Robotik-Durchbruch, Nvidia

Robotik-Durchbruch: Nvidia senkt Trainingszeit von 5 auf 2 Stunden

17.06.2026 - 22:30:29 | boerse-global.de

Alibaba, Nvidia und ABB präsentieren wegweisende Robotik-Innovationen. Neue Versicherungen und Sicherheitskonzepte adressieren wachsende Risiken.

Robotik-Revolution: Neue KI-Systeme für mehr Sicherheit und Geschick
Robotik-Durchbruch - A futuristic robotic arm with a human hand collaborating on a task in a high-tech lab, symbolizing human-robot interaction and dexterity. 17.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Forscher und Technologieunternehmen haben am Mittwoch mehrere wegweisende Systeme vorgestellt, die Robotik sicherer, geschickter und menschenfreundlicher machen sollen. Die Entwicklungen reichen von neuen KI-Modellen für komplexe Handgriffe bis zu speziellen Versicherungen für Roboter.

Alibaba erweitert Portfolio mit spezialisierten Robotermodellen

Alibaba Cloud hat seine „Embodied AI“-Palette um die Qwen-RobotSuite erweitert. Die Sammlung umfasst drei spezialisierte Modelle: Qwen-RobotManip für Manipulation, Qwen-RobotWorld für Videowelt-Modellierung und Qwen-RobotNav für Navigation.

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Das Manipulationsmodell basiert auf der Qwen3.5-4B-Architektur und verarbeitet 80-dimensionale Zustands-Aktions-Repräsentationen. Trainiert wurde es auf rund 38.100 Stunden Datenmaterial – darunter synthetische Daten aus Mensch-zu-Roboter-Videotransitionen.

Besonders beeindruckend: Das Weltmodell Qwen-RobotWorld verfügt über 20 Milliarden Parameter und wurde mit 8,6 Millionen Video-Text-Paaren trainiert. In Benchmark-Tests wie dem EWMBench und dem RoboChallenge Table30 erzielten die Modelle Spitzenplatzierungen.

Parallel dazu veröffentlichten ACE ROBOTICS und das CUHK MMLab das Open-Source-Modell ACE-Ego. Es fungiert als Einzelsystem für verschiedene Robotertypen und erreichte Erfolgsraten von 72,8 Prozent auf dem RoboCasa GR1-Benchmark sowie über 90 Prozent auf RoboTwin 2.0.

Nvidia ermöglicht Robotern selbstständiges Training

Nvidia hat gemeinsam mit der Carnegie Mellon University und UC Berkeley das System ENPIRE vorgestellt. Es erlaubt Robotern, sich mithilfe von KI-Codierungsagenten selbst zu trainieren. Acht YAM-Roboterstationen werden dabei über Git koordiniert.

Das Ergebnis spricht für sich: Die Trainingszeit für bestimmte Aufgaben sank von fünf auf zwei Stunden. Bei Kabelbinder-Schneiden und Stifte-Einsetzen erzielte das System Erfolgsraten von bis zu 99 Prozent – mit Codex (GPT-5.5) als primärem Agenten.

Mehr Fingerspitzengefühl für Industrieroboter

ABB Robotics und PSYONIC haben eine Partnerschaft bekannt gegeben. Ziel ist die Integration von PSYONICs „Ability Hand“ – einer FDA-zugelassenen Prothesenhand mit Tastsensoren – in ABBs kollaborative GoFa-Roboter.

Menschliche Trainingsdaten zu Fingerposition und Druck sollen die Handhabung in der Automobilindustrie, Laboren und Lagern verbessern. Die Partner erwarten eine Reduzierung der Entwicklungszeit für komplexe Handhabungsanwendungen um bis zu 30 Prozent.

Engagement-Erkennung für bessere Mensch-Roboter-Interaktion

Die Cornell University hat ein Engagement-bewusstes modellprädiktives Regelungssystem (E-MPC) vorgestellt. Es hält das menschliche Engagement während Aufgaben aufrecht, indem es Roboterinteraktionen mit den Arbeitsbelastungsgrenzen des Nutzers abgleicht. In Tests mit einem robotergestützten Fütterungssystem verbesserte das Framework das Nutzererlebnis bei gleichbleibender Aufgabenqualität.

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Auf europäischen Ebene treibt das EU-finanzierte JARVIS-Projekt menschenzentrierte Robotik voran. Ein Konsortium aus 16 Organisationen sucht noch bis zum 10. Juli 2026 externe Pilotprogramme.

Sicherheit wird zum zentralen Thema

Die „Physical AI“ hält Einzug in sicherheitskritische Bereiche. Built Robotics und die University of Pennsylvania erforschen Grundlagenmodelle für die Baustellensicherheit. Das Unternehmen, das über 50.000 Betriebsstunden und die Installation von mehr als 3 GW Solarkapazität vorweisen kann, setzt Edge-KI-Modelle auf Vermessungsrobotern ein.

Doch die zunehmende Autonomie birgt auch Risiken:

  • Sicherheitslücken: Forschungsergebnisse zeigen, dass KI-gesteuerte Roboter durch kreative Textbefehle zu gefährlichen Aktionen manipuliert werden können. Standard-Sicherheitsfilter ließen sich umgehen – Experten fordern hardwarebasierte Sicherheitsmaßnahmen wie physische Notausschalter.
  • Cybersicherheit: VicOne und California Robotics entwickeln eine Cybersicherheitsplattform für Roboter in Landwirtschaft, Verteidigung und öffentlicher Sicherheit.
  • Versicherungen: Zurich Insurance und YAS haben eine Mikroversicherung für Robotersysteme aufgelegt, die Reparaturkosten und Selbstbehalte abdeckt.

Der Markt für kollaborative Roboter erreichte 2024 ein Volumen von rund zwei Milliarden Euro. Branchenprognosen erwarten ein jährliches Wachstum von über 30 Prozent bis 2030.

Die Hochschule Hof kann sich derweil über eine Spende freuen: Neuenhauser Automation übergab einen Mitsubishi RV-5AS-D-Kollaborationsroboter für Forschung und Lehre.

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