Robotik-Boom: Schaeffler sichert sich 2.000 Lieferungen bis 2032
Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 20:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der fränkische Autozulieferer Schaeffler steigert trotz schwacher Autokonjunktur seine Profitabilität. Neue Geschäftsfelder wie humanoide Roboter und Luftfahrt sollen den Konzern zukunftsfähig machen.
Halbjahreszahlen: Marge verbessert, Gewinn verdoppelt
Schaeffler hat im ersten Halbjahr 2026 seinen Gewinn mehr als verdoppelt. Das Nettoergebnis stieg auf 93 Millionen Euro, nach 43 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz sank zwar nominal um 1,5 Prozent auf 11,667 Milliarden Euro – währungsbereinigt ergab sich jedoch ein leichtes Plus von 0,4 Prozent.
Besonders erfreulich aus Sicht des Konzerns: Das operative Ergebnis (EBIT) vor Sondereffekten legte um 14 Prozent auf 549 Millionen Euro zu. Die entsprechende Marge verbesserte sich von 4,1 auf 4,7 Prozent. Ein Grund zur Sorge bleibt allerdings der freie Cashflow: Er rutschte auf minus 300 Millionen Euro, nach minus 128 Millionen Euro im Vorjahr.
E-Mobility: Verluste schrumpfen deutlich
Die Divisionen entwickelten sich unterschiedlich. E-Mobility war der einzige Bereich mit nennenswertem Wachstum: Der Umsatz stieg währungsbereinigt um 7,7 Prozent auf 2,578 Milliarden Euro. Zwar schreibt die Sparte weiterhin rote Zahlen, doch die Verluste schrumpfen spürbar: Die EBIT-Marge verbesserte sich von minus 19,3 auf minus 15,6 Prozent.
Bearings & Industrial Solutions legte um 1,0 Prozent auf 3,181 Milliarden Euro zu und erzielte eine solide Marge von 9,0 Prozent. Die größte Division Power Transmission & Chassis (PTC) verzeichnete dagegen einen Umsatzrückgang von 3,4 Prozent auf 4,247 Milliarden Euro, hielt aber mit 11,1 Prozent die höchste Marge im Konzern. Vehicle Lifetime Solutions blieb mit 1,601 Milliarden Euro nahezu stabil bei einer Marge von 15,5 Prozent.
Wer sich mit den wirtschaftlichen Verschiebungen durch neue Technologien wie Robotik befasst, sollte die Profiteure dieser Entwicklung kennen. Dieser Gratis-Report beleuchtet die Unternehmen, die von der nächsten industriellen Revolution massiv profitieren könnten. Jetzt Gewinner der neuen Industrierevolution gratis entdecken
Robotik und Raumfahrt: Die Zukunft im Blick
Um die Abhängigkeit vom schwankenden Pkw-Markt zu verringern, setzt Schaeffler verstärkt auf Diversifizierung. Zu den Wachstumsfeldern zählen humanoide Roboter, Verteidigung und Raumfahrt. Im Luftfahrtbereich ging der Konzern eine Partnerschaft mit dem US-Unternehmen Spire Global ein.
Im Robotik-Sektor hat Schaeffler einen Vertrag über die Lieferung von 1.000 bis 2.000 Robotern bis 2032 abgeschlossen. Die Branche boomt: In den ersten sieben Monaten 2026 flossen weltweit 23 Milliarden US-Dollar in humanoide Robotik. Zwar warnen Branchenkenner, dass die Maschinen noch Jahre von einem breiten Produktionseinsatz entfernt sind – weltweit sind aktuell etwa 15.000 Einheiten im Einsatz. Der chinesische Autobauer BYD präsentierte im Juli 2026 ebenfalls seinen ersten humanoiden Roboter in Shenzhen. Der Wettbewerb wird also intensiver.
Personalabbau: Altersteilzeit als Instrument
Für mehr Effizienz weitet Schaeffler sein Altersteilzeit-Programm in Deutschland aus. Rund 1.300 Mitarbeiter, die 1971 oder früher geboren wurden, können das Angebot nutzen. Dafür fallen 2026 einmalige Kosten von 51 Millionen Euro an – erste Einsparungen werden ab 2027 erwartet.
Milliardeninvestitionen in KI und Robotik verändern derzeit die globale Industrielandschaft und schaffen neue Marktführer. Erfahren Sie im kostenlosen Spezialreport, wo das Kapital der Zukunft hinfließt und welche Technologietrends den Ton angeben. Kostenlosen Report über die nächste Industrierevolution sichern
Ausblick: Kurzfristig bestätigt, mittelfristig gesenkt
Für das Gesamtjahr 2026 bestätigt der Konzern seine Prognose: Erlöse zwischen 22,5 und 24,5 Milliarden Euro sowie eine EBIT-Marge vor Sondereffekten von 3,5 bis 5,5 Prozent. Die mittelfristigen Ziele für 2028 wurden Ende Juli jedoch nach unten korrigiert: Statt der bisher angepeilten 27 bis 29 Milliarden Euro erwartet das Management nun nur noch 24 bis 26 Milliarden Euro Umsatz. Als Begründung nennt der Konzern schwächere Erwartungen für den Pkw- und leichten Nutzfahrzeugmarkt.
