Robotik-Boom: SoftBank pumpt 75 Milliarden in französische KI-Zentren
02.06.2026 - 13:16:33 | boerse-global.deDer japanische Technologie-Investor SoftBank verhandelt über eine Beteiligung an einer Finanzierungsrunde für das Münchner Unternehmen Agile Robots. Das berichten mehrere Branchenquellen am heutigen Dienstag.
Die Runde hat ein Volumen von umgerechnet rund 800 Millionen Euro. SoftBank selbst soll demnach mehr als 300 Millionen Euro beisteuern wollen. Agile Robots entwickelt humanoide Roboter, spezialisierte Roboterarme und Systeme für die Lagerlogistik. Der mögliche Einstieg passt in den weltweiten Boom der Robotik-Finanzierung, der seit der zweiten Jahreshälfte 2025 deutlich an Fahrt aufgenommen hat.
Integration mit Nvidia Cosmos 3
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Erst am Montag hatte Agile Robots bekannt gegeben, frühzeitigen Zugang zu Nvidia Cosmos 3 erhalten zu haben. Dieses offene Weltmodell für Robotik und autonome Fahrzeuge kombiniert visuelle Entscheidungsfindung, Aktionssimulation und synthetische Welterzeugung.
Das Unternehmen testet die Plattform derzeit mit seinen Robotermodellen Thor und FR3. Ziel ist es, durch realistische Simulationen den Bedarf an physischen Tests zu reduzieren und die Einsatzzeiten für Industriekunden zu verkürzen. Agile Robots ist der sogenannten Cosmos Coalition beigetreten, einem Bündnis, dem auch Black Forest Labs, Runway und Skild AI angehören. Das Cosmos-3-System wurde mit rund 20 Billionen Token trainiert und ist in zwei Versionen verfügbar: einer „Super"-Version für hochpräzise Physik-Simulationen und einer „Nano"-Version für schnelle Berechnungen.
SoftBanks globale KI-Infrastruktur-Strategie
Die mögliche Unterstützung von Agile Robots ist Teil einer massiven Investitionsoffensive von SoftBank-Gründer Masayoshi Son. Erst am Wochenende kündigte SoftBank Pläne an, bis zu 75 Milliarden Euro in Frankreich zu investieren, um dort 5 Gigawatt KI-Rechenzentrums-Kapazität aufzubauen.
Die französische Initiative, die auf dem dortigen Atomstromnetz aufbaut, soll mit einer ersten Phase von 45 Milliarden Euro beginnen. Ziel ist es, bis 2031 in der Region Hauts-de-France 3,1 Gigawatt Kapazität zu schaffen. Konkrete Standorte sind Dünkirchen, Bosquel und Bouchain. Für den Infrastrukturausbau kooperiert SoftBank mit Schneider Electric.
Weitere Großprojekte auf SoftBanks strategischer Landkarte:
- Project Crystal Land: Ein vorgeschlagenes KI-Fertigungszentrum im Wert von einer Billion Euro in Arizona, das Roboterfabriken und eine Freihandelszone umfassen soll.
- Stargate Project: Eine 500-Milliarden-Euro-Initiative für KI-Rechenzentren in Zusammenarbeit mit OpenAI, Oracle und MGX.
- OpenAI-Beteiligung: SoftBank hat bereits über 30 Milliarden Euro in OpenAI investiert und hält schätzungsweise 13 Prozent an der Organisation.
Beschleunigtes Wachstum in der Robotik-Branche
Die gesamte Robotik-Branche erlebt derzeit eine beispiellose Dynamik bei Kapitalerhöhungen und Unternehmensübernahmen. Der Chef von Arm Holdings, an dem SoftBank die Mehrheit hält, zeigte sich am Dienstag zuversichtlich, dass das Unternehmen sein Ziel von 15 Milliarden Euro KI-Chip-Umsatz früher als geplant erreichen könnte.
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Weitere aktuelle Entwicklungen:
- Startup-Finanzierung: Mecka AI sammelte am Montag 60 Millionen Euro ein, um Roboter mit menschlichen Bewegungsdaten zu trainieren. Parallel dazu wird berichtet, dass OpenAI-CEO Sam Altman ein geheimes Startup namens Alfred unterstützt, das Software zur Beschleunigung von Fertigungsprozessen entwickelt.
- Konsolidierung: In China übernahm UBTECH Fenglong für 1,665 Milliarden Yuan, während Hangzhou Colin 51 Prozent an Kepler Robotics für 400 Millionen Yuan erwarb. Auch Tech-Giganten wie Meta und Amazon haben kleinere Robotik-Firmen wie ARI, Rivr und Fauna Robotics übernommen.
Die Branche bewegt sich zunehmend in Richtung sogenannter „Weltmodelle" und humanoider Plattformen, die für universelle Arbeiten eingesetzt werden können. Möglich wird dies durch die massive Recheninfrastruktur, die SoftBank und seine Wettbewerber derzeit aufbauen.
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