehenden Marktdurchdringung des Herstellers: Oak Deer Robotics betreibt bereits Robotersysteme in 300 Städten und rund 4.000 Filialen.

Parallel dazu treiben auch andere Marktteilnehmer die Automatisierung voran. Hikrobots demonstrierte in Peking humanoide Roboter, die speziell für den Einsatz im Fast-Food-Service entwickelt wurden. Dass diese Konzepte bereits den Weg in den kommerziellen Betrieb finden, belegt die Eröffnung des Nudelrestaurants 'Yujian Weilai' in Peking Ende August 2026, das verstärkt auf automatisierte Abläufe setzt.

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Datentraining als Grundlage für autonome Systeme

Die Leistungsfähigkeit dieser Roboter basiert maßgeblich auf der Qualität der zugrunde liegenden Trainingsdaten. Das Unternehmen Figure nutzt hierfür einen Crowdsourcing-Ansatz über die sogenannte Index-App. Creators werden dafür bezahlt, Videoaufnahmen von alltäglichen Hausarbeiten einzureichen.

Laut CEO Brett Adcock wurden bisher rund 15 Mio. US-Dollar an die Mitwirkenden ausgezahlt. Die App verzeichnete bislang 264.000 Downloads und verfügt über 44.000 wöchentlich aktive Nutzer, die insgesamt 16 Mio. Aufgaben-Videos aus 108 Ländern beigesteuert haben.

Figure plant, in den kommenden 12 Monaten rund 1 Mrd. US-Dollar in Daten und Rechenleistung zu investieren. Das System verarbeitet derzeit etwa 30 Minuten Videomaterial pro Sekunde.

Statistisch decken jeweils 1.000 Stunden Videomaterial 373 spezifische Aufgaben, 1.146 Objekte und 116 verschiedene Umgebungen ab, um die KI-Modelle auf reale Einsatzszenarien vorzubereiten.

Auch das Unternehmen Lightwheel investiert massiv in die Datenakquise. Im Juni 2026 sammelte das Unternehmen 1 Mrd. RMB (ca. 140 Mio. US-Dollar) ein. Mit der Veröffentlichung von 10.000 Stunden First-Person-Aufnahmen menschlicher Aktivitäten unter dem Namen EgoSuite-Open100K wurde ein Meilenstein gesetzt.

Langfristig strebt Lightwheel 100.000 Stunden Bildmaterial an, das über 15.000 Aufgaben und Szenen abdeckt, wobei der Schwerpunkt auf detaillierten Hand- und Körperposen liegt.

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Herausforderungen und wirtschaftliche Perspektiven

Trotz der Fortschritte bleibt die vollständige Autonomie eine Herausforderung. Tau Robotics bietet in San Francisco einen Reinigungsdienst an, bei dem ein humanoider Roboter eine Wohnung für 30 US-Dollar pro Stunde säubert. Dieser Prozess wird jedoch aktuell noch von einem menschlichen Arbeiter ferngesteuert.

CEO Alexander Kopf erklärte dazu, dass die Roboter darauf trainiert werden, menschliches Verhalten zunächst nachzuahmen, um es später zu übertreffen. Bis 2027 plant das Unternehmen wöchentlich 1.000 Reinigungsdienste in San Francisco, gefolgt von einer Expansion in weitere Städte bis 2028.

Die Leistungsgrenzen der Hardware wurden auch bei den World Humanoid Robot Games im August 2026 deutlich. Während das Modell Tiangong Ultra die 100 Meter in 8,64 Sekunden bewältigte und damit schneller als menschliche Weltrekordhalter agierte, zeigten sich bei praktischen Aufgaben wie Wäschewaschen oder Brandbekämpfung erhebliche Schwierigkeiten.

Nur 3 von 12 Teams konnten die Aufgaben erfolgreich abschließen, wobei viele Roboter weiterhin ferngesteuert wurden oder Probleme beim kontrollierten Anhalten hatten.

Dennoch bleibt das Vertrauen der Kapitalgeber in den Sektor hoch. Im Jahr 2025 flossen mehr als 6 Mrd. US-Dollar an Investitionen in Unternehmen, die sich mit der Entwicklung humanoider Roboter beschäftigen. Die Kombination aus spezialisierter Koch-Hardware und massiven Investitionen in KI-Trainingsdaten deutet darauf hin, dass die Automatisierung in der Gastronomie über experimentelle Stadien hinauswächst.

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